Wattestäbchen
Wattestäbchen
Einkaufen geht auch ohne Plastiktüte
Einkaufen geht auch ohne Plastiktüte
Plastik im Meer - eine Gefahr für die Meeresbewohner
Plastik im Meer - eine Gefahr für die Meeresbewohner

24.10.2018

EU will Plastikflut mit Verboten eindämmen Verbote für Strohhalme und Wattestäbchen?

Plastik ist praktisch und günstig in der Herstellung. Kein Wunder, dass Plastikprodukte oft nur einmal benutzt und dann weggeworfen werden. Die Europäische Union will dagegen vorgehen. Kommen Verbote für Strohhalme und Wattestäbchen?

Cocktails trinken mit Plastikstrohhalm? Picknicken mit Plastikbesteck? Das dürfte bald der Vergangenheit angehören - denn die EU will zum Schutz von Umwelt und Meerestieren bestimmte Kunststoffprodukte verbieten. Dazu legte die EU-Kommission im Mai einen Vorschlag vor. Darin enthalten sind auch noch zahlreiche andere Ideen, mit denen die Plastikflut eingedämmt werden soll.

Am Mittwoch will sich das EU-Parlament in einer Abstimmung auf eine Verhandlungsposition beim Thema Plastik einigen. Danach muss mit den EU-Mitgliedstaaten um einen Kompromiss gerungen werden. Ob die neuen Plastikregeln noch vor der Europawahl im Mai 2019 durchgepeitscht werden können, ist fraglich.

Großteil landet im Müll

Die Lage ist ernst. Weltweit, aber auch in Europa, werden enorme Mengen Kunststoff genutzt und anschließend weggeworfen. Nur knapp ein Drittel des Plastikmülls wird nach Angaben der EU-Kommission eingesammelt und wiederverwertet. Ein Großteil des Rests landet auf Müllkippen oder in der Umwelt. Plastik zerfällt aber sehr langsam und häuft sich besonders im Meer und an Stränden. Bis zu 85 Prozent aller in der EU angespülten Abfälle sind aus Kunststoff - dabei handelt es sich in etwa der Hälfte der Fälle um weggeschmissene Einwegprodukte.

Für Vögel, Fische und andere Meerestiere ist Plastik eine große Gefahr. Sie fressen es oder verheddern sich darin. Plastikspuren in Fischen gelangen auch auf Teller von Menschen. Die EU-Kommission und der Umweltausschuss im Parlament haben nun eine Reihe an Maßnahmen ins Rennen gebracht, um Plastikmüll einzudämmen.

Verbote von Wegwerf-Plastikprodukten

Am deutlichsten spürbar für Verbraucher wären wohl geplante Verbote von Wegwerf-Plastikprodukten, die nur einmal benutzt werden. Darunter fallen Strohhalme, Plastikgeschirr und -besteck, Wattestäbchen und Ballonhalter. Verbannt werden sollen dabei nur Gegenstände, für die es aus Sicht der EU-Kommission bereits Alternativen gibt. Als Ersatz für Plastik-Trinkhalme kommen zum Beispiel solche aus Papier oder wiederverwendbare aus härterem Kunststoff in Frage.

Der Umweltausschuss im EU-Parlament will aber zusätzlich unter anderem leichte Plastiktüten und bestimmte aufgeschäumte Kunststoffe auf die Verbotsliste setzen, wie man sie zum Beispiel von den weißen Boxen für Essen zum Mitnehmen kennt.

Minderungsziele sollen die EU-Staaten einführen für Plastikprodukte, die bislang nicht ohne Weiteres durch andere Materialien ersetzbar sind. Das betrifft vor allem Behälter für Lebensmittel: zum Beispiel Boxen für Sandwiches sowie Verpackungen für Früchte, Gemüse, Desserts oder Eis. Alle Mitgliedstaaten sollen zudem bis 2025 mindestens 90 Prozent der Plastikgetränkeflaschen zur Wiederverwertung sammeln, etwa mit Hilfe eines Einwegpfands wie in Deutschland.

Aufklärung der Verbraucher

Ein weiterer Ansatz ist die Aufklärung der Verbraucher. Dazu sollen künftig auf vielen Verpackungen Hinweise stehen: zur richtigen Entsorgung und zu den potenziellen Schäden, die das Produkt anrichten könnte, wenn es in der Umwelt landet. Zum Beispiel könnten Verbraucher künftig per Schild darum gebeten werden, keine Luftballons mehr aufsteigen zu lassen.

Das aber lehnt der CDU-Abgeordnete Peter Liese ab. Luftballons machten einen statistisch nicht messbaren Anteil an der Verschmutzung der Weltmeere aus, sagt er. "Ich finde es deshalb unverhältnismäßig, wenn wir den Menschen, insbesondere den Kindern, den Spaß verderben."

Der Umweltausschuss will zudem Zigarettenabfall reduzieren. In den Filtern ist oft Kunststoff enthalten, ein einziger Stummel kann bis zu 1000 Liter Wasser verschmutzen. Die Abgeordneten wollen, dass die Müllmenge aus plastikhaltigen Zigarettenfiltern bis 2030 um 80 Prozent sinkt.

