Die Bundeswehr in Mali: Ein deutscher Blauhelmsoldat unterhält sich während einer Patrouille mit einem Kind
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Militärbischof Overbeck im Gespräch mit einem Soldaten
Militärbischof Franz-Josef Overbeck im Gespräch mit Militärdekan Weber

18.09.2018

Katholische Militärseelsorger vernetzen und bilden sich in Freiburg fort Wie geht Frieden in einer globalisierten Welt?

Derzeit tagen die katholischen Militärseelsorger. Militärbischof Overbeck sprach sich gegen eine innenpolitische Instrumentalisierung von Kriegsflüchtlingen aus. Theologe Schockenhoff sieht den Weltfrieden durch Atomwaffen bedroht.

Der katholische Militärbischof Franz-Josef Overbeck sieht hohe Hürden für den Einsatz von militärischer Gewalt. "Lediglich aus Gründen von Notwehr und Nothilfe kann Gegengewalt erlaubt und in manchen Fällen sogar geboten sein", sagte Overbeck bei der Jahresversammlung der katholischen Militärseelsorger am Dienstag in Freiburg.

Entschieden wandte er sich gegen eine innenpolitische Instrumentalisierung von Kriegsflüchtlingen. Europa habe eine moralische Pflicht zu helfen. "Man muss nur selbst einmal in Kriegsgebieten gewesen sein, um zu wissen, dass es Orte auf der Welt gibt, in denen Menschen nicht bleiben können."

Theologe: Atomare Gefahr für Weltfrieden massiv unterschätzt

Die katholischen Militärseelsorger der Bundesrepublik tagen noch bis Freitag in Freiburg. Das Vernetzungs- und Fortbildungstreffen mit rund 200 Teilnehmern steht unter dem Leitwort "Frieden in einer globalisierten Welt". Bundesweit sind rund 80 hauptamtliche katholische Militärseelsorger aktiv.

Im Hauptvortrag der Tagung beschrieb der Theologe Eberhard Schockenhoff die Verbreitung von Atomwaffen als große Bedrohung des Weltfriedens. "Die reale Bedrohung durch Nuklearwaffen wird massiv unterschätzt und daher öffentlich kaum diskutiert." Die Hoffnung auf ein "Zeitalter der weltweiten Denuklearisierung" habe sich nicht erfüllt. Dies müsse offen thematisiert werden. Friedenspolitik müsse heute in der "Kunst des Möglichen" bestehen und trotz Rückschlägen auf dem Weg der kleinen Schritte vorangehen.

Problem der Denuklearisierung

Zugleich verwies Schockenhoff auf ein grundsätzliches Problem der Denuklearisierung: "Selbst wenn alle der heute vorhandenen rund 15.000 atomaren Sprengköpfe einzeln verschrottet würden, bliebe das Wissen um die technologischen Fähigkeiten zurück, in Zeiten wachsender Spannungen in kürzester Zeit erneut derartige Waffen herstellen zu können." Experten gingen von einer Produktionszeit von nur zwei Wochen aus.

Das langjährige Ethikratsmitglied sprach sich auch gegen autonome Waffensysteme aus. Algorithmen oder Computer dürften niemals einen Menschen töten, so Schockenhoff. Diese Entscheidung könnten im Kriegsfall nur Menschen treffen, "die ihr Handeln nach ethischen und völkerrechtlichen Maßstäben rechtfertigen müssen und dafür zur Verantwortung gezogen werden können". Dennoch arbeiteten heute zahlreiche Staaten an solchen Waffensystemen. Was derzeit noch Planspiel oder Science-Fiction sei, so der Theologe, könne schon bald Realität werden.

(KNA)

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