Urlauber spazieren durch die Altstadt von St. Wolfgang am Wolfgangsee
Urlauber spazieren durch die Altstadt von St. Wolfgang am Wolfgangsee

28.07.2020

Corona-Hotspot in Touristenregion am Wolfgangsee "Man bleibt auf Distanz"

Mitten in der Hochsaison hat sich St. Wolfgang am Wolfgangsee mit über 60 Infizierten zu einem Corona-Cluster entwickelt. Pater Joachim Hagel ist in der Region tätig und wirbt bei seinen Gemeindemitgliedern für die Einhaltung der Coronaregeln.

DOMRADIO.DE: Wie erleben die Leute denn momentan diese Situation, merkt man ihnen Besorgnis oder Nervosität an?

Pater Joachim Hagel (Pfarrprovisor Pfarrverband Salzkammergut): Wir haben jetzt hier in der Erzdiözese Salzburg ab Freitag wieder die Maskenpflicht im Gottesdienst eingeführt. Der Gesang ist eingeschränkt. Das haben die Menschen alles gut und gelassen mitgemacht. Und wir haben in St. Gilgen vier infizierte Fälle, in Strobl zwei. Gott sei Dank ist die Welle noch nicht nach Oberösterreich herüber geschwappt. Und wenn ich jetzt draußen aus meinem Fenster schaue auf den See, ist bei uns noch normales Tourismustreiben. Es ist leicht zurückgegangen, aber die meisten sind hier geblieben. Ist noch etwas entspannter, als das in St. Wolfgang der Fall ist.

DOMRADIO.DE: Wie sind Sie denn als Seelsorger gefragt? Müssen Sie dann auch so ein bisschen die Sorgen nehmen?

Pater Hagel: Im Moment haben wir lange Diskussionen. Im Mai waren schon die ersten Maßnahmen hier und die meisten hatten überhaupt kein Verständnis. Die sagten: "In der Kirche: das kann doch keinen von uns treffen." Und jetzt inzwischen, nachdem diese Fälle in St. Wolfgang bekannt sind, merken die Menschen doch, es könnte uns auch treffen. Hier merkt man zum ersten Mal, dass es wirklich ernst genommen wird. Vorher hat man das eigentlich nicht so richtig ernst genommen. Nach dem Motto: Das betrifft uns doch nicht, das betrifft immer nur die anderen. Und jetzt merkt man schon, dass die Leute Rücksicht nehmen und auch die Maske tragen. Auch jetzt, in St. Gilgen und Strobl, werden öffentliche Veranstaltungen abgesagt. Man bleibt einfach auf Distanz.

DOMRADIO.DE: Seelsorgerische Angebote sind jetzt nicht so einfach momentan. Aber was bieten Sie denn trotzdem an? Auch wenn Distanz sein muss?

Pater Hagel: Wir haben gesichert, dass in allen Kirchen Gottesdienste stattfinden können mit Mindestabstand von einem Meter. Wir haben zum Teil in den kleineren Kirchen die Gottesdienste nochmal verdoppelt, von eins auf zwei. Damit die Zahlen reduziert sind, damit die Kirchen nicht überfüllt sind, wir auch keine Menschen wegschicken müssen. Die Gottesdienste finden also normalweise statt, was eben nicht stattfinden kann sind Gruppenstunden. Also, die pfarrlichen Aktivitäten sind einfach runtergefahren, weil eben solche Treffen im Moment nicht sein können.

DOMRADIO.DE: Der österreichische Gesundheitsminister Rudolf Anschober hat in einer Pressekonferenz zu weniger Nachlässigkeit bei den Regeln angemahnt. Bei Ihnen scheint das ja ganz gut bei den Leuten angekommen zu sein und auch umgesetzt zu werden. Beobachten Sie denn woanders Nachlässigkeit, was diese Regelbefolgung anbelangt?

Pater Hagel: Ja, es ist schon die Gefahr, dass Jugendliche abends gerade eben gerne Party machen. Und das war bei uns eben auch bis vor kurzem so: Sie haben eben nicht auf Distanz geachtet. Und das andere ist auch, dass wir dafür sorgen, dass auch im Gottesdienst jetzt eben nicht gesungen wird, weil da auch die Gefahr sehr groß ist; auch bei den Chorproben. Alle bleiben weg. Denn das ist sicherlich eine gefährliche Sache. Aber das hat auch lange gebraucht, bis sich das durchgesetzt hat, dass es wirklich gefährlich ist, nachdem es in einer Kirche hier dann doch zu hohen Infektionszahlen kam.

DOMRADIO.DE: Sie selber sind auch nicht wirklich besorgt?

Pater Hagel: Nein, im Moment, Gott sei Dank, noch nicht. Wenn man sie jetzt an die Regeln hält, dann können wir es auch relativ leicht in den Griff kriegen. Wir haben zur Zeit relativ wenige Fälle. Das ist zum Glück noch sehr überschaubar. Aber wenn die Zahlen steigen werden, werden auch hier nochmal die Maßnahmen verschärft werden.

(DR)

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