Blumen, Kerzen und Plüschtiere zum Gedenken an den achtjährigen Jungen
Blumen, Kerzen und Plüschtiere zum Gedenken an den achtjährigen Jungen
Trauerfeier in Frankfurt
Trauerfeier in Frankfurt

01.08.2019

Im Frankfurter Hauptbahnhof ist das Blumenmeer stark angewachsen Ein außergewöhnlicher Trauerort nach einer unfassbaren Tat

Auf rund 20 Quadratmetern erstreckt sich inzwischen das Blumenmeer an einem Bahnsteig im Frankfurter Hauptbahnhof. Das Entsetzen nach dem gewaltsamen Tod eines achtjährigen Jungen ist dort weiter spürbar.

Drei Tage nach der Tötung eines achtjährigen Jungen am Frankfurter Hauptbahnhof scheint am Ort des Geschehens die öffentliche Trauer immer weiter zuzunehmen. Das mit schwarz-gelbem Band abgesperrte Blumenmeer mit Dutzenden Teddys und mehr als 100 roten Friedhofskerzen ist inzwischen doppelt so groß wie am Dienstag. Es erstreckte sich am Donnerstag auf einer Länge von zehn Metern und einer Breite von zwei Metern vor Gleis 7 und Gleis 8.

40-jähriger Eritreer wurde als Tatverdächtiger festgenommen

Am Gleis 7 hatte am Montagvormittag gegen 9.50 Uhr ein Mann eine Mutter und deren achtjährigen Jungen vor einen einfahrenden ICE aufs Gleis gestoßen. Die 40-jährige Mutter konnte sich Polizeiangaben zufolge in letzter Sekunde retten, der Junge wurde von dem Zug erfasst und getötet. Ein 40-jähriger Eritreer wurde als Tatverdächtiger festgenommen.

"Warum hast Du ein unschuldiges Kind getötet", steht auf einem Kondolenz-Briefumschlag mit aufgedrucktem Kreuz. Jemand anderes hat eine kleine Bibel an einen Plüsch-Löwen gelegt. "Frankfurt trauert" steht mit weißer Schrift aufeiner roten Schleife in der Mitte des Trauerortes.

Trauer am Bahngleis

Der Leiter der ökumenisch geführten Bahnhofsmission, Carsten Baumann, ist aufgrund der Umstände der Tat "nicht überrascht von der großen Anteilnahme". In das Kondolenzbuch, das in der Bahnhofsmission ausliegt, hätten sich bereits Hunderte eingetragen, sagt Baumann. Schon beim Trauergedenken am Dienstagabend auf dem Bahnhofsvorplatz hätten die Menschen "in Schlangen angestanden", um etwas in das Kondolenzbuch schreiben zu können. Die Bahnhofsmission weist auch darauf hin, dass sie einen "Raum der Stille" hat, in dem auch künftig der Opfer der Gewalttat vom 29. Juli gedacht werden kann.

Wie lange die Möglichkeit besteht, direkt vor dem Gleis und dem Blumenmeer zu trauern, weiß die Bahn im Moment selbst nicht. "Wir sind tief schockiert von dem furchtbaren Geschehen", sagte eine Sprecherin auf Anfrage der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Es sei "uns als Bahn wichtig, einen Platz zum Gedenken, für Trauer und Anteilnahme anzubieten". Dafür sei "spürbar die Notwendigkeit da".

Ungeahnte Spendenbereitschaft

Wer sich diesem Ort inmitten all der hektischen Betriebsamkeit der Bahnhofshalle nähert, wird schon durch den Geruch der brennenden Kerzen in eine Grabesstimmung versetzt. Viele Menschen, die dort stehen, halten bewusst ein, zwei Meter Abstand, obwohl sie eigentlich bis zum Absperrband herantreten dürften. So unfassbar das Verbrechen ist - so außergewöhnlich ist dieser Ort der Trauer. Altgediente DB-Mitarbeiter können sich nicht erinnern, in den vergangenen 20 Jahren so etwas erlebt zu haben.

Die entsetzliche Tat ruft aber nicht nur Trauer hervor, sondern auch eine ungeahnte Spendenbereitschaft. Eine von einem Frankfurter Bürger gestartete Online-Spendenkampagne für die Mutter des getöteten Jungen übertrifft die Erwartungen des Initiators. "Eure grenzenlose und außergewöhnliche Hilfsbereitschaft sprengt jeden von mir erwarteten Rahmen!", schrieb der Spendeninitiator auf der Plattform GoFundMe, wo bis Donnerstagnachmittag insgesamt 1.290 Personen rund 30.000 Euro überwiesen hatten. Und die Spenden erhöhten sich im Minutentakt.

"Ich hatte beim Aufsetzen der Kampagne gehofft, zumindest 10.000 Euro für die Mutter zu erreichen", erklärte der Initiator des Spendenaufrufs. "Als Vater von drei Kindern ist die Vorstellung für mich grausam, ein Kind mutwillig vor meinen Augen zu verlieren. Niemand kann der trauernden Mutter ihr Kind zurückbringen, es ist die schwerste Prüfung ihres Lebens", betonte der Mann. Sein Ziel sei es, "zumindest die finanziellen Sorgen zu lindern". Der "Frankfurter Neuen Presse" am Donnerstag sagte er: "Ich habe es mit der Polizei abgesprochen. Erst wenn die Mutter eine Kontoverbindung mitteilt, wird das Geld überwiesen. So lange liegt es auf einem Sperrkonto bei der Organisation GoFundMe. Jeder Cent kommt bei der Familie an."

Norbert Demuth
(KNA)

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