17.05.2018

Debatte um Plastiksteuer "Für Deutschland nicht sinnvoll"

Der Umweltbeauftragte des Erzbistums, Tobias Welz, hält die von Entwicklungsminister Müller vorgeschlagene Plastiksteuer nur bedingt für sinnvoll. Man müsse vielmehr in den einzelnen Branchen auf alternative Lösungen hinwirken.  

Die Frage müsse immer sein: "Brauche ich Plastik", erklärte Tobias Welz gegenüber domradio.de. Es gehe um eine grundsätzliche Konsumentscheidung: "Mache ich es Mehrweg oder Einweg, bzw. braucht es eine oder eine weitere Umverpackung." Zusätzlich müsse die Recyclingquote gesteigert werden. Anders stellt sich laut Welz die Situation in Entwicklungsländern dar. Dort sei eine Plastiksteuer sinnvoll, um das Recycling im Allgemeinen zu ermöglichen und attraktiv zu gestalten. So könnten Probleme mit Verpakcungsmüll vermieden werden.

Bundesentwicklungsminister Müller (CSU) hatte sich anders als Umweltministerin Svenja Schulze (SPD) offen für eine Plastiksteuer gezeigt. "Wir können nicht einfach hinnehmen, dass immer mehr Mikroplastik unsere Weltmeere verschmutzt", sagte Müller dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND/Donnerstag). "Wenn sich zeigt, dass auf Grundlage freiwilliger Vereinbarungen keine Lösung möglich ist, muss der Gesetzgeber reagieren. Dann müssen wir über eine Plastiksteuer als Alternative nachdenken." Möglich sei aber auch eine Mehrwertsteuer-Senkung für Produkte aus Recycling-Plastik.

Umweltministerin gegen Plastiksteuer

Gefordert wird eine Plastiksteuer unter anderem von den Grünen. Umweltministerin Schulze hatte sich aber dagegen gestellt. In der der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Donnerstag) bekräftigte sie das: "Das würde der Umwelt nichts bringen, weil es keine Lenkungswirkung entfaltet." Es gehe darum, überflüssiges Plastik zu vermeiden und das, was nicht zu vermeiden sei, effektiver zu wiederzuverwerten.

Schulze sprach sich für ein europaweites Verbot von Mikroplastik aus. Die Kosmetikindustrie müsse zum Ausstieg aus der Nutzung von Kunststoffteilchen als Schleifmittel bewegt werden. Bei Peelings und anderen Kosmetika sei das schon geschafft. "Mein Ziel ist, dass die
Industrie im nächsten Schritt auch bei Shampoo, Rasierschaum oder Haarspray auf Mikroplastik verzichtet", erklärte sie.

(DR)

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