Luxemburgs Umweltministerin Carole Dieschbourg mit Amtskollegen Andrae Rupprechter aus Österreich
Luxemburgs Umweltministerin Carole Dieschbourg mit Amtskollegen Andrae Rupprechter aus Österreich

21.04.2016

Luxemburgs Umweltministerin: Müllerstochter und Katholikin "Das Thema Klima liegt mir schon sehr lange am Herzen"

Vor vier Monaten handelte sie ein "historisches" Klimaabkommen für die EU aus. Luxemburgs Umweltministerin Carole Dieschbourg gelang das, was keiner für möglich hielt. Ein Porträt einer katholischen Klima-Kämpferin.

Jung, gläubig, grün - Diese Adjektive beschreiben die besondere Rolle der Umweltministerin von Luxemburg, Carole Dieschbourg (38). Als einzige Ministerin der Grünen in Europa saß sie im Dezember genau an der richtigen Stelle. Ihr Land hatte die EU-Ratspräsidentschaft inne und verantwortete zusammen mit der Kommission die Klimaverhandlungen in Paris für Europa. Die 38-Jährige war Europas Stimme auf dem Gipfel. Nicht zuletzt wegen ihres Engagements erzielte die Weltgemeinschaft ein Abkommen, das in den Medien als "historisch" gefeiert wurde.

Abkommen unterschriftsreif

Am Freitag unterschreibt Dieschbourg zusammen mit über 150 Staatschefs dieses Abkommen in New York. "Nun geht es darum, den Elan, den wir aufgebaut haben, weiterzutragen", sagt sie entschlossen. Die Europäer müssten zeigen, dass sie es ernst meinten mit dem Klimaschutz und mit gutem Beispiel vorangehen. "Ich denke, dass unsere Generation die Generation ist, die den Klimawandel schon live erfährt und dass wir eigentlich die Letzten sind, die jetzt wirklich handeln können und müssen", erklärte sie auf Spiegel online ihre Motivation.

Das Klima zu schützen, ist Dieschbourg nicht erst seit dem Klimagipfel in Paris wichtig. Aufgewachsen in einer Müllersfamilie, lernte sie schon früh, sich für die Natur einzusetzen. "Das Thema Klima liegt mir schon sehr lange am Herzen", sagt sie. Als Kind begleitete sie ihre Eltern auf Anti-Atom-Demos. Nach dem Geschichtsstudium in Trier stieg sie in den Betrieb ihrer Eltern ein und forcierte den nachhaltigen Getreide-Anbau, knüpfte Netzwerke mit anderen regionalen Herstellern. Im Angebot sind unter anderem nachhaltig und ökologisch produziertes Mehl, aber auch Kaffee aus der eigenen Rösterei.

Treffen mit Papst Franziskus

2008 trat sie bei den Grünen ein; 2011 zogen die Grünen zum ersten Mal in den Gemeinderat von Echternach ein und Dieschbourg wurde Fraktionsvorsitzende. Zwei Jahre später machte Ministerpräsident Xavier Bettel sie zur Umweltministerin. Die gläubige Katholikin fand sich schnell zurecht in der Politikwelt. Religion habe immer eine Rolle in ihrem Leben gespielt. "Wir haben nur einen Planeten", zitiert Dieschbourg die Umweltenzyklika von Papst Franziskus "Laudato si". Im September traf sie zusammen mit den anderen Umweltministern den Papst. Ein Höhepunkt für Dieschbourg.

"Ich persönlich habe mich sehr auf die Begegnung gefreut", erzählt sie. Es sei ein emotionaler Moment gewesen. "Es war eine sehr ehrliche Begegnung und ich hatte das Gefühl, dass wir einen Papst haben, der in der Klimafrage engagiert ist", so die Umweltministerin. Die Begegnung habe sie motiviert, in Paris für gute Ergebnisse einzutreten.

Reden und kluge Allianzen bilden

Klimaschutz ist für die Luxemburgerin mehr als Naturschutz. "Alle Krisen, die wir im Moment vorfinden, werden verstärkt, wenn wir nicht beim Klimaschutz aktiver werden", sagt sie. "Wir müssen versuchen, Verbesserungen für alle Menschen zu erzielen." Deshalb habe sie auf dem Klimagipfel versucht, "kluge Allianzen" zu bilden und andere Minister mit einzubinden. Reden, reden, nochmals reden - das war Dieschbourgs Strategie. "Wir müssen auf alle Fälle verhindern, dass Europa mit mehreren Stimmen spricht."

Begegnungen sind Dieschbourg nicht nur auf der großen Politikerbühne wichtig, sondern auch im Kleinen. In den vergangenen Monaten ging sie zu vielen Bürgerversammlungen, um zu erklären, warum Klimaschutz wichtig sei. "Man kann mit vielen kleinen Gesten im Alltag schon sehr viel bewirken", sagt sie. Mit ihrem Mann wohnt die Umweltministerin auf dem Land. "Wir haben zum Beispiel einen Bienenstock im Garten", lacht sie. Um das Klima zu schützen, ernähre sie sich biologisch, mit regionalen und saisonalen Produkten und versuche, nicht so viel zu fliegen. Natürlich in dem Maße, wie es ihr Beruf derzeit zulasse.

Franziska Broich
(KNA)

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