50 Jahre World Earth Day
50 Jahre World Earth Day
Fridays for Future: Aufschrift auf einer Tasche
Fridays for Future: Aufschrift auf einer Tasche

22.04.2020

50 Jahre World Earth Day Die Mutter von Fridays for Future

Am 22. April 1970 wurde in den USA der erste Earth Day begangen. Heutzutage gibt es den Aktionstag weltweit in mehr als 190 Ländern und sein Anliegen - der Schutz der Umwelt - ist immer noch aktuell.

Klimaschutz und das Bewusstsein für die Fragilität der Umwelt sind in Politik und Gesellschaft so präsent wie lange nicht. Protestbewegungen wie Fridays for Future haben im vergangenen Jahr das Thema Klima in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt und Politiker zum Handeln aufgerufen. Der Erhalt der Erde beschäftigt Menschen allerdings schon jahrzehntelang und seither demonstrieren Menschen gegen die Verschmutzung der Umwelt. Eine Form dieses Protestes ist der World Earth Day, der jährlich am 22. April begangen wird.

Seinen Ursprung nahm dieser Aktionstag 1970 mit ein paar Menschen in den USA, darunter viele Studierende, die gegen die Umweltverschmutzung protestierten und dem damaligen Senator von Wisconsin, Gaylord Nelson, der einen ersten nationalen Umweltaktionstag ins Leben rief. An diesem ersten von Nelson initiierten Earth Day am 22. April 1970 beteiligten sich über 20 Millionen Menschen, vor allem an Universitäten und Schulen. Nach diesem großen Erfolg gründeten sich in den ganzen Vereinigten Staaten lokale Earth Day-Gruppen.

Aktionstag in über 190 Ländern

Jahrelang gab es keine zentrale Bewegung, erst später gründeten einzelne Lokal-Gruppen eine überregionale Gesellschaft mit Sitz in Washington. Erst in den 1990er-Jahren entstanden einzelne Earth Day-Gruppen in anderen Ländern. Heute wird der Aktionstag in mehr als 190 Ländern weltweit begangen, mit dem Ziel, die Wertschätzung für die Umwelt zu stärken und den Umgang mit ihr zu überdenken. 1994 kam die Earth Day-Bewegung dann auch nach Deutschland; koordiniert wird der Aktionstag seitdem von dem in gleichen Jahr gegründeten Earth Day International Deutschen Komitee mit Sitz in Frankfurt.

Die einzelnen Earth Day-Gruppen seien jedoch selbstständig, wie der Präsident des Deutschen Komitees, Thomas Dannenmann, im Gespräch der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA) erklärt. "Wir sind eine Plattform." Der Earth Day selbst werde bundesweit unabhängig mit einzelnen Veranstaltungen zum Beispiel in Schulen, Universitäten, Betrieben, Verbänden und Kirchen begangen. Während im vergangenen Jahr Deutschland weit das Thema Artensterben am Earth Day im Vordergrund gestanden habe, widme sich der Aktionstag in diesem Jahr der Natur in Städten, so Dannenmann weiter. "StadtNatur - vernetzt, klimaaktiv, lebenswert - lasst die Städte blühen" ist das Motto des Earth Days 2020 in Deutschland.

Wilde Natur zurück in die Städte

Hintergrund des diesjährigen bundesweiten Mottos sei beispielsweise das Insektensterben, so Dannenmann weiter. Ziel des Earth Days sei es wieder mehr Natur, vor allem wilde Natur, in die Städte zu bringen und damit Lebensräume für Insekten wie beispielsweise Bienen zu schaffen. In den USA hingegen lautet das diesjährige Motto für Mittwoch schlicht "Climate action" also "Klimaschutz".

Öffentliche Veranstaltungen finden wegen der Corona-Pandemie in diesem Jahr keine statt; einige der angekündigten Events wurden auf die Aktionswoche Earth Week im September verschoben. Die deutsche Earth Day-Gruppe ruft stattdessen auf ihrer Website dazu auf, an jenem Tag beispielsweise Blumenwiesen zu säen oder Naturbilder zu machen und sie auf der Facebook-Seite der Gruppe zu teilen.

Wie wichtig es auch fünfzig Jahre nach Initiierung des Earth Days noch ist, sich für eine sauberere Umwelt einzusetzen, zeigen  beispielsweise Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), wonach rund 600.000 Kinder unter fünf Jahren jährlich aufgrund der hohen Luftverschmutzung sterben.

Umweltgerechtigkeit

Belastet seien vor allem Kinder aus armen Familien, die etwa in Metropolen wie dem indischen Mumbai an stark befahrenen Straßen oder in der Nähe von Fabriken, Industrieanlagen oder Flughäfen lebten. Mögliche Folgen seien Frühgeburten, geringeres Geburtsgewicht, Asthma, Krebs, Herzkreislauferkrankungen und neurologische Entwicklungsstörungen.

Es brauche dringend strengere Vorschriften zur Luftreinhaltung, die Abkehr von fossilen Energieträgern und weniger Emissionen durch Industrie, Transport und Landwirtschaft. So die Forderungen der WHO zum 50. Geburtstag der Mutter von Fridays for Future.

Denise Thomas
(KNA)

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