Kostenbeteiligung der Produzenten

Zudem ist eine Kostenbeteiligung der Produzenten für das Säubern der Umwelt vorgesehen. Bisher zahlen dafür vor allem der Steuerzahler oder die Tourismusbranche. Die Hersteller von Fischernetzen mit Plastikkomponenten sollen ebenfalls für die Entsorgung zur Kasse gebeten werden.

Greenpeace sieht vor allem einen gravierenden Mangel in den Vorschlägen. Die Definition von Einwegplastik sei viel zu eng, kritisiert Greenpeace-Meeresbiologe Thilo Maack. Damit öffne sich ein Schlupfloch für die Plastikindustrie: "Die Konzerne könnten nach aktuellem Vorschlag die Reduktionsziele schlicht ignorieren, wenn sie ihre Produkte, sei es ein Wegwerf-Plastikbecher oder ein Strohhalm, als wiederverwendbar kennzeichnen."

Die Plastikindustrie hingegen warnt vor Schnellschüssen. Hier würden wichtige Gesetze durchgepeitscht, ohne die Folgen abzuschätzen, erklärte der europäische Verpackungsverband pack2go. Es drohten Einbußen im Lebensmittel-Sektor oder Probleme bei der Lebensmittelhygiene, wenn der Plastikverbrauch drastisch gesenkt werde. Bislang nutzten Millionen von Europäern täglich Verpackungen für Essen oder Getränke zum Mitnehmen, betonte der Verband.

Violetta Heise
(dpa)

Mit Schwester Katharina durch die Osterzeit

Schwester Katharina Hartleib aus Olpe begleitet Sie mit spirituellen Impulsen durch die Fasten- und Osterzeit.

Das neue Bischofsquartett

Endlich: Die aktualisierte neue Auflage des Bestsellers ist da! Ab sofort ist das neue Bischofsquartett bestellbar.

Im Video: Täglicher Gottesdienst

Sehen Sie hier den täglichen Gottesdienst aus dem Kölner Dom. An Werktagen ab 9 Uhr, an Sonn- und Feiertagen ab 12 Uhr in der Mediathek.

Glockenkarte Kölner Dom

Verschicken Sie pünktlich zum Osterfest eine ganz besondere Grußkarte mit dem Geläut des Kölner Doms!

Team der Woche

Sie sind ein tolles Team? Sie tun etwas für andere Menschen? Dann werden Sie unser Team der Woche!

DOMRADIO.DE auch auf Alexa

Gottesdienste, Nachrichten und das Evangelium – jetzt täglich auch auf Ihrem Echo und Echo Show!

Der gute Draht nach oben!

Tageskalender

Radioprogramm

  • Tageskalender
  • 26.04.
06:30 - 10:00 Uhr

DOMRADIO Der Morgen

  • 100 Jahre – Bund Neudeutschland
  • Rückblick Tschernobyl
  • Auferweckung und Grab Jesus
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Fridays for Future: "Jugend debattiert"-Siegerin sieht Klima-Aktivitäten ambivalent
  • Der Masterplan: Chinas Weg zur High-Tech-Herrschaft
  • Studie: Stimmen für rechtspopulistische oder -extreme Partei bei der Europawahl?
  • Der "Weiße Sonntag" steht vor der Tür
10:00 - 15:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Fridays for Future: "Jugend debattiert"-Siegerin sieht Klima-Aktivitäten ambivalent
  • Der Masterplan: Chinas Weg zur High-Tech-Herrschaft
  • Studie: Stimmen für rechtspopulistische oder -extreme Partei bei der Europawahl?
  • Der "Weiße Sonntag" steht vor der Tür
15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Wie wirkt sich die Trockenheit in diesem Jahr aus?
  • "Ehrenfeld Hopping" – St. Joseph-Kirche mitten im Kneipen- und Club-Wochenende
  • Kardinal Walter Kasper zum Diakonat der Frau
16:00 - 17:00 Uhr

DOMRADIO Kopfhörer

15:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Der Tag

  • Wie wirkt sich die Trockenheit in diesem Jahr aus?
  • "Ehrenfeld Hopping" – St. Joseph-Kirche mitten im Kneipen- und Club-Wochenende
  • Kardinal Walter Kasper zum Diakonat der Frau
18:00 - 19:00 Uhr

DOMRADIO Menschen

19:00 - 22:00 Uhr

DOMRADIO Der Abend

  • Der Masterplan: Chinas Weg zur High-Tech-Herrschaft
  • Fridays for Future: "Jugend debattiert"-Siegerin sieht Klima-Aktivitäten ambivalent
  • Klaus Töpfer über die Klimaziele der Bundesregierung
22:00 - 22:30 Uhr

DOMRADIO Nachtgebet

Heutiges Evangelium:
In dieser Woche zu Gast:
In dieser Woche zu Gast:

Wort des Bischofs

Der geistliche Impuls von Kardinal Woelki. Jeden Sonntag neu.

Wochenkommentar

Der DOMRADIO.DE Chefredakteur blickt auf die Woche.

Kostenlose Radio-App für iPhone und Android

Nehmen Sie Ihr DOMRADIO.DE mit wohin Sie wollen und wann immer Sie Lust haben. Funktionen: Nachrichten, Podcasts, Mediathek, Wecker, Sleep-Timer, Bluetooth, Chromecast, AirPlay, CarPlay, Android Wear…

Weihbischof Schwaderlapp beantwortet Glaubensfragen

Der tägliche Impuls von Weihbischof Puff