Fairer Handel
Fairer Handel
Dieter Overath
Dieter Overath

07.05.2020

Fairer Handel knackt erstmals Umsatz-Marke von zwei Milliarden Euro "Derzeit wichtiger denn je"

Der faire Handel hat im vergangenen Jahr in Deutschland erstmals die Marke von zwei Milliarden Euro Umsatz geknackt. Besonders der Verkauf von fairgehandelten Bananen sorgte für die positiven Zahlen.

Das entspreche einem Wachstum von 26 Prozent gegenüber dem Vorjahr, teilte der gemeinnützige Verein TransFair am Donnerstag in Köln mit. Der faire Handel sei derzeit für die Landwirte in den Ländern des globalen Südens wegen der Corona-Krise wichtiger denn je, betonte der TransFair-Vorstandsvorsitzende Dieter Overath. Denn für die dortigen Produzenten habe die Virus-Pandemie ungleich härtere Folgen.

Die Kunden hätten im vergangenen Jahr 2,04 Milliarden Euro für fair gehandelte Waren ausgegeben, sagte Overath. Im Durchschnitt kaufte jeder Verbraucher Fairtrade-Produkte im Wert von 25 Euro.

Die Produkte

Wachstumstreiber war vor allem der um 41 Prozent gestiegene Absatz von fair gehandelten Bananen auf 130.000 Tonnen, die damit einen Marktanteil von 20 Prozent erreichten. Ausschlaggebend hierfür sei die Aufnahme fair gehandelter Bananen ohne Bio-Siegel in das Sortiment des Discounters Lidl gewesen, sagte Overath. Auch Kaffee, das wichtigste Fairtrade-Produkt, konnte um zwölf Prozent zulegen und kommt nun mit 23.000 Tonnen auf einen Marktanteil von fünf Prozent.

Der Verkauf von Kakao kletterte um 45 Prozent auf 79.000 Tonnen. Grund sei, dass in immer mehr Schokoladenwaren Fairtrade-Kakao stecke, erklärte Overath. Bei Rosen verzeichnete TransFair ein Plus von 19 Prozent. Mit rund einer halben Milliarde verkaufter Stiele liegt der Marktanteil nun bei 30 Prozent. Wegen des heißen Sommers sei weniger Tee getrunken worden, so dass hier der Absatz um sechs Prozent sank, sagte Overath. Dafür legte Honig um zwölf Prozent auf 1500 Tonnen zu.

Plastikfrei und fair

Der Absatz von Reis profitierte von der Aufnahme von FairTrade Reisprodukten in das Sortiment der Drogeriekette dm. Er stieg um 40 Prozent auf 1.170 Tonnen. Auch der Verkauf von Berufskleidung und Taschen aus Faitrade-Baumwolle legte um 59 Prozent auf 22,2 Millionen Stück zu.

Dies sei unter anderem durch das Plastiktütenverbot begünstigt worden, sagte Overath. Der 1992 gegründete gemeinnützige Verein TransFair setzt sich für fairen Handel in den Anbauländern ein und ist die nationale Fairtrade-Organisation für Deutschland.

(epd)

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