Abschiedsveranstaltung für den Steinkohlebergbau
Abschiedsveranstaltung für den Steinkohlebergbau
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält das letzte Stück Steinkohle in Händen
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hält das letzte Stück Steinkohle in Händen
Zeche Prosper Haniel in Bottrop
Zeche Prosper Haniel in Bottrop

21.12.2018

Abschied von der Steinkohle: Steinmeier würdigt Bergleute "Danke Kumpel!"

Ende einer Epoche: Am Freitag stellte mit Prosper Haniel in Bottrop das letzte deutsche Steinkohlenbergwerk die Förderung ein. Der Bundespräsident nahm das letzte Stück des schwarzen "Grubengoldes" entgegen.

Als der Förderkorb aus 1.000 Metern Tiefe heraufkommt, sich öffnet und sieben Männer in Bergmannskluft aussteigen und dem Bundespräsidenten das letzte Stück deutscher Steinkohle überreichen, kämpfen sie sichtbar mit den Tränen. "Ein schwerer Tag?", fragt Frank-Walter Steinmeier den Kumpel, der ihm den schwarzen Brocken überreicht, leise. "Sehr schwer", kommt die Antwort, noch leiser.

"Heute überwiegen bei uns Wehmut und Trauer"

Mit einem Festakt im Bergwerk Prosper Haniel in Bottrop haben Politik, RAG und Gewerkschaft am Freitag das Ende des deutschen Steinkohlenbergbaus begangen. "Heute überwiegen bei uns Wehmut und Trauer", sagte der RAG-Vorsitzende Peter Schrimpf. "Aber unsere Bergleute können auch stolz sein." Der deutsche Steinkohlenbergbau stehe für technologische Innovationskraft, eine erfolgreiche Integration ausländischer Arbeitnehmer und eine Mitbestimmungskultur auf Augenhöhe.

"Für Sie ist es ein Tag der Trauer, nicht weil der Schacht geschlossen wird, sondern weil eine Epoche zu Ende geht", wandte sich der Bundespräsident an die Bergleute. Der Bergbau habe zum wirtschaftlichen Wiederaufbau Deutschlands nach 1945 und zum Wohlstand des Landes beigetragen. "Ohne Kohle wäre die Geschichte der Bundesrepublik anders verlaufen."

In seiner anschließenden Rede vor 500 geladenen Gästen verwies Steinmeier zudem auf die Integrationsleistung des Bergbaus. Die gemeinsame Arbeit unter Tage habe die aus ganz Europa zugewanderten Bergleute verbunden: "Vor Kohle wurden aus Fremden Kumpel." Dass das Auslaufen der Steinkohlenförderung sozialverträglich gelungen sei, würdigte der Bundespräsident als "historische Leistung". Jetzt gelte es, nach vorne zu schauen. Das wichtigste dabei seien "die Menschen, die sich nicht unterkriegen lassen, die in jedem Abschied auch einen neuen Anfang sehen".

Laschet: Steinkohle hat unser Land geprägt

NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) hob die Solidarität der Bergleute als Vermächtnis des Bergbaus hervor: "Zusammenhalt in Vielfalt - das ist ein wichtiger Teil unserer Identität und das wird auch so bleiben." Den Lebensleistungen der Bergleute zollte er Dankbarkeit, Anerkennung und Respekt: "Die Steinkohle hat unser Land geprägt. Mit ihr ist die Grundlage gelegt worden für ein Leben in Wohlstand."

EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker erinnerte am Rande der Veranstaltung an die Gründung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl, die als Vorläufer der Europäischen Union gilt: "Ohne Kohle und Stahl gäbe es Europa nicht." Für die ehemalige Kohleregion komme es jetzt darauf an, "die Kräfte zu bündeln und Richtung Zukunft zu marschieren", sagte er dem Fernsehsender n-tv.

Als Stichworte nannte Juncker die digitale soziale Marktwirtschaft und die erneuerbaren Energien. Weitere Redner der Veranstaltung waren der IGBCE-Vorsitzende Michael Vassiliadis und der Vorsitzende der RAG-Stiftung, Bernd Tönjes.

Fehlende Wettbewerbsfähigkeit

Der Bundestag hatte 2007 den Ausstieg aus den milliardenschweren Kohlesubventionen und damit aus der Steinkohleförderung bis Ende 2018 beschlossen. Grund für die Entscheidung war die fehlende Wettbewerbsfähigkeit gegenüber der deutlich billigeren Importkohle. Hohe Sicherheitsstandards und die extrem tiefe Lage der Steinkohle im Ruhrgebiet machten den Abbau deutlich teurer als in anderen Erdteilen.

Auch nach der Beendigung der Kohleförderung in Prosper Haniel werden im kommenden Jahr noch rund 800 Kumpel mit der Abwicklung beschäftigt sein. Die RAG-Stiftung kümmert sich zudem um die dauerhaften "Ewigkeitsaufgaben" wie das Wassermanagement.

Von Esther Soth

(epd)

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