Kirche engagiert sich für die Umwelt
Kirche engagiert sich für die Umwelt

06.06.2017

Kölner Kirchengemeinde engagiert sich für Klimaschutz "Haben Schuld auf uns geladen"

Die USA und die katholische Kirchengemeinde Heilige Familie in Köln-Höhenhaus gehen getrennte Wege - jedenfalls in Sachen Bemühen um den Klimaschutz. Die Gemeinde setzt auf verstärktes Umweltbewusstsein. Aus mehreren Gründen.

domradio.de: Sie möchten als Gemeinde umweltbewusster werden. Und haben dazu anlässlich des Weltumwelttages an diesem Pfingstmontag den Zertifizierungsprozess für den "Grünen Hahn", also die Auszeichnung für kirchliches Umweltmanagement, mit einem thematischen Gottesdienst begonnen. Wie sieht denn so eine Messe aus?

Pater Ralf Winterberg (Kath. Kirchengemeinde Heilige Familie in Köln Höhenhaus): Alleine der Einstieg war anders. Wir haben eine evangelische Partnergemeinde, die uns in dem Thema zehn Jahre voraus ist. Die haben uns am Anfang des Gottesdienstes den Staffelstab übergeben. Somit dürfen wir auch auf deren Erfahrung aufbauen. Zudem haben wir sowieso kürzlich eine Partnerschaftsvereinbarung mit unseren evangelischen Gemeinden aus unserem Pfarrgebiet geschlossen, sodass wir den Leuten auch deutlich machen konnten, dass auch sie uns helfen können.

Dann war auch ganz wichtig, Gott um Erbarmen zu bitten für die ökologische Schuld, die wir auf uns geladen haben - sowohl die Schuld der Industrieländer gegenüber den Entwicklungsländern, als auch der Menschen gegenüber den mitgeschöpften Pflanzen und Tieren und der heutigen Verbraucher gegenüber den nachfolgenden Generationen unserer Kinder.  

domradio.de: Was ist denn dieses Gütesiegel "Grüner Hahn", das die Gemeinde bekommen möchte?

Pater Ralf: Das ist ein Zertifizierungsverfahren, um Kirchengemeinden mit umweltgerechtem Handeln auszuzeichnen, beziehungsweise diese dazu zu motivieren. Das ist zwar schön, dennoch machen wir die ganze Sache nicht, weil wir ein Luxusproblem haben, sondern durchaus auch aus existenziellen Nöten. 

domradio.de: Was macht denn die Gemeinde für die Umwelt?

Pater Ralf: Erstmal ist es so, dass wir wenig machen, da wir in unseren verschiedenen Gebäuden veraltete Technik am Start haben. Das kostet uns wirklich viel Geld. Wenn wir dann mal hier und da die Gelegenheit bekommen, etwas zu erneuern, dann möchten wir nicht wieder auf konventionelle alte Technik zurückgreifen müssen. Stattdessen wollen wir auch neue Entscheidungen treffen.

Wir haben zum Beispiel Gebäudekomplexe bestehend aus einer Kirche, einem Pfarrheim und vielleicht noch aus einem Kindergarten und aus ein, zwei Dienstwohnungen, die alle von einer zentralen Heizung versorgt werden.

Weiter haben wir angefangen das "grüne Datenkonto" auszufüllen. Das bedeutet, dass die Strom- und Versorgungsstände jeden Monat aufgeschrieben werden. An dieser Stelle fällt einem auf, wenn man zum Beispiel einen erhöhten Wasserkonsum hat. Dementsprechend ist wahrscheinlich eine unterirdische Leitung defekt, sodass wir dem Problem nachgehen sollten. Anstatt das wir erstens viel Wasser verlieren und zweitens am Ende ein horrende Rechnung haben, können wir also direkt reagieren. 

domradio.de: Also eine Kombination aus aufmerksamem Agieren und wirklichem Handeln. Wie kam es dazu, dass Sie und die Gemeinde sich jetzt für die Umwelt stark machen wollen? Also es waren ja sicher nicht nur existenzielle Nöte ausschlaggebend. 

Pater Ralf: Man muss gucken, dass man zu seinen eigenen Gemeindemitgliedern den Anschluss behält. Ich feiere beispielsweise den Werktagsgottesdienst mit sehr guten und frommen Christen, die schon ein wenig in die Jahre gekommen sind. Jetzt könnte man natürlich denken, dass diese Menschen fromm beten und sonst nichts machen. Das ist natürlich falsch, weil ich denen genauso im Wald begegne wenn sie Sport machen. Hier bin ich immer wieder überrascht, wie fortschrittlich und gesundheitsbewusst eigentlich meine Gemeindemitglieder sind. Entsprechend sind sie dann meistens auch umweltbewusst.

Deshalb tut es der Kirche, und speziell auch unserer Gemeinde gut sich dem Thema Umwelt zu widmen. Hierbei wird dann auch das ganze finanzielle Einsparpotential genutzt und eine Vorbildfunktion für unsere Stadteile übernommen.

Das Interview führte Silvia Ochlast.

(dr)

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