16.12.2018

Klimakonferenz beschließt Regelwerk Eine Gebrauchsanweisung für den Klimaschutz?

Gibt es von nun an eine Anleitung für den Klimaschutz? Nach dem Abschluss der Weltklimakonferenz in Kattowitz kritisieren zahlreiche Entwicklungs- und Umweltschutzorganisationen in ersten Reaktionen die erreichten Ergebnisse.

Bedauerlich sei, dass "eine Einigung auf finanzielle Unterstützung von besonders armen und verletzlichen Staaten bei der Bewältigung von Klimaschäden nicht gelungen ist", heißt es beim evangelischen Hilfswerk "Brot für die Welt". Positiv sei, dass in Zukunft auch über aufgetretene Klimaschäden berichtet werden müsse.

Auch wenn vieles zu wenig konkret sei, habe man aber immerhin ein wichtiges Regelwerk zur weiteren Umsetzung des Pariser Abkommens vereinbart, sagte Sven Harmeling, Klimaexperte von Care.

Mehr Transparenz - auch für die Basis

Aus der Sicht von Greenpeace-Geschäftsführer Martin Kaiser hat der Gipfel die Erwartungen von Millionen Menschen enttäuscht und die drängendste Frage nicht beantwortet: "Wann fangen Regierungen endlich an, ihren Ausstoß an Treibhausgasen spürbar zu senken?" Einziger Lichtblick sei, dass das beschlossene Regelwerk mehr Transparenz schaffe und damit die Basis für mehr Vertrauen zwischen den Staaten.

Der WWF nannte die Fortschritte unzureichend, da sie nicht ausreichten, um "die Erderhitzung bei 1,5 Grad zu stoppen und Mensch und Natur vor einem Klimakollaps zu bewahren". Als enttäuschend bewertete der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) das Ergebnis. Weiterhin müsse der Klimaschutz hinter kurzfristigen wirtschaftlichen Einzelinteressen zurückstehen.

Germanwatch sprach von einem "soliden Regelwerk", doch zur Abwendung der Klimakrise reiche der politische Wille weiterhin nicht aus. Aus Sicht des Naturschutzbundes NABU gibt es zu viele Lücken im Regelwerk und zu wenig Ambitionen, tatsächlich mehr zu tun für den Klimaschutz.

Ziele sollen sich besser vergleichen lassen

Einen Tag später als ursprünglich geplant haben die fast 200 Teilnehmer der UN-Klimakonferenz am Samstagabend das sogenannte Regelwerk verabschiedet. Es enthält Vorgaben, wie die Staaten ihre Zusagen aus dem Pariser Klimaabkommen von 2015 messen und veröffentlichen müssen. So sollen sich die Klimaschutz-Anstrengungen besser miteinander vergleichen lassen. Das Abkommen von Paris nennt als Ziel, die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad zu begrenzen im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Dafür muss der Ausstoß von Treibhausgasen etwa aus der Verbrennung von Kohle und Öl deutlich reduziert werden.

Strittig bis zuletzt waren unter anderem Fragen nach Finanzhilfen für die ärmeren Staaten und zum Handel mit sogenannten Verschmutzungsrechten. Hierzu wird es auch noch Nachverhandlungen geben müssen.

Der nächste UN-Klimagipfel soll in etwa einem Jahr in Chile stattfinden, nachdem der ursprünglich vorgesehene Gastgeber Brasilien seine Zusage zurückgezogen hatte.

(KNA)

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