Kampf gegen die Erderwärmung
Kampf gegen die Erderwärmung

14.12.2018

Klimagipfel in Kattowitz droht Verlängerung Gewinnt die Erde in der Nachspielzeit?

Es wird gefeilscht wie auf einem Basar: An diesem Freitag geht offiziell der Klimagipfel in Kattowitz zu Ende – doch die Delegierten richten sich auf eine Verlängerung ein. Denn entscheidende Streitpunkte sind bislang noch ungelöst.

Einen Tag vor dem offiziellen Abschluss des UN-Klimagipfels in Kattowitz hatte sich die polnische Präsidentschaft am Donnerstag um eine Annäherung der Positionen bemüht. Die Texte zu den unterschiedlichen Verhandlungssträngen sollten im Laufe des Tages in einen Entwurf für das Abschlussdokument überführt werden.

Gleichzeitig richteten sich die Delegierten auf eine Verlängerung des Gipfels ein. Denn in mehreren Punkten zeichneten sich noch keine Durchbrüche ab. Klimakonferenzen gehen allerdings fast immer später als geplant zu Ende.

Bei dem UN-Gipfel geht es um die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens von 2015. Es soll die Erderwärmung auf deutlich unter zwei Grad, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzen.

Transparenzregeln und Berichtspflichten

In Kattowitz sollen unter anderem Transparenzregeln und Berichtspflichten für die Klimaschutzanstrengungen der Staaten verabschiedet werden. Laut dem Klimaexperten der Hilfsorganisation Care, Sven Harmeling, stellt sich dabei die Frage, ob alle Länder von Anfang die gleichen Transparenzregeln zur Erfassung des CO2-Ausstoßes haben sollen oder ob man eine Übergangsphase für Entwicklungsländer erlaubt, die weniger technische und finanzielle Ressourcen haben.

"Vor allem die USA bestehen darauf, dass die Übergangsphase für die Entwicklungsländer möglichst kurz ist, gleichzeitig sind sie zurückhaltend, was die finanzielle Unterstützung dafür anbetrifft", erläuterte Harmeling. Wichtig für den Klimaschutz sei vor allem, dass für große Emittenten wie China die gleichen Standards gelten wie bereits jetzt für die Industrieländer, führte der Experte aus. Als generelle Bremser bei den Transparenzregeln gilt eine Gruppe ölexportierender Länder um Saudi-Arabien.

CO2-Minderungsziele

Die Verhandler haben in Kattowitz auch neue CO2-Minderungsziele in den Blick genommen, die laut Pariser Klimavertrag bis 2020 vorgelegt werden sollen. Eine "Koalition der Ehrgeizigen", darunter die EU mit Deutschland, verlangt eine klare politische Verpflichtung, dass die freiwilligen nationalen Ziele bis in zwei Jahren verschärft werden.

Am Mittwochabend richteten sie einen viel beachteten Appell an die übrigen Staaten, ebenfalls ambitioniertere Vorgaben anzustreben.

Streit gibt es in Kattowitz auch um die Frage, wie die Beschlüsse des Gipfels Bezug nehmen auf den jüngsten Sonderbericht des Weltklimarates. Der Report mahnt dringend mehr Anstrengungen zur Minderung der Treibhausgase an, um die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Bereits in der ersten Woche der Konferenz hatten die USA, Saudi-Arabien, Kuwait und Russland sich dagegen gesträubt, dass der Bericht "begrüßt" wird, sondern darauf bestanden, dass er nur "zur Kenntnis genommen" wird.

Verhandelt wird zudem über die weitere finanzielle Unterstützung armer Länder im Kampf gegen den Klimawandel. Entwicklungsländer verlangen möglichst langfristige und verlässliche Zusagen der reichen Staaten. "In diesem Punkt ist man nah bei einer Vereinbarung, wonach die Industrieländer alle zwei Jahre Berichte über ihre künftigen Finanzzusagen machen sollen", erläuterte Harmeling. "Es geht nicht darum, dass in Kattowitz konkrete Zahlen auf den Tisch gelegt werden, sondern um eine rechtliche Verpflichtung, die Klimafinanzen weiter ansteigen zu lassen." Das Pariser Klimaabkommen hält fest, dass ab 2020 jährlich 100 Milliarden Dollar für arme Länder zur Verfügung stehen sollen.

Bewegung bei Unternehmen und Institutionen

Während die Klimadiplomatie nur in kleinen Schritten vorankommt, wächst die Bewegung der Unternehmen und Institutionen, die ihre Investitionen aus Kohle, Öl und Gas abziehen. Die Klimaorganisation 350.org verzeichnet inzwischen 1.000 Firmen und Einrichtungen mit einem Gesamtvermögen von fast acht Billionen US-Dollar, die ihr Geld weitgehend nicht mehr in Unternehmen der fossilen Energieindustrie anlegen wolllen.

Als tausendste Institution habe die Caisse des dépôts et consignations (CDC), die für den französischen Staat Renten, Spareinlagen und weitere Investments verwaltet, sich der Bewegung angeschlossen, teilte 350.org mit. Die CDC gab demnach bekannt, sie werde ab 2019 nicht mehr in Unternehmen investieren, die mehr als zehn Prozent ihrer Umsätze mit Kohle erwirtschaften.

(epd)

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