Kreuzgang im Mainzer Dom
Kreuzgang im Mainzer Dom
Bischof Peter Kohlgraf
Peter Kohlgraf (m.) mit einer Passantin in der Mainzer Innenstadt

07.03.2019

Bistum Mainz forciert Missbrauchsaufarbeitung Beratergruppe mit externen Fachleuten

Der Mainzer Bischof Peter Kohlgraf betont, "dass das Thema sexualisierte Gewalt im Bistum Mainz Chefsache ist". Nun hat das Bistum zur Aufarbeitung sexuellen Missbrauchs eine Beratergruppe eingesetzt, zu der externe Fachleute gehören.

Wie die Diözese am Mittwoch mitteilte, hat das Gremium, dem auch Bischof Peter Kohlgraf, Weihbischof Udo Markus Bentz und Ordinariatsmitarbeiter angehören, bisher zweimal getagt.

Die Diözese kündigte zudem an, dass der Psychotherapeut Peter Schult aus Ginsheim zum 1. April neuer Ansprechpartner des Bistums für Betroffene sexualisierter Gewalt werden soll. Er tritt die Nachfolge von Richard Seredzun an, der dieses Amt seit Februar 2003 innehatte. Schult nehme diese Aufgabe gemeinsam mit Ordensschwester Marie Bernadette Steinmetz wahr.

Keine allein juristische Herangehensweise mehr

Kohlgraf habe bereits betont, "dass das Thema sexualisierte Gewalt im Bistum Mainz Chefsache ist", hieß es weiter. In seinen bisherigen Gesprächen mit Betroffenen sei deutlich geworden, dass deren Perspektive nicht nur Voraussetzung, sondern "leitend" für die Aufarbeitung sein müsse. "Eine allein juristische Herangehensweise, wie sie auch im Bistum Mainz bisher vorherrschend war, wird es nicht mehr geben", so die Diözese. Im Umgang mit Betroffenen gehe es vor allem darum, dass diese Gehör fänden und ihr Leid anerkannt werde.

Beim Bistum seien bislang 54 Anträge auf Anerkennung erlittenen Leids gestellt worden und dafür insgesamt 288.000 Euro gezahlt worden. Der niedrigste Betrag liege bei 1.000 Euro, der höchste bei 13.000 Euro.

Betroffene sollen sich melden

Es zeige sich, dass bisher nicht jedes Missbrauchsopfer einen Antrag gestellt habe. Es gehe deshalb darum, Betroffene oder Menschen, die Kenntnis von Missbrauch hätten, zu ermutigen, sich zu melden. Das Bistum plant nach eigenen Angaben auch die Entwicklung "neuer Gesprächsformate" wie zum Beispiel ein Hearing.

Überdies werde es bei der konkreten Aufarbeitung "auch um Formen der Dokumentation" gehen. "Eine glaubwürdige Aufarbeitung kann jedoch nicht allein unter Federführung des Bistums geschehen, um das es geht. Insofern wird das Bistum diesen Weg mit Fachleuten von außerhalb angehen", hieß es.

(KNA)

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