Demonstration gegen Trumps Klima-Dekret
Demonstration gegen Trumps Klima-Dekret

29.03.2017

Klimaallianz Deutschland kritisiert Trumps Anti-Umweltpolitik "Zutiefst destruktiv und unmoralisch"

Mit seinem neuen Umwelt-Dekret bringe US-Präsident Donald Trump die Vereinigten Staaten nicht voran – er mache sie ganz klein, sagte Pfarrer Klaus Breyer, Vorstand der Klimaallianz Deutschland, im domradio.de-Interview. Sein Verhalten sei zutiefst unmoralisch.

US-Präsident Donald Trump will die von seinem Vorgänger Obama festgesetzten Auflagen für die Emissionen von Kohlekraftwerken kippen. Gestern hat er ein entsprechendes Dekret unterzeichnet beim Besuch einer Umweltbehörde in Washington. Die EU-Kommission bedauert das.

domradio.de: Pfarrer Klaus Breyer, Vorstand der Klimaallianz Deutschland, wie ging es Ihnen als Sie das gehört haben?

Pfarrer Klaus Breyer (Vorstand Klimaallianz Deutschland): Man ist ja mittlerweile kaum noch überrascht, aber man muss natürlich sagen, dass Trump, wenn er diesen "Clean-power-act" seines Vorgängers rückgängig macht, dass er damit nicht Amerika voranbringt, nicht groß macht, sondern klein. Ebenso wenig wie der Klimawandel via Dekret des Präsidenten beseitigt werden kann, ebenso wenig macht er an den Grenzen der USA Halt. Also ich finde, das Verhalten Trumps ist zutiefst destruktiv und unmoralisch.

domradio.de: Müssten Christen in den USA jetzt nicht aufstehen, die Stimme erheben und dezidiert für die Bewahrung der Schöpfung in ihrem Land kämpfen?

Breyer: Ich denke, das ist an vielen Orten bereits der Fall und es ist ja auch so, dass dieses Dekret nicht darüber entscheidet, ob die USA im Klimaschutz weitermachen oder nicht. Es gibt viele Initiativen, auch kirchliche Initiativen vor Ort. Es gibt Kommunen, es gibt Staaten, die voranschreiten mit dem Klimaschutz und die USA verabschieden sich natürlich mit diesem Dekret noch nicht vom Pariser Abkommen.  Also es ist nichts verloren. Ich denke, auch Christen müssen jetzt deutlicher sagen, dass Klimaschutz eine Aufgabe ist, die zu unserem Glauben gehört, dass die Schöpfung zu bewahren ist, dass dazu der Klimaschutz ganz zentral gehört, damit Menschen in Nord und Süd, heutige und zukünftige Generationen, menschenwürdig leben.

domradio.de: Die Enzyklika von Papst Franziskus "Laudato si" befasst sich ja mit dem Umwelt- und Klimaschutz. Ist deren Inhalt denn schon bei den Menschen, bei den katholischen und evangelischen Christen in Deutschland angekommen?

Breyer: Er hat uns viel Rückenwind gegeben und er hat sozusagen die Basis der Menschen, die sich für ökologische und für globale Fragen interessieren verbreitert. Ich glaube, es ist sehr wohl schon seit längerer Zeit angekommen, dass auch wir Christinnen und Christen gerade Verantwortung nicht nur für unser eigenes Leben tragen, sondern auch gemeinsam einen Weg finden müssen, Verantwortung dafür zu finden, dass Menschen auch in Zukunft gut leben können. In dieser Richtung hat der Papst nochmal ein ganz starkes Signal gesetzt. Keiner darf sich aus der Verantwortung stehlen: die Industrieländer nicht, die Menschen in Wohlstandsgesellschaften nicht, aber auch Schwellenländer und auch Entwicklungsländer müssen ihren Weg finden.

domradio.de: Wenn Sie jetzt einmal speziell auf die beiden großen Kirchen in Deutschland schauen, haben Sie da das Gefühl ist das Thema Klimaschutz, Umweltschutz, Bewahrung der Schöpfung, wie wir Christen das dann immer nennen, ausreichend angekommen?

Breyer: Ich denke es ist schon sehr stark angekommen, es ist zur Zeit auch in diesem deutschen Wahlkampf nicht das zentrale Thema, aber wir arbeiten jetzt seit etwa 15 Jahren mit einer immer stärker werdenden Bewegung von Menschen in den Kirchen zusammen, die sich sowohl politisch engagieren für einen effektiven Klimaschutz, der für Menschen auch in Zukunft ein würdiges Leben ermöglicht und wir arbeiten natürlich auch in unseren eigenen Institutionen daran, dass wir unseren Beitrag dazu liefern, dass CO2-Emissionen verringert werden, dass Klimaschutz auch im Bereich der Kirche weiter voran kommt. Ich denke, wir sind auf einem guten Weg.

Es ist auch so, dass Kirchen zunehmend versuchen ihr Geld, ihre Pensionsfonds nachhaltig anzulegen und es ist auch in der letzten Zeit ein großes Thema geworden, ob die Kirchen sich nicht an Investment Kampagnen beteiligen, sich also auch ganz bewusst  zurückziehen aus all den Industrieunternehmungen, die mit fossilen Energieträgern zu tun haben, die ihre Gewinne in diesen Bereich mit Gas, mit Öl, mit Kohle machen. Ich denke, das sind ganz wichtige Signale, da müssen wir sicher noch weiter vorankommen. Aber ich denke, wir sind auf einem ganz guten Kurs. Wir müssen aber dran bleiben.

domradio.de: Und wenn wir dran bleiben müssen, und da nehmen wir nochmal die weltweite Perspektive ein, was müsste da in ihren Augen passieren, damit die Kirche wirklich noch eine lautere Stimme bekommt, die noch mehr gehört wird?

Breyer: Wir müssen uns noch stärker vernetzen, wir müssen noch stärker ökumenisch auf den großen Klimakonferenzen unser Wort erheben. Wir müssen uns aber auch vor Ort noch viel stärker darüber austauschen, wie wir uns auf landespolitischer Ebene, auf bundespolitischer Ebene oder europäischer Ebene als Kirchen artikulieren für eine nachhaltige Zukunft. Ich glaube, da ist noch einiges an Möglichkeit offen, die Möglichkeiten sollten wir auch nutzen. 

Das Interview führte Hilde Regeniter.

(dr)

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