Schönheit der Schöpfung
Schönheit der Schöpfung
Bischof Karl-Heinz Wiesemann
Bischof Karl-Heinz Wiesemann

07.09.2018

Warum die Kirchen einen Tag für die Schöpfung begehen "Thema ist aktueller denn je"

An diesem Freitag begehen die Kirchen den Ökumenischen Tag der Schöpfung. Es gelte, die Schöpfung als Geschenk Gottes wahrzunehmen, "das man pflegen und bewahren muss", so Mitorganisator Bischof Karl-Heinz Wiesemann.

DOMRADIO.DE: Warum brauchen wir einen solchen ökumenischen Tag der Schöpfung?

Karl-Heinz Wiesemann (Bischof von Speyer und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, ACK): Die Schöpfung und die Bewahrung sind gefährdet. Wir erleben die klimatischen Verschiebungen, wir erleben, wie stark der Mensch in das Zusammenspiel der Schöpfung eingreift.

Wir als Christen müssen die Schöpfung wieder tiefer wahrnehmen als Geschenk Gottes, das uns aufgegeben ist – auch damit wir es an die nächsten Generationen gut weitergeben.

Wir müssen nachhaltig handeln, ein hohes Bewusstsein für das Schöne und das Wertvolle der Schöpfung entwickeln. Ich glaube, das Thema ist aktueller denn je. Und deswegen ist es gut, dass wir einen Schöpfungstag haben, wo wir uns daran erinnern, dass sie ein Geschenk Gottes ist.

DOMRADIO.DE: Lassen Sie uns auf das Motto in diesem Jahr schauen: "Von meinen Früchten sollt ihr leben." Was sagt das in ökologischer Hinsicht aus?

Wiesemann: Das ist ein Zitat aus dem Buch Josua. Die Propheten haben auch eine klare und starke Stimme gehabt, den Menschen auf die wichtigen Zusammenhänge im Hinblick auf Gott und unseren Glauben hinzuweisen. Also, wir produzieren nicht einfach, sondern es sind erst einmal Früchte, die uns gegeben werden.

Wir leben davon, dass diese Erde ein wunderbares, aber auch sehr zerbrechliches Zusammenspiel ist, in dem all das gedeihen und wachsen kann. Wir erleben ein rasantes Sterben von Arten, der Vielfalt in der Schöpfung. Und deswegen wollen wir darauf hinweisen, wie wichtig da auch eine Haltung der Umkehr auf Gott hin ist.

DOMRADIO.DE: Sie feiern den ökumenischen Gottesdienst, dann gibt es noch einen Festakt. Wie genau werden Sie den Tag in Starkow gestalten?

Wiesemann: Starkow ist ein Ort, der durch Initiativen von Bürgern wunderbar gestaltet worden ist. So haben etwa Mitglieder des Vereins Backstein - Geist und Garten e.V. ein wunderschönes altes Dorfensemble errichtet – mit einem Garten, in dem man mit allen Sinnen erleben kann, dass die uns anvertraute Schöpfung etwas Wunderbares ist, die man aber auch kultivieren und pflegen muss. Und für deren Bewahrung wir uns engagieren müssen. Wir würdigen das Engagement in Starkow, indem wir einen Gottesdienst an diesem Ort feiern.

Dieser Schöpfungstag wird aber in vielen, vielen Orten regional und lokal von der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland begangen.

Für den Festvortrag haben wir mit Professor Dr. Michael Succow einen ganz engagierten Naturschützer gewonnen. Professor Succow ist mal als der "Wanderprediger des Naturschutzes" benannt worden. Für uns ist die zentrale Feier eine Möglichkeit, die Botschaft des Schöpfungstages rüberzubringen: Die Schöpfung ist ein Geschenk Gottes, wir danken Gott dafür. Aber wir wollen uns auch engagieren, sie zu bewahren.

DOMRADIO.DE: Die Bewahrung der Schöpfung – sie sollte den Kirchen ein zentrales Anliegen sein. Mit der Umweltenzyklika "Laudato si" hat der Gedanke speziell in der katholischen Kirche Auftrieb bekommen. Merken Sie etwas davon?

Wiesemann: Das Interessante ist, dass diese Enzyklika schon ein paar Jahre alt ist und trotzdem immer noch sehr stark im Bewusstsein ist. Sie wird auch in vielen Expertenkreisen immer noch als ganz wichtiger Ansporn gesehen. Und ich denke das ist ein Schreiben unseres Papstes, das sehr nachhaltig wirkt. Das finde ich sehr sehr wichtig. Deswegen haben wir ja auch in der katholischen Kirche den Schöpfungstag.

Er ist mit der Orthodoxen Kirche zusammen auf den ersten September gelegt. Wir feiern jetzt ökumenisch den ersten Freitag. Aber es ist das gleiche Anliegen, das hier miteinander begangen wird.

DOMRADIO.DE: In welchen Bereichen könnten die Kirchen mehr für die Schöpfung und ihre Bewahrung tun?

Wiesemann: Was wir sicherlich überall tun können, ist, die Aufmerksamkeit und auch die Frage nach dem eigenen Lebensstil deutlicher zu thematisieren. Denn das hängt wirklich miteinander zusammen. Und dabei sind natürlich auch wir alle mit der Kirche und den verschiedenen Institutionen gefordert.

Das Gespräch führte Hilde Regeniter.

(DR)

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