Fassade der Apostolischen Nuntiatur in der chilenischen Hauptstadt.
Fassade der Apostolischen Nuntiatur in der chilenischen Hauptstadt.

26.03.2019

Vertuschungsvorwurf auch gegen Ezzati-Nachfolger Bereits vor sieben Jahren gemeldet

Nachdem Papst Franziskus den Rücktritt von Kardinal Ricardo Ezzati angenommen hat, ist Bischof Celestino Aos neuer Übergangsleiter des katholischen Erzbistums Santiago geworden. Jetzt wird auch ihm das Verschweigen von Missbrauchsfällen vorgeworfen.

Ein ehemaliger Seminarist wirft laut einem Bericht der Tageszeitung "La Nacion" dem Übergangsleiter des Erzbistums Santiago, Bischof Celestino Aos, die Vertuschung eines Missbrauchsfalls vor. Mauricio Pulgar, Mitglied der Gruppe der Vereinigung von Opfer sexuellen Missbrauchs durch Kirchenmitglieder, sagte dem Sender CNN Chile am Montag (Ortszeit), er habe sich 2012 an die Päpstliche Nuntiatur gewandt und dort einen Missbrauchsfall gemeldet.

Nie eine Absicht für die Wahrheit

Aos sei für die Untersuchung des Falles verantwortlich gewesen, habe ihn aber weder über den Stand der Ermittlungen unterrichtet noch die Möglichkeit einräumt, Beweise zu präsentieren. "Er hatte nie die Absicht die Wahrheit herauszufinden", so Pulgar. Eine Stellungnahme von Aos zu dem Vorwurf gab es am Montag noch nicht.

Papst Franziskus hatte Aos am Samstag zum "Apostolischen Administrator" des Erzbistums Santiago ernannt. Am selben Tag hatte er den Rücktritt von Kardinal Ricardo Ezzati (77) angenommen, dem Vertuschung von Missbrauchsfällen vorgeworfen wird. Gegen Ezzati läuft ein Ermittlungsverfahren der chilenischen Staatsanwaltschaft. Der 74-Jährige Aos gehört dem Kapuzinerorden an. Bislang war er Bischof von Copiapo im Norden von Chile. Er ist zudem studierter Psychologe und Kirchenrechtler.

Dokumente an die Staatsanwaltschaft

Wie am Wochenende weiter bekannt wurde, überstellte der Vatikan Akten an die Staatsanwaltschaft in Santiago. Es sei eine "Teilantwort" auf ein Rechtshilfeersuchen, so die Justizbehörde. Demnach gingen am Freitag mehr als 20 Dokumente im Gesamtumfang von über 200 Seiten ein. Laut den Berichten ermittelt die Behörde in 158 Fällen gegen 219 Kirchenmitarbeiter wegen Missbrauchs. Bei den mutmaßlichen Opfern gehe es um 241 Menschen, von denen 123 zum Tatzeitpunkt minderjährig waren.

(KNA)

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