Braunkohlekraftwerk Niederaußem
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30.11.2015

Start des UN-Klimagipfels in Paris Klimaretter gesucht

Es soll "das" entscheidende Treffen sein. Und wieder einmal befürchten Beobachter, dass der UN-Klimagipfel nur laue Ergebnisse liefert. Fünf Fragen und Antworten zum Spitzentreffen der internationalen Staatengemeinschaft in Paris.

Worum geht es in Paris?

2012 lief das erste weltweite Klimaschutzabkommen, das "Kyoto-Protokoll", aus. Seither ringt die Staatengemeinschaft um eine neue Vereinbarung. Sie soll in Paris beschlossen werden und 2020 in Kraft treten. Wichtigstes Ziel ist es, den Ausstoß von Kohlendioxid (CO2) zu senken. Das Gas, das unter anderem durch die Nutzung von Kohle und Öl in die Atmosphäre gelangt, gilt als eine Hauptursache für den Klimawandel. Im Jahr 1850 lag der weltweite CO2-Ausstoß bei knapp 200 Millionen Tonnen; 2013 betrug er 36 Milliarden Tonnen. Weil sich das CO2 nur langsam abbaut und die Folgen der Erderwärmung bereits jetzt schon spürbar sind, steht in Paris noch eine weitere Frage auf der Agenda: Wie können jene Staaten unterstützt werden, die schon jetzt unter den Folgen des Klimawandels leiden?

Warum hat das "Zwei-Grad-Ziel" eine so große Bedeutung?

Wenn sich die globale Durchschnittstemperatur um mehr als zwei Grad im Vergleich zur vorindustriellen Zeit um 1850 erhöht, sind die Folgen nach Ansicht vieler Wissenschaftler nicht mehr beherrschbar. Für die durch den Anstieg der Meere besonders bedrohten Inselstaaten oder empfindliche Ökosysteme wie Korallenriffe ist bereits ein Anstieg von 1,5 Grad kaum verkraftbar. Im Vorfeld des UN-Gipfels waren die Staaten daher aufgefordert, nationale Klima-Aktionspläne vorzulegen. Das Zwei-Grad-Ziel wird demnach trotzdem um 0,3 bis 0,7 Grad überschritten. Experten kritisieren überdies, dass einzelne Länder mittels statistischer Tricks ihre Versprