Dürre brachte Landwirte in diesem Jahr in Schwierigkeiten
Dürre bringt Landwirte in Schwierigkeiten
CDU-Politiker Alois Gerig
CDU-Politiker Alois Gerig

18.08.2018

Dürre-Sommer und Klimawandel: Landwirte müssen umdenken Von wegen Sommer Sonne Sonnenschein

Die Dürre in diesem Sommer sorgt für Ernteausfälle. Landwirte fordern Hilfe vom Bund. Die ganze Branche müsse aber auch umdenken, sagte der Vorsitzende des Landwirtschaftssausschusses, Gerig, im Interview.

DOMRADIO.DE: Welche Landwirte trifft der Sommer am härtesten?

Alois Gerig (Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft im Bundestag und Landwirt): Ohne Zweifel trifft es die Viehhalter am härtesten; von denen sind besonders die betroffen, die im Norden und Osten der Republik leben, weil es da seit Ostern kaum geregnet hat.

DOMRADIO.DE: Sie und auch die Landwirt und fordern Hilfen vom Bund. Jetzt sind Sie ja Vorsitzender des Ausschusses für Ernährung und Landwirtschaft im deutschen Bundestag. Dann wird das doch kein Problem sein, oder?

Gerig: Man hört ja viel und es gibt viele Forderungen. Ich habe das Gefühl, dass in der Gesellschaft die Akzeptanz dafür wächst, dass der Bund in solchen besonderen Situationen Hilfe leisten muss. Ich sage aber auch: Unsere Bundesministerin Julia Klöckner hat recht, wenn sie sagt, dass wir erst eine Analyse brauchen. Wir brauchen die Ernteergebnisse und dann müssen wir entscheiden, welche Landwirte tatsächlich existenziell bedroht sind. Denn wir können nicht mit der Gießkanne über alle landwirtschaftlichen Betriebe ein Hilfsprogramm ausgießen. Nicht alle sind gleich bedroht. Mit dieser Erntebilanz, die die Länder jeweils einreichen, rechnen wir in dieser Woche.

DOMRADIO.DE: Geld wäre eine kurzfristige Lösung, aber es muss auch langfristig gedacht werden: Stichwort Klimawandel. Wie können sich Landwirte darauf einstellen?

Gerig: Das ist schwierig. Es braucht die ganze Branche. Meiner Einschätzung nach müssen wir auch den Pflanzenzüchter einbeziehen und sie mit entsprechenden Forschungsmitteln unterstützen, damit es künftig auch Pflanzen geben wird. Dasselbe gilt für die Forstwirte, denn wir brauchen auch Baumarten, die diesen Klimawandel mitgehen können, gewisse Resistenzen haben und die auch in der Lage sind, bei weniger Wasser noch einen entsprechenden Ertrag zu bringen. Die ganze Gesellschaft ist aufgefordert, die Klimaziele zu erreichen und den Klimawandel ein Stück weit einzudämmen. Denn daran sind ja viele Schuld.

DOMRADIO.DE: Wird Ihrer Meinung nach das Thema "Folgen des Klimawandels" in der Politik die notwendige Priorität eingeräumt?

Gerig: Man veranstaltet ja immer wieder Klimagipfel und setzt sich Ziele, die man dann in der Vergangenheit wieder hier und da gelockert hat. Ich denke schon, dass ein Ausnahmejahr wie 2018 einfach auferlegen muss, dass wir wieder intensiver über den Klimawandel und dessen Folgen reden. Wie haben nur diese eine Mutter Erde. Wir wissen, dass 800 Millionen Menschen von Hunger bedroht sind oder daran leiden. Wir wissen, dass die Weltbevölkerung weiter wächst, dass die Industrialisierung weiter zunimmt, dass wir in Deutschland zum Beispiel jeden Tag mehr als 60 Hektar landwirtschaftliche Fläche verbauen: Da muss etwas geschehen. Mein Wunsch ist es, dass wir hier möglichst kurzfristig Veränderungen vornehmen.

DOMRADIO.DE: Es gibt von Naturschützern oft den Vorwurf, die Bauern würden den Klimawandel mit verursachen, etwa durch den Einsatz von Düngemitteln, Pestiziden oder die Viehhaltung. Wie sehen Sie das?

Gerig: Ich denke, dass wir in diesem Bereich in den vergangen Jahren viele Maßnahmen getroffen haben, um das ein oder andere Vergehen, das sich in den letzten Jahrzehnten eingeschlichen hat, einzudämmen. Es gibt etwa eine neue Düngeverordnung und ein Düngegesetz und im Bereich von Pflanzenschutzmitteln haben wir jetzt gerade wieder drei Insektizide verboten, da man nicht sicher sein kann, dass sie auch Insekten vernichten. Da reagiert die Politik. Es ist nur eben so, dass es in Bereichen Dünger und Nitrat im Grundwasser durchaus Jahrzehnte dauert, bis man positive Ergebnisse vorweisen kann.

Das Interview führte .  

(DR)

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