Klimapilger demonstrieren
Klimapilger demonstrieren

10.12.2018

Klimapilger feiern Abschlussgottesdienst in Kattowitz 1.800 Kilometer für die Umwelt

​Mit einem ökumenischen Gottesdienst am Rande der UN-Klimakonferenz in Kattowitz haben die deutsch-polnischen Klimapilger am Sonntag den Abschluss ihres fast 1.800 Kilometer langen Wegs gefeiert - und ihre Forderungen nach besserem Klimaschutz bekräftigt.

Sie waren am 9. September am Ort der UN-Klimakonferenz 2017 in Bonn gestartet und durchquerten auf dem Weg in die polnische Stadt unter anderem die drei großen deutschen Braunkohlereviere.

Die Ambitionen der Staaten in ihren Klimaanstrengungen müssten deutlich erhöht werden, fordern die Klimapilger. Bisher bewege sich die Erde mit den Selbstverpflichtungen der Staaten auf eine um drei Grad Celsius wärmere Welt zu. Angestrebt werden höchstens zwei Grad Erderwärmung im Vergleich zur vorindustriellen Zeit. Es sei unabdingbar, einen Ausstieg aus dem Verbrennen der fossilen Energien und einen menschengerechten Umgang mit klimabedingten Schäden, Vertreibung und Migration zu erreichen.

Verbindliche Regeln gefordert

Die Klimapilger fordern unter anderem ein verbindliches Regelwerk zur Umsetzung des Pariser Welt-Klimaabkommens von 2015 zur Begrenzung der Erderwärmung, den Ausstieg aus der Kohleverstromung und mehr Gerechtigkeit beim Umgang mit den Auswirkungen der Klimaveränderungen. Ende November wurden die Forderungen in Berlin auch an Vertreter der Bundesregierung und der Kohlekommission übergeben.

Zum Gottesdienst luden die Pilger am Sonntag laut der Koordinationsstelle beim Evangelisch-Lutherischen Missionswerk Leipzig in die Christkönigskathedrale in Kattowitz ein. Die Umweltaktivisten legten nach eigenen Angaben in den vergangenen Wochen rund 1.770 Kilometer zurück, bevor sie am Freitag Kattowitz erreichten. Auf ihrem Weg machten sie an 78 Stationen halt, darunter in Düsseldorf, Hannover, Braunschweig, Halle, Leipzig, Dresden, Cottbus, Potsdam und Berlin.

Breite Unterstützung

Der dritte ökumenische Pilgerweg für Klimagerechtigkeit wurde von der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), der katholischen Deutschen Bischofskonferenz sowie einem ökumenischen Bündnis aus 40 Organisationen, Initiativen und Unternehmen unterstützt. Dazu zählen die Hilfswerke "Brot für die Welt" und Misereor sowie das Kindermissionswerk "Die Sternsinger".

In Kattowitz beraten Delegierte aus mehr als 190 Ländern bis Freitag über die Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Unter anderem geht es um Transparenzregeln und Berichtspflichten für die Klimaschutz-Anstrengungen der Staaten. Verhandelt wird auch über Finanzhilfen für arme Staaten, die besonders unter den Folgen des Klimawandels leiden.

(epd)

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