Telefonseelsorge
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20.11.2015

Drei Fragen an die katholische Telefonseelsorge "Paris ist natürlich Thema"

Die Bedrohung durch den islamistischen Terror beschäftigt in diesen Tagen wohl alle Menschen. Wie wirkt sich das auf die Anrufe bei der Telefonseelsorge aus? Drei Fragen an Annelie Bracke von der kath. Telefonseelsorge in Köln.

domradio.de: Sind die Anschläge von Paris und die aktuelle Bedrohungssituation Themen für die Anrufer?

Annelie Bracke (Leiterin der katholischen Seelsorge in Köln): Ja, vor allen Dingen direkt nach den Anschlägen waren das verstärkt die Themen. Da stehen weniger konkrete Sorgen und Ängst im Vordergrund als vielmehr so diffuse Stimmungen. Die Menschen fühlen sich diffus bedroht, nicht mehr so sicher in ihrem Land, in ihrer eigenen persönlichen Welt. Es können aber durchaus auch sehr konkrete Sorgen sein. Z.B. wenn jemand regelmäßig in den Kölner Dom zum Beten geht und sich dort momentan relativ unsicher fühlt. Positiv besetzte Orte, an denen man sich bislang absolut sicher fühlte, erscheinen nun unsicherer. Es gibt auch Anrufer, die sich durch die aktuelle Situation erinnert fühlen an eigene frühere Erlebnisse zu Kriegszeiten.

domradio.de: Wie gehen Ihre Mitarbeiter damit um?

Bracke: Die Anrufer erwarten keine konkreten Antworten, da geht es vor allem darum, mit jemandem zu sprechen und seine Gefühle und Befindlichkeiten auszudrücken. Das erleben wir alle im Moment, dass Nähe, Zusammenhalt und Gespräche im Moment auch beruhigen. Es ist ja eine diffuse Angst, die sich durch die Ritzen schleicht und auch in Bereiche des Alltags eindringt. Wir brauchen da den Austausch um uns wieder zu erden und beruhigen zu können.

domradio.de: Sind psychisch labilen Menschen durch die aktuelle Situation besonders betroffen?

Bracke: Die Sorgen um das aktuelle Geschehen in der Welt sind immer verwoben mit der persönlichen Situation. Und im Laufe des Gesprächs tritt diese dann meist wieder in der Vordergrund. Jemandem der gut im Leben steht, wird durch Wirren und Unwägbarkeiten in Politik und Gesellschaft nicht so schnell der Boden unter den Füßen weggezogen.

Das Interview führte Verena Tröster.

(DR)

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