Fairer Handel
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17.06.2019

Hilfswerke: Kirche soll mehr fair gehandelte Produkte beziehen Gegen Ausbeutung und Klimawandel

Misereor und das Fair-Handelsunternehmen GEPA rufen die katholische Kirche dazu auf, "konsequenter" ausschließlich fair gehandelte Produkte zu beziehen. Die Erzdiözese Freiburg will bereits bis 2030 fair und klimaneutral werden.

Die Bistümer und Erzbistümer müssten auf die Handlungsempfehlungen der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) zur Schöpfungsverantwortung nun auch Taten folgen lassen, forderte der Geschäftsführer des katholischen Hilfswerks Misereor, Thomas Antkowiak, am Montag in Aachen. Es sei "an der Zeit, in kirchlichen Einrichtungen flächendeckend nachhaltig zu wirtschaften". Durch fairen Handel könne zum Beispiel Ausbeutung und Klimawandel etwas entgegengesetzt werden.

Kirchliche Einrichtungen hätten einen "vorzüglichen direkten Draht zum fairen Handel", erklärte Antkowiak. In der Praxis hätten aber zu viele noch nicht auf faire und ökologische Beschaffung umgestellt: "Es ist positiv zu bewerten, dass die Bischofskonferenz in den Handlungsempfehlungen zur Schöpfungsverantwortung anregt, verstärkt nach ökologisch und sozial nachhaltigen Kriterien zu wirtschaften. Das allein reicht aber nicht aus."

Freiburg will bis 2030 klimaneutral werden

Auch Misereor-Bischof Stephan Burger, Erzbischof von Freiburg, sieht Handlungsbedarf: "Wir müssen uns heute schon aktiv und mit Nachdruck daran beteiligen, gerechte Rahmenbedingungen für globales Wirtschaften und eine nachhaltige Landwirtschaft zu schaffen." Es sei noch viel zu tun: "Vom Bewusstseinswandel, dass unser individuelles Handeln globale Auswirkungen hat, über den Einstieg in dauerhafte Prozesse in Kirchengemeinden und kirchlichen Einrichtungen bis hin zu einfach zugänglichen Angeboten wie Einkaufsplattformen im Internet."

Als den Angaben zufolge deutschlandweit erstes Bistum strebt die Erzdiözese Freiburg an, bis 2030 fair und klimaneutral zu werden. In der Beschaffungsordnung des Bistums Aachen dagegen sei die umweltfreundliche und soziale Beschaffung von Gütern lediglich als wünschenswertes Ziel genannt, so die Verbände. "Wir sehen natürlich, dass insbesondere im sozialen Bereich auch der höhere Preis hinderlich für eine flächendeckende Beschaffung von fair gehandelten Produkten ist. Dafür versuchen wir Lösungen zu entwickeln", so die beiden Hilfswerke.

(KNA)

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