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US-Klimagipfel endet: Verhaltenes Lob und Kritik - von Experten

23.04.2021

US-Klimagipfel endet Verhaltenes Lob und Kritik

​Klimaexperten werten den am Freitag endenden US-Klimagipfel vorsichtig positiv, üben jedoch auch Kritik. Am ersten Tag des Gipfels hatte Papst Franziskus betont, die Natur sei ein "Geschenk", auf das die Menschheit Acht geben müsse.

"Ich denke, das ist sehr viel mehr als Symbolpolitik. Vor allem, weil sich die Vereinigten Staaten, China und Europa als die wichtigsten Spieler herausgestellt haben", sagte der Klimaforscher und Präsident des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Ottmar Edenhofer, dem Bayerischen Rundfunk (Freitag).

Die Umwelt- und Entwicklungsorganisation Germanwatch zeigte sich "überwiegend ernüchtert". Die Zusagen zur internationalen Klimafinanzierung reichten bei weitem nicht aus, sagte David Ryfisch, bei Germanwatch zuständig für internationale Klimapolitik. "Die Industrieländer lassen die armen Länder des Globalen Südens bei der Bewältigung der durch die Corona-Pandemie noch verstärkten Krisen weitgehend allein." Zwar hätten die USA eine Verdopplung ihrer Finanzhilfen für Klimaschutz und -anpassung in den Ländern des Südens bis 2024 angekündigt - das reiche jedoch nicht, um die US-Beiträge wettzumachen, die in den vier Jahren unter Trump ausgeblieben seien.

Zusagen aus den USA

US-Präsident Biden hatte bei der Online-Konferenz mit 40 Staats- und Regierungschefs ein schnelles Handeln gefordert. "Die Zeichen sind unübersehbar", so Biden. Alle Nationen stünden in der Verantwortung. Er kündigte an, sein Land werde den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2030 um 50 bis 52 Prozent im Vergleich zu 2005 verringern. Bis 2050 soll die US-Wirtschaft klimaneutral sein. Damit erfüllen die USA eine Vorgabe des Pariser Klimavertrags, dem Biden am Donnerstag wieder beigetreten war. Es sieht vor, die Erderwärmung auf unter 2 Grad, möglichst auf 1,5 Grad zu begrenzen.

Auch andere Staaten machten Zusagen. So kündigte etwa China an, den Kohleverbrauch ab 2025 zu verringern. Russlands Präsident Wladimir Putin sagte, sein Land sei bereit zu gemeinsamen Klimaprojekten. Südkorea stellte eine Reduzierung der Treibhausgasemissionen in Aussicht, um bis 2050 das Ziel der CO2-Neutralität zu erreichen. Brasilien willigte ein, die illegale Abholzung bis 2030 zu beenden und die Emissionen um 50 Prozent zu senken. Bereits zuvor hatte die EU sich auf ein Klimagesetz geeinigt, wonach Europa bis 2050 treibhausgasneutral sein soll. Bis 2030 sollen die CO2-Emissionen um 55 Prozent statt wie bisher vorgesehen 40 Prozent gegenüber 1990 sinken.

Kritik von Misereor

Das alles sei für die Einhaltung des 1,5 Grad-Limits nicht ausreichend, sagte die Misereor-Klimareferentin Kathrin Schroeder der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). "Die Europäische Union müsste sich vornehmen, bis 2030 mindestens 65 Prozent weniger Treibhausgase auszustoßen." Mit dem im Klimagesetz vereinbarten "schwachen Netto-Ziel" habe sie sich bei dem Gipfel "eher blamiert".

Edenhofer bemängelte zudem, außer Europa habe sich keine der drei Regionalmächte zur Einführung einer substanziellen CO2-Bepreisung bereit erklärt. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen habe dazu eine bemerkenswerte Ankündigung gemacht. Demnach werde es in Europa künftig einen zweiten Emissionshandel für die Sektoren Verkehr, Gebäude und Wärme geben.

Mahnende Worte von Papst Franziskus

Am ersten Tag des Gipfels hatte sich auch Papst Franziskus zu Wort gemeldet. In einer Videobotschaft lobte er die Initiative als wichtigen Schritt vor der Weltklimakonferenz im November in Glasgow. Die Natur sei ein "Geschenk", auf das die Menschheit Acht geben müsse.

Inga Kilian
(KNA)

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