Plastik verschmutzt die Umwelt
Bye, bye, Plastiktüte!

01.07.2016

Kunden müssen künftig für Plastiktüten zahlen Abschied von der Ex-und-Hopp-Mentalität

Sind Baumwollbeutel und Papiertüten wirklich besser? Um Plastiktüten gibt es viele Fragezeichen. Dass ihr Verbrauch verringert werden muss, ist aber unbestritten. Ab Freitag sind sie vielerorts kostenpflichtig.

Kostenlose Plastiktüten sollen in Deutschland zum Auslaufmodell werden. Von diesem Freitag an müssen Verbraucher in vielen Geschäften dafür bezahlen. Mehr als 240 Unternehmen haben sich verpflichtet, die Tüten in Zukunft nur noch gegen eine Gebühr abzugeben. Dazu hatten der Präsident des Handelsverbandes Deutschland (HDE), Josef Sanktjohanser, und Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) im April eine Selbstverpflichtung unterzeichnet.

Sehr dünne Tüten bleiben gratis

Von der Vereinbarung sind vorerst etwa 60 Prozent der Plastiktüten im Einzelhandel betroffen. Sehr dünne Tüten, etwa für Obst und Gemüse, bleiben gratis. Die Höhe der Gebühr können die Händler - sehr zum Ärger der Umweltschützer - selbst festlegen. In der Vereinbarung zwischen Handel und Regierung ist lediglich von einem "angemessenen Entgelt" die Rede. Die deutsche Politik setzt damit eine EU-Richtlinie um, wonach der Verbrauch der Kunststofftüten in den Mitgliedstaaten bis 2019 auf 90 Tüten und bis 2025 auf 40 Tüten pro Einwohner und Jahr reduziert werden soll.

Mit der Selbstverpflichtung vermeidet der Einzelhandel vorerst eine gesetzliche Regelung. Hendricks hat allerdings angekündigt, dass die Bundesregierung genau beobachten wird, ob die Vereinbarung umgesetzt wird. Plastiktüten stünden für "eine Ex-und Hopp-Mentalität" auf Kosten der Umwelt, so die Ministerin. Sanktjohanser hatte im Vorfeld erklärt, er sei zuversichtlich, dass die vereinbarte Zielquote von 80 Prozent innerhalb von zwei Jahren erreicht werden könne.

Jährlich eine Billion Plastiktüten

Eine Billion Stück - auf diese Anzahl wird der jährliche, weltweite Plastiktütenverbrauch geschätzt. Die Einwegbeutel tragen nach Angaben von Umweltschützern wie dem Verband NABU zu wachsenden Müllbergen in vielen Teilen der Welt bei und belasten Mensch und Umwelt. Nur ein Bruchteil der global verbrauchten Plastiktüten werde recycelt oder thermisch verwertet, klagt auch die Umwelthilfe. Etwa 90 Prozent landeten auf Mülldeponien. So entsprechen die in der EU pro Jahr in Deponien entsorgten Plastiktüten der Stromproduktion von 1,6 Atomkraftwerken.

Nach Darstellung des Bundesumweltamtes landen 30 Millionen Tonnen Plastik weltweit jährlich im Meer. Der Kunststoff verschandelt nicht nur die Strände, sondern bildet auch gigantische Müllteppiche auf dem Meer. Da sich die Kunststoffe erst nach 500 Jahren abbauen, dringen Plastikteile auch in die Nahrungskette und töten zahlreiche Meerestiere.

In Deutschland werden nach Angaben der Umwelthilfe derzeit pro Jahr 6,1 Milliarden umweltbelastender Plastiktüten herausgegeben. Das sind 11.700 Tüten pro Minute oder 76 Plastiktüten pro Kopf und Jahr. Deutschland gehört neben Italien, Spanien und Großbritannien zu den absoluten Spitzenreitern beim Plastiktütenverbrauch.

Ökobilanz auf dem Prüfstand

Allerdings räumt auch die Umwelthilfe ein, dass die Ökobilanz der Plastiktüten bei näherem Hinsehen nicht ganz so schlecht ist - zumindest im direkten Vergleich mit alternativen Tüten. Papiertüten beispielsweise sind zwar als Müll umweltfreundlicher, aber sie brauchen in der Herstellung viel Energie und Wasser. Damit eine Papiertüte eine ähnliche Ökobilanz aufweist wie eine Plastiktüte, muss man sie mehrmals verwenden. Auch für stabile Plastiktaschen oder Stofftüten gilt: Werden sie nur einmal verwendet, fällt die Ökobilanz miserabel aus.

Tatsächlich sind sich Umweltschützer einig: Taschen wiederzuverwenden, ist für die Umwelt am besten. Tatsächlich benutzen nach aktuellen Umfragen zwei Drittel der Deutschen nach eigenen Angaben einen Korb, Rucksack oder eine Stofftasche beim Supermarkt-Einkauf. Aber wenn man die gerade vergessen hat und eine Tüte doch nur einmal gebraucht wird, dann ist die simple Plastiktüte die umweltfreundlichste Wahl.

Christoph Arens
(KNA)

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