Überflutete Insel
Weltrisikobericht: Tropische Inselstaaten besonders gefährdet
CO2-Ausstoß über Industrieschornsteine
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15.09.2021

Weltrisikobericht dringt auf weltweite Kooperation zur Vorsorge Tropische Inselstaaten besonders durch Naturkatastrophen bedroht

Die Gefahren, die von Überschwemmungen, Dürren und Erdbeben ausgehen, sind auf der Welt ungleich verteilt. Doch ein aktueller Bericht zeigt auf, dass Staaten auch etwas dafür tun können, die Folgen abzumildern.

Gefühlt verging in diesem Sommer kaum ein Tag ohne Nachrichten über Waldbrände oder Überflutungen in irgendeinem Teil der Welt. Auch Deutschland wurde bekanntermaßen schwer von einer Flutkatastrophe getroffen - für nicht wenige ein Beleg dafür, dass extreme Wetterereignisse in Mitteleuropa wegen der Klimakrise ebenfalls häufiger auftreten. Im Vergleich zu vielen anderen Staaten steht Deutschland auf dem am Mittwoch in Berlin von Forschenden und Hilfsorganisationen veröffentlichten aktuellen sogenannten Weltrisikoindex aber weiterhin gut da.

Unter 181 Staaten, die nach Angaben der Autoren 99 Prozent der Weltbevölkerung abdecken, liegt die Bundesrepublik mit einem sehr geringen Katastrophenrisiko auf Rang 161, nach Rang 162 im Vorjahr.
Das dürfte vor allem damit zusammenhängen, dass für den Index neben der reinen Gefahr durch Naturkatastrophen auch die gesellschaftliche Verwundbarkeit einbezogen wird. Dabei schneiden wirtschaftlich starke Länder in der Regel besser ab als arme Staaten. Das geringste Risiko weist der Index wie im Vorjahr mit Abstand für Katar aus.

Größtes Risiko für tropische Inseln

Seit 2018 berechnet das Institut für Friedenssicherungsrecht und Humanitäres Völkerrecht der Ruhr-Universität Bochum den Index.
Einbezogen werden Risiken durch Erdbeben, Wirbelstürme, Dürren, Überschwemmungen und den Meeresspiegelanstieg. Gemeinsam mit dem Bündnis Entwicklung hilft, dem viele Entwicklungs- und Hilfsorganisationen wie Brot für die Welt, Misereor und Oxfam angehören, veröffentlicht das Institut die Rangliste jährlich im Weltrisikobericht.

Mit dem höchsten Katastrophenrisiko stehen wie in den Vorjahren tropische Inselstaaten wie Vanuatu, die Salomonen oder Tonga an der Spitze des Index. Unter den 15 am meisten bedrohten Ländern finden sich 10 Inselstaaten. "Die Folgen des Klimawandels sind für Inselstaaten enorm bedrohlich", sagt die wissenschaftliche Leiterin des Berichts, Katrin Radtke. Neben zunehmenden Wetterextremen treibe der Anstieg des Meeresspiegels ihr Risiko nach oben. Insgesamt seien die Regionen Ozeanien, Südostasien, Mittelamerika sowie West- und Zentralafrika besonders gefährdet.

Welche Maßnahmen helfen?

Dass Länder nicht unbedingt tatenlos zusehen müssen, wie die Katastrophen über sie hereinbrechen, hält der Bericht ebenfalls fest.
Staaten wie Mauritius oder Trinidad und Tobago träten einer hohen Gefährdung aufgrund ihrer geografischen Lage gesellschaftlich entgegen und senkten so ihr Risiko deutlich. Sie zeigten, dass "die fatale Verkettung" von Katastrophenrisiken und gesellschaftlicher Verwundbarkeit durch gezielte Schritte auf lokaler, regionaler und globaler Ebene durchbrochen werden könne. Dazu seien langfristige Entwicklungszusammenarbeit und weltweite Kooperation nötig.

Einen Schwerpunkt legt der diesjährige Weltrisikobericht auf das Thema "soziale Sicherung". Die Corona-Pandemie, Waldbrände und Überflutungen hätten zuletzt deutlich gemacht, wie elementar eine soziale Absicherung gegen existenzielle Risiken sei. "Wie wichtig Absicherungen sind, wird uns oft erst dann bewusst, wenn bei Krisen dramatische Folgen drohen", sagt der Geschäftsführer des Bündnisses Entwicklung Hilft, Peter Mucke.

Bisher habe jedoch nur eine Minderheit der Weltbevölkerung Zugang zu sozialen Sicherungssystemen, besonders in Westafrika zeigten sich große Defizite. "Das muss sich dringend ändern", fordert Mucke.
Soziale Sicherungssysteme würden helfen, die Folgen von extremen Naturereignissen abzumildern und Gesellschaften krisenfester zu machen. Neben formellen, oftmals staatlichen, Systemen leisteten informelle Absicherungen einen wichtigen Beitrag. Von der Kranken- und Unfallversicherung bis zur Nachbarschaftshilfe gebe es vielfältige Möglichkeiten.

Alexander Riedel
(KNA)

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