Klimagipfel in Kattowitz
Klimagipfel in Kattowitz

13.12.2018

Weltklimagipfel in Kattowitz Vatikan drängt zu Entscheidungen

​Der Vatikan hat auf der Klimakonferenz im polnischen Kattowitz zu konkreten Schritten gedrängt. Mit nur zwei verbleibenden Tagen seien dringend Entscheidungen nötig, erklärte Bruno-Marie Duffé vom päpstlichen Amt für Entwicklungsfragen. 

Der Vatikanvertreter verlangte weiter eine "wechselseitige globale Solidarität". Der Kampf gegen den Ursachen und Folgen der Erderwärmung müsse auch wirtschaftliche und soziale Reformen einschließen.

Es gehe um "eine einzige Krise mit wirtschaftlichen, sozialen und finanziellen Aspekten", so Duffé in einer vom Vatikan verbreiteten Mitteilung. Die Delegation des Heiligen Stuhls habe sich in Kattowitz deutlich dafür ausgesprochen, auf Wissenschaftler zu hören, besonders im jüngsten Bericht des Weltklimarats IPCC. Dieser Bericht enthalte als Echo den "Schrei der Erde", so Duffé.

Der Vatikan-Delegierte betonte, viele Maßnahmen gegen den Klimawandel fänden an der Basis statt. Politische Entscheider seien nötig, aber man müsse auf das Engagement aller Völker und Gemeinschaften setzen.

Zähe Verhandlungen

Die neue Welthungerhilfe-Präsidentin Marlehn Thieme sagte in einem Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA), dass die Verhandlungen bei der Weltklimakonferenz bislang recht zäh verlaufen seien. "Die Ankündigung der USA, aus dem Klimaabkommen auszusteigen, hat die Sache nicht einfacher gemacht." Hinzu komme, dass andere wichtige Akteure beim Klimaschutz schwächelten.

Die Hilfsorganisation "Brot für die Welt" sieht einen Hoffnungsschimmer bei den laufenden Klimaverhandlungen. "Die Deklaration, die Polen und Fidschi zum Abschluss des Tanaloa-Dialogs veröffentlicht haben, gibt der Forderung nach einer ambitionierteren Klimapolitik deutlichen Rückenwind. Das ist auch eine unüberhörbare Aufforderung an Deutschland, beim Kohleausstieg den Fuß von der Bremse zu nehmen und sein Klimaziel für 2020 nicht mehr auf die lange Bank zu schieben", erklärte Energiereferent Joachim Fünfgelt.

Süden braucht Unterstützung

"Wir müssen die Wissenschaft ernst nehmen, wenn sie nachweist, dass 1,5 Grad die absolute Obergrenze sein muss." Das bedeute auch, dass Menschen im globalen Süden Unterstützung bräuchten, denn Klimaschutz und Armutsbekämpfung müssten Hand in Hand gehen", so Fünfgelt.

Die Weltklimakonferenz in Kattowitz endet an diesem Freitag. Bis dahin wollen Vertreter aus rund 200 Ländern über die weitere Umsetzung des 2015 in Paris beschlossenen Klimaabkommens beraten. Das Abkommen sieht vor, den Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur im Vergleich zum vorindustriellen Niveau auf deutlich unter 2 Grad zu begrenzen.

(KNA)

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