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Symbolbild Missbrauch in der katholischen Kirche
Chilenische Bischöfe bei Papst Franziskus
Chilenische Bischöfe bei Papst Franziskus
Kardinal Ricardo Ezzati Andrello
Kardinal Ricardo Ezzati Andrello

27.12.2019

Papst ernennt Erzbischöfe für Chile Zwei Neue

Für die von einem Missbrauchsskandal erschütterte Kirche in Chile hat Papst Franziskus zwei neue Erzbischöfe ernannt. Die Leitung war vakant geworden, nachdem die amtierenden Bischöfe im Zuge des Missbrauchsskandals zurückgetreten waren.

Oberhirt des Hauptstadt-Erzbistums Santiago de Chile wird der Kapuziner Celestino Aos Braco (74), seit dem vergangenen März bereits Übergangsleiter der Diözese. Erzbischof von Puerto Montt in Südchile wird Luis Fernando Ramos Perez (60), bisher Verwalter im Bistum Rancagua. Das vatikanische Presseamt und das Erzbistum Santiago gaben die Personalentscheidungen zeitgleich bekannt.

Noch acht Übergangsleiter in Chile 

Aos war vom Papst zum Apostolischen Administrator bestellt worden, nachdem Kardinal Ricardo Ezzati die Leitung des Erzbistums Santiago unter Vertuschungsvorwürfen abgegeben hatte. Der frühere Erzbischof von Puerto Montt, Cristian Caro Cordero, war im Juni 2018 mit 75 Jahren in Ruhestand gegangen. Sein jetziger Nachfolger Ramos war seit 2014 Weihbischof in Santiago und wurde im Zuge des Missbrauchsskandals im Juni 2018 als Apostolischer Administrator in Rancagua eingesetzt.

Von den 27 katholischen Verwaltungseinheiten in Chile sind derzeit noch acht mit einem Übergangsleiter besetzt. Wegen des Missbrauchsskandals hatten im Mai 2018 von 31 amtierenden Bischöfen des Landes 29 ihren Rücktritt angeboten.

Chile ermittelt in mehr als 150 Verdachtsfällen 

Die chilenische Kirche wird seit Jahren von einem schweren Missbrauchsskandal erschüttert. Eine Schlüsselrolle spielt der inzwischen aus dem Klerikerstand entlassene Fernando Karadima (89). 2011 wurde er wegen sexueller Vergehen verurteilt. Aus seinem Kreis gingen mehrere Bischöfe hervor, von denen inzwischen mehrere zurückgetreten sind.

Medienberichten zufolge ermittelt Chiles Justiz derzeit in mehr als 150 Verdachtsfällen wegen Missbrauchs gegen 219 Kirchenmitarbeiter. Bei den mutmaßlichen Opfern gehe es um 241 Personen, von denen 123 zum Tatzeitpunkt minderjährig gewesen sein sollen.

Amtshilfe für die Staatanwaltschaft 

Zuletzt hatten die Ermittlungsbehörden in Chile die Aufhebung des Päpstlichen Geheimnisses in Missbrauchsverfahren begrüßt. Die Staatsanwaltschaft hatte in fünf konkreten Fällen den Vatikan um Amtshilfe gebeten. Auch Charles Scicluna, von 2002 bis 2012 an der römischen Glaubenskongregation für die Verfolgung von Missbrauchsdelikten zuständig, befürwortete die Entscheidung von Papst Franziskus. 

Scicluna wurde Anfang 2018 im Missbrauchsskandal in Chile vom Papst als Sonderermittler beauftragt; im November 2018 ernannte Franziskus ihn zum beigeordneten Sekretär der Glaubenskongregation. 

(KNA)

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