Richterhammer
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06.03.2019

Bischof Wilmer für internationale Standards bei Missbrauchs-Aufarbeitung "Klare Veränderungen und externe Gerichte"

Er möchte eine eindeutige Handhabe: Die Aufarbeitung des Missbrauchs-Skandals in der katholischen Kirche muss nach Ansicht des Hildesheimer Bischofs Heiner Wilmer international nach strengen und einheitlichen Maßstäben erfolgen.

"Wir brauchen klare Veränderungen, externe Gerichte", sagte Wilmer der "Braunschweiger Zeitung" (Mittwoch).

"Wir brauchen eine gleichartige Herangehensweise", sagte der Bischof. Das Problem der katholischen Kirche sei, dass es zum Teil unterschiedliche Gesetze in Polen, den USA, im Kongo oder auf den Philippinen gebe. "Wir brauchen mit Blick auf den Missbrauchs-Skandal weltweit eine eindeutige Handhabe", betonte Wilmer, der seit September das katholische Bistum leitet.

Wilmer hält Zölibat für "spannende Lebensform"

"Wir müssen in der Kirche unsere Vorstellungen über sexuelle Moral neu formulieren", fügte Wilmer hinzu. Er selbst glaube zwar nicht, dass es einen direkten Zusammenhang zwischen Zölibat und sexualisierter Gewalt gebe. Er halte den Zölibat "für eine spannende Lebensform", sagte der Bischof: "Er ist unorthodox, gegen den Mainstream. Es ist aber gut, dass wir darüber reden, ob er freigestellt werden kann."

Offensichtlich habe die Kirche durch den Zölibat sexuell unreife Männer angezogen. Das verlange zwar nicht die Abschaffung, aber: "Wir müssen die Aufnahmekriterien zum Priesteramt verschärfen, die Ausbildung reformieren."

Wilmer sprach sich zudem dafür aus, dass sich die katholische Kirche Frauen öffne. "Im Bistum Hildesheim sind wir bereits dabei," betonte er. Erstmals in der 1.200-jährigen Bistumsgeschichte sei jetzt eine Frau die persönliche Referentin des Bischofs. Er strebe an, weitere Spitzenpositionen mit Frauen zu besetzen, kündigte Wilmer an. Ob Frauen auch als Priesterinnen tätig sein sollten, ließ Wilmer offen.

(epd)

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