Frühlingsgrün und Sonnenschein
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Papst Franziskus und Bartholomaios I.
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Stefan Vesper
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Bischof Karl-Heinz Wiesemann
Bischof Karl-Heinz Wiesemann
Erzbischof Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche
Erzbischof Ludwig Schick, Vorsitzender der Kommission Weltkirche

01.09.2017

Religionsvertreter mahnen zu ökologischem Umdenken "Heute schon an morgen denken"

Die Botschaft von Papst Franziskus und Patriarch Bartholomaios I. zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung stößt auf positives Echo. Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken sieht in dem Appell eine Stärkung christlichen Engagements.

Das Zentralkomitee der deutschen Katholiken hat die Botschaft von Papst Franziskus und dem Ökumenischen Patriarchen Bartholomaios I. zum Weltgebetstag für die Bewahrung der Schöpfung gewürdigt. "Der Heilige Vater setzt sein ökologisches Programm, das er mit seiner Enzyklika 'Laudato si' begonnen hat, konsequent fort", erklärte ZdK-Generalsekretär Stefan Vesper am Freitag in Bonn. "Viele Christen engagieren sich für die Bewahrung der Schöpfung und, untrennbar damit verbunden, für weltweite Gerechtigkeit." Sie würden durch den Appell bestärkt.

Aufruf zu neuem Lebensstil

Franziskus und Bartholomaios I. hatten in einer gemeinsamen Umweltbotschaft Profitgier und ungehemmte Ausbeutung von Ressourcen verurteilt und zu einem neuen Lebensstil aufgerufen. An Verantwortungsträger in Gesellschaft, Wirtschaft, Politik und Kultur richteten sie den Appell, "den Schrei der Erde zu hören und sich um die Nöte der an den Rand Gedrängten zu kümmern". Es ist das erste Mal, dass die beiden Kirchenführer gemeinsam eine Botschaft zu dem Weltgebetstag am 1. September veröffentlichten.

Der Papst und das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Kirchen kritisieren eine "unersättliche Lust, die begrenzten Ressourcen des Planeten zu manipulieren und zu kontrollieren", sowie eine "Gier nach grenzenlosem Gewinn an den Märkten". Eine solche Sicht von Natur als Privatbesitz habe tragische und dauerhafte Folgen. Die Auswirkung des Klimawandels gehe vor allem zu Lasten der Armen.

Dagegen richten die Kirchenführer einen "dringenden Aufruf" an alle Menschen, auf eine nachhaltige Entwicklung hinzuwirken. Ein verantwortungsbewusster Umgang mit den Gütern der Erde beinhalte "die Achtung gegenüber allen Menschen und allen Lebewesen". Besonders nehmen sie die Entscheidungsträger in die Pflicht.

Patriarch Bartholomaios I. hatte den Weltgebetstag für die Schöpfung 1989 ins Leben gerufen. Franziskus schloss sich nach der Veröffentlichung seiner Umwelt-Enzyklika "Laudato si" (2015) der Initiative an. Der Gebetstag versteht sich nach Worten des Papstes als "Beitrag zur Überwindung der ökologischen Krise, die die Menschheit derzeit erlebt".

Bischof Wiesemann: "An morgen denken"

Auch in Deutschland rief die katholische Kirche zu einem stärkeren Engagement für die Bewahrung der Schöpfung auf und mahnte eine generationenübergreifende Verantwortung an. "Wer heute nicht an morgen denkt, versündigt sich an den kommenden Generationen. Deshalb brauchen wir ein Bewusstsein, das Schöpfung und Ökologie nicht als Themen von gestern abtut", erklärte kürzlich der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK), der Speyerer Bischof Karl-Heinz Wiesemann.

Ebenfalls am Freitag kritisierte der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick den Umgang mit der Umwelt. Auf Twitter verwies Schick, der auch Vorsitzender der Kommission Weltkirche der Deutschen Bischofskonferenz ist, auf den Monsunregen in Südostasien und den Hurrikan "Harvey" in den USA. Trotzdem gebe es Leugner des Klimawandels und Verweigerer des Pariser Klimaschutzabkommens. "Unbegreiflich!", so der Erzbischof.

(KNA)

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