Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg
Hauptstadtflughafen Berlin Brandenburg
Symbolbild Flughafenseelsorge
Symbolbild Flughafenseelsorge

29.10.2020

Flughafenseelsorge für BER in den Startlöchern "Jeder kann kommen"

Im neuen Hauptstadtflughafen laufen die letzten Vorbereitungen für den Start am Samstag. Mit dabei ist auch die Flughafenseelsorge, die sich wegen Corona zunächst auf ruhigere Bedingungen einstellt.

DOMRADIO.DE: Für Sie ist das keine neue Aufgabe. Sie wechseln nur den Standort?

Pfarrerin Sabine Röhm (Evangelische Flughafenseelsorge am BER): So sieht es aus. Ich bin seit anderthalb Jahren Flughafenseelsorgerin, und von daher war ich in Tegel und in "Schönefeld alt", dem jetzigen Terminal 5, unterwegs.

DOMRADIO.DE: Stellen Sie sich auf ruhige Zeiten ein?

Röhm: Es ist tatsächlich ein schlechter Zeitpunkt. Es ist traurig, dass der Flughafen ausgerechnet jetzt eröffnet wird, wo Corona so zuschlägt und uns allen so zu schaffen macht. Wir hatten tatsächlich beim Lockdown sehr ruhige Zeiten. Es war menschenleer und geisterhaft still auf den Flughäfen.

Aber trotzdem war es uns als Flughafenseelsorger ein großes Anliegen, dem Flughafen und auch den Mitarbeitenden zu signalisieren, dass wir trotzdem da sind, dass wir präsent sind. Wir sind sind trotzdem auf den Flughäfen gelaufen und waren dort vor Ort. Interessanterweise haben sich auch sehr intensive Gespräche mit den Mitarbeitenden vor Ort ergeben, die natürlich auch Sorgen hatten, wie es weitergeht. Das konnte dann auch länger dauern, weil eben nicht so viel los war.

DOMRADIO.DE: Ich war schon viel unterwegs, aber ich habe noch nie die Flughafenseelsorge in Anspruch genommen, bin ich ganz ehrlich. Aber könnten Sie mir denn weiterhelfen, auch zu Belangen, die nicht unbedingt mit Kirche zu tun haben? Wenn ich zum Beispiel meinen Reisepass vergessen habe?

Röhm: Da sind wir auf jeden Fall ansprechbar. Manchmal können wir gar nicht so unbedingt weiterhelfen. Wir arbeiten zum Beispiel auch sehr gut mit dem Sozialdienst zusammen, der an der Stelle viel helfen kann, wenn Menschen gestrandet sind. Aber ja, wir sind ansprechbar. Und wenn wir nur einen anderen Ansprechpartner für das Anliegen finden. Wir können praktisch durch den Flughafen lotsen und ein bisschen Orientierung in dem Fall schenken.

DOMRADIO.DE: Was sind sonst Ihre Anliegen oder die Anliegen der Passagiere, wenn sich jemand an Sie wendet?

Röhm: Das ist ganz unterschiedlich. Der Flughafen ist voller Menschen und für viele Menschen ist es eine Ausnahmesituation, zu fliegen. Meistens geht es in den Urlaub und da ist die ganze Bandbreite von Gefühlen vor Ort zu sehen - von himmelhoch jauchzend bis zu Tode betrübt. Menschen, die sich verabschieden und Trennungsschmerz verspüren, andere, die ankommen und Wiedersehensfreude haben. So sind die Anliegen ganz unterschiedlich.

Es gibt Leute, die Flugangst haben und zu uns kommen oder tatsächlich den Reisepass verloren haben. Das kommt tatsächlich vor. Oder aber die Menschen sind traurig, weil sie jemanden verloren haben, Trauer verspüren oder sich getrennt haben, Liebeskummer haben. Es ist ganz unterschiedlich.

DOMRADIO.DE: Kommt Flughafenpersonal auch schon mal zu Ihnen?

Röhm: Auf jeden Fall. Das finde ich ganz schön. Wir gehören ein bisschen zur Flughafenfamilie dazu. So empfinde ich das jedenfalls, und das freut mich sehr. Es ist ein sehr, sehr nettes Miteinander. Und ja, wir sind in gewisser Weise auch Betriebsseelsorge. Wir laufen über die Flughäfen, haben lila Westen an, auf denen hinten drauf steht, dass wir Flughafenseelsorge machen und sind dann auch mit Mitarbeitenden durchaus im Gespräch. Die kennen uns auch schon. Wir kennen sie, können manchmal anknüpfen, wissen Bescheid, was sie gerade erleben oder durchmachen, ob sie Kummer, Sorgen haben oder vielleicht auch Freude. Es gibt auch viele schöne Dinge, die uns dann berichtet werden. Das ist sehr, sehr angenehm. Eine schöne Aufgabe.

DOMRADIO.DE: Sie sind ökumenisch unterwegs und Religion spielt vermutlich überhaupt gar keine Rolle, oder?

Röhm: Wir sind ökumenisch und wir sind christlich. Wir haben auch ein Kreuz hinten auf der Weste drauf. Wir sind christlich, zeigen das auch und leben das auch. Wir sind schon gläubig, sag ich mal. Aber es spielt überhaupt keine Rolle, wer zu uns kommt. Jeder kann kommen, er braucht keine Bedingungen erfüllen, ganz unabhängig von Weltanschauung oder Religionen. Darauf legen wir auch Wert, dass wir wirklich für jeden da sind, der unsere Hilfe benötigt und der sie auch wünscht.

DOMRADIO.DE: An den Flughäfen Schönefeld und Tegel waren Sie ein bisschen versteckt. Wo findet man Sie jetzt?

Röhm: Jetzt sind wir sehr prominent zu finden, wenn Sie in das Terminal 1 hineinkommen und nach oben laufen. Sie sehen einen roten fliegenden Teppich, Kunst am Bau nennt sich das. Dann hinter Starbucks finden Sie den Raum der Stille und die Kapelle und ein Stückchen weiter nach links, Richtung Süden, haben wir auch einen Schalter zur Verfügung gestellt bekommen. Da sind wir zu finden, zusammen mit dem Sozialdienst.

Das Interview führte Tobias Fricke.

(DR)

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