Kinderschutzexpertin sieht weltweite Bewegung bei Missbrauch
Kinderschutzexpertin sieht weltweite Bewegung bei Missbrauch

14.02.2020

Kinderschutzexpertin sieht weltweite Bewegung bei Missbrauch Wer kann wen zur Rechenschaft ziehen?

Das Kinderschutzzentrum der Päpstlichen Universität Gregoriana sieht weltweite Bewegung beim Thema Missbrauch. Das gelte auch dort, wo Missbrauchsbekämpfung und Kinderschutz bislang keine Themen waren, so die Expertin Schwester Karolin Kuhn.

Von Jahr zu Jahr gebe es ein gesteigertes Interesse an den Angeboten des Zentrums, sagte sie der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) in Rom.

Viel Ungleichzeitigkeit der Erfahrungen

Gleichzeitig berichtete die Ordensfrau von viel Ungleichzeitigkeit der Erfahrungen. So könne man mit Personen "aus einem Land, in dem Missbrauch erst langsam ins Bewusstsein kommt, nicht von null auf hundert durchstarten". Im Extremfall könne es auch für Geschulte "lebensgefährlich werden, wenn sie zurückkommen und mit ihrem neuen Wissen Skandale ansprechen".

Das CCP bietet halbjährige Diplom- sowie zweijährige Lizentiatskurse für Kirchenmitarbeiter an, die im Kampf gegen Missbrauch tätig sind. Hinzu kommen Online-Kurse mit rund 70 Partnerinstitutionen weltweit.

Die aus München stammende Theologin, Sozialarbeiterin und Pädagogin Kuhn arbeitet dort seit Anfang 2018 als Dozentin.

Manche sorgten sich, wie sie mit ihren neu gewonnen Einsichten zuhause empfangen werden, führte die Ordensfrau aus. In manchen Ländern werde nicht mal über Sexualität gesprochen, geschweige denn über sexuellen Missbrauch. Männer- und Frauenrollen seien noch völlig anders verteilt, ebenso "das Verständnis davon, was ein Kind ist".

Häusliche und schulische Gewalt

Ein großes Thema der Vermittlung sind auch häusliche und schulische Gewalt. Es genüge nicht, so Kuhn, "quasi von oben herab aus westlicher Sicht zu sagen: Das dürft ihr nicht, das ist schädlich." Man müsse das auch "einsichtig machen und Methoden anbieten, wie man anders Grenzen setzt" und "eine Klasse mit 80 Kindern bändigt".

"Wenn unsere Studenten jetzt in ihre Länder zurückkommen, kann man ihnen weniger entgegenhalten, sie brächten aus Rom nur irgendwelche westlichen Einzelmeinungen mit", sagte Kuhn. Stattdessen könnten sie nun nachweisen: "Das ist Stand der Dinge, allgemeines kirchliches Gedankengut."

Als zentrale Zielfragen des Zentrums nannte die Expertin: "Wo ist die Kirche als System anfällig? Wer ist wofür genau verantwortlich? Worin besteht die Verantwortung etwa des Bischofs, des Ordensoberen, des Leiters einer Einrichtung, der Lehrkraft, des Pfarrers? Und wofür sind sie nicht verantwortlich?"

Auch sei zu fragen: "Wem fehlen Ausbildung und Kompetenz für die Verantwortung, die er trägt? Wer kann wen zur Rechenschaft ziehen? Wo hat sich jemand Macht genommen, die ihm nicht zusteht, oder wo hat er die ihm zustehende nicht ausgeübt, also etwas unterlassen?" All diese Fragen seien zu oft noch ungeklärt.

(KNA)

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