Notfallübung in einem Berliner Krankenhaus
Notfallübung in einem Berliner Krankenhaus

23.03.2017

Rettungskräfte und Mediziner diskutieren Vorgehen bei Terror Helfer als bevorzugte Ziele

​Nach dem Terror der vergangenen Monate ist auch Ärzten und Rettungskräften in Deutschland mehr und mehr bewusst geworden, dass sie für solche Katastrophen gewappnet sein müssen. Es geht um Ausbildung, Ausrüstung und Notfallpläne.

Nicht erst seit dem Terroranschlag in London debattieren deutsche Rettungsdienste und Helfer über den Umgang mit Notlagen. Am Donnerstag schlug nun der Marburger Bund Alarm: Die medizinische Vorbereitung auf Terrorattacken sei unzureichend, sagte der zweite Präsident des Ärzteverbands, Andreas Botzlar, der "Welt". Aufgrund der hohen Auslastung von Notfallaufnahmen gebe es keine Möglichkeit, Katastrophenpläne regelmäßig zu üben. Zudem drohe bei einer Großlage ein Patientenstau.

Bereits nach dem Anschlag auf einen Berliner Weihnachtsmarkt im Dezember hatte der Malteser Hilfsdienst auf Reformbedarf hingewiesen. "Wir müssen auf solche Ereignisse vorbereitet sein, schon allein, um unsere Helfer körperlich, aber auch mental zu schützen", sagte der Bereichsleiter Notfallvorsorge, Benedikt Liefländer, der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Ist Spezialausrüstung nötig?

Diskutiert wird etwa die Frage, ob Rettungswagen eine Spezialausrüstung für Terrorsituationen brauchen. Die meisten Bundesländer meinen Nein. "Von seiten der Landesregierung Nordrhein Westfalen gibt es derzeit keine Empfehlungen zum Mitführen spezieller Ausrüstungsgegenstände zur Versorgung von Opfern von Terroranschlägen", hieß es im Oktober in Düsseldorf. Schließlich gehe es um die Versorgung von Verletzungen, wie sie auch nach Unfällen oder Unglücken in Industrieanlagen auftreten könnten.

Dagegen hatte Berlin seine Rettungswagen schon 2013 mit speziellen blutstillenden Medikamenten nachgerüstet. Baden-Württemberg feilt an einem erweiterten Ausrüstungskonzept. Das bayerische Innenministerium empfiehlt den Rettungsdiensten neuerdings Ausrüstungsgegenstände für Sprengstoffanschläge und Schussverletzungen.

Psychologische Vorbereitung

Die Malteser betonen, bislang sei der Rettungsdienst vor allem mit Herzinfarkten oder Schlaganfällen beschäftigt. Bei Terrorangriffen träten aber gehäuft Schussverletzungen, Splitterwunden oder großflächige Weichteilverletzungen mit großem Blutverlust auf, bis hin zum Verlust von Gliedmaßen, so Liefländer. "Darauf muss man psychologisch vorbereitet sein, aber auch mit Verbandsmaterial und medizinischem Gerät." Laut Marburger Bund haben Ärzte mit solchen Verletzungen eher wenig Erfahrung.

Mehrere medizinische Fachgesellschaften haben zuletzt Konferenzen und Fortbildungen veranstaltet, um etwa Chirurgen und Krankenhäuser für die medizinische Versorgung von Terroropfern zu sensibilisieren. In einer Handreichung betont die Deutsche Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) die Bedeutung sogenannter Tourniquets, die ursprünglich in der Militärmedizin entwickelt wurden, aber zunehmend auch im zivilen Rettungsdienst Verwendung fänden. Mit ihnen lassen sich stark blutende Gliedmaßen abbinden, wenn ein Kompressionsverband nicht ausreicht oder nicht praktikabel ist. Die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie forderte jetzt in der "Welt" eine flächendeckende Anschaffung von Torniquets.

"Maximaler Schrecken"

Auch das Verhalten der Helfer in Terrorsituationen muss geschult werden: Opfer könnten laut Rettungsdienst-Experte Liefländer verbluten, "weil die medizinische Hilfe erst dann einsetzt, wenn die Täter ausgeschaltet sind. Wenn man das verhindern will, muss gegebenenfalls die medizinische Hilfe früher einsetzen, also noch während die Täter bekämpft werden." Dabei müssten sich die Helfer aber klarmachen, dass sie selber bevorzugte Ziele sein könnten: "Schließlich zielen Terroristen heutzutage darauf, maximalen Schrecken zu verbreiten und dementsprechend Schaden anzurichten."

Die Politik reagiert indes mit Unverständnis auf die Vorstöße. Der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, verwies in der "Welt" auf die hohen medizinischen Standards in Deutschland. "Ärzte sind gut ausgestattet und ausreichend vorhanden, zudem haben wir viele Spezialzentren." Chirurgen könnten die meisten Verletzungen auch dann behandeln, wenn sie nicht täglich damit konfrontiert seien. Die gesundheitspolitische Sprecherin der Linke-Fraktion, Kathrin Vogler, warf den Ärzten Panikmache vor: "Hier will eine Berufsgruppe ihr Süppchen auf einer gesellschaftlichen Stimmungslage kochen."

Christoph Arens und Paula Konersmann
(KNA)

Übertragungen in der Karwoche und Osterzeit

Von der Karwoche bis in die Osterzeit: Eine Übersicht unserer Live-Übertragungen.

Mit Schwester Katharina durch die Fastenzeit

Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen durch die Fastenzeit.

Das neue Bischofsquartett

Endlich: Die aktualisierte neue Auflage des Bestsellers ist da! Ab sofort ist das neue Bischofsquartett bestellbar.

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Glockenkarte Kölner Dom

Verschicken Sie pünktlich zum Osterfest eine ganz besondere Grußkarte mit dem Geläut des Kölner Doms!

Team der Woche

Sie sind ein tolles Team? Sie tun etwas für andere Menschen? Dann werden Sie unser Team der Woche!

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 21.04.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

  • Das leere Grab in der Kunst
  • Pessach und Ostern
  • Das leere Grab neutestamentliche Sichtweise
  • Fromme Pflanzen - Auferstehungspflanze
07:20 - 07:20 Uhr

WunderBar

07:50 - 07:55 Uhr

Wort des Bischofs

09:40 - 09:45 Uhr

Kirche2Go

11:00 - 18:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

11:00 - 18:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

12:40 - 12:45 Uhr

WunderBar

16:00 - 17:00 Uhr

DOMRADIO Kopfhörer

17:50 - 17:55 Uhr

Wort des Bischofs

11:00 - 18:00 Uhr

DOMRADIO Der Sonntag

18:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Menschen

19:00 - 20:00 Uhr

DOMRADIO Kopfhörer

20:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Musica

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff