Weltklimakonferenz COP25 in Madrid
Weltklimakonferenz COP25 in Madrid
Klimaaktivistin Greta Thunberg in Madrid
Klimaaktivistin Greta Thunberg in Madrid

06.12.2019

Laues Lüftchen statt frischer Wind für mehr Umweltschutz Halbzeit bei der Weltklimakonferenz in Madrid

Nach einer Woche Weltklimakonferenz in Madrid überwiegt Ernüchterung. Aktivisten zeigen sich enttäuscht. Die Menschen in Spanien haben andere Sorgen. Und viele Top-Politiker bleiben offenbar lieber zuhause.

Der "Krieg gegen die Natur" müsse beendet werden, mahnte UN-Generalsekretär Antonio Guterres am Montag zum Auftakt der Weltklimakonferenz in Madrid. "Zeit zum Handeln" lautet das offizielle Motto des bis 13. Dezember dauernden Treffens. Doch Guterres vermisst den "politischen Willen" vieler Länder, das Nötige zu tun, um wie 2015 in Paris vereinbart den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen.

Das sieht Papst Franziskus ähnlich. Vier Jahre nach dem Pariser Klimaabkommen sei das Bewusstsein für die Dringlichkeit des Problems immer noch ziemlich schwach ausgeprägt, schrieb das Kirchenoberhaupt am Mittwoch in einer Botschaft an die Konferenzteilnehmer in der spanischen Hauptstadt. "Wie weit Worte und konkrete Taten auseinanderliegen", belegten die jüngsten Studien des Weltklimarates.

Wenige Staats- und Regierungschefs in Madrid

"Der Papst und UN-Generalsekretär Guterres scheinen leider Recht zu haben. Wie sonst kann man erklären, dass so wenige Staats- und Regierungschefs nach Madrid gereist sind", lautet die Halbzeitbilanz von Angela Santiago, Sprecherin der chilenischen "Fridays for Future"-Bewegung. Vor allem die Länder mit den höchsten CO2-Emissionen wie China, die USA, Japan, Kanada oder Russland haben keine ranghohen Vertreter nach Madrid geschickt.

Immerhin kam die US-Kongressvorsitzende Nancy Pelosi mit einer Delegation ihrer Demokratischen Partei, um ein Zeichen gegen das Desinteresse von Präsident Donald Trump am Klimaschutz zu setzen. Und die neue EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen kündigte in Madrid an, nächste Woche die EU-Klimaschutzziele vorzustellen. Bis 2050 will sie Europa zum ersten klimaneutralen Kontinent machen. Die beiden größten Mitgliedstaaten Frankreich und Deutschland glänzten bei der Klimakonferenz bisher allerdings eher durch Zurückhaltung.

"So kann man in Madrid keine wegweisenden Entscheidungen erwarten", zeigt sich Klimaaktivistin Angela Santiago enttäuscht. Eigentlich hätte die Großveranstaltung in ihrer Heimat Chile stattfinden sollen. Präsident Sebastian Pinera sagte sie wegen der anhaltenden sozialen Unruhen in seinem Land aber kurzfristig ab; Spanien sprang stattdessen in die Bresche. In einer Rekordzeit von knapp vier Wochen organisierten die Madrilenen die Großveranstaltung mit 25.000 Teilnehmern aus 196 Ländern.

Weltklimakonferenz bietet große Chance für Madrid 

Für die Stadt sei die Durchführung des Gipfels eine große Chance, das Engagement für den Kampf gegen Umweltverschmutzung unter Beweis zu stellen, sagte Madrids konservativer Bürgermeister Jose Luis Martinez-Almeida. Bei nicht wenigen Einwohnern löste diese Ankündigung Erstaunen aus. Denn Martinez-Almeida war es, der nach seiner Amtsübernahme im Juli viele umweltfreundliche Vorgaben der linken Vorgängerregierung einkassierte.

Das betraf etwa Verkehrsbeschränkungen in der Innenstadt sowie die Fahrverbote für besonders umweltschädliche Autos, wodurch die Stickoxidbelastung in Madrid um 32 Prozent reduziert werden konnte. Neu angelegte Fahrradwege gab der Bürgermeister für den Autoverkehr frei.

Auch die 50 von ihm geplanten Aktivitäten im Rahmenprogramm "Madrid Green Capital" sorgten bisher kaum für Begeisterung. Ein Klima-Laufwettbewerb ging wortwörtlich im Regen unter. Selbst in den Nachrichten stehen nach den jüngsten Parlamentswahlen mehr die Koalitionsgespräche im Mittelpunkt des Medieninteresses als die Weltklimakonferenz.

Katholische Organisationen werben am Wochenende für Klimaschutz 

"Madrid hatte aber auch wenig Zeit, die Bevölkerung für den Gipfel zu begeistern. In Chile war bereits alles vorbereitet, die Menschen motiviert", nimmt Angela Santiago die Stadtregierung in Schutz. Dass es nicht so bunt zugeht, wie bei früheren Konferenzen, hat auch noch einen ganz anderen Grund: Viele Nichtregierungsorganisationen konnten es sich schlicht nicht leisten, umzubuchen und nach Madrid zu fliegen.

Angela Santiago hofft, dass mit der "Fridays for Future"-Massendemo an diesem Freitag der "grüne Elan" in Madrid in der zweiten Konferenzhälfte zunimmt. Auch zahlreiche katholische Organisationen wollen am Wochenende mit Gottesdiensten, Konferenzen und Workshops für mehr Klimaschutz werben.

Von Manuel Meyer

(KNA)

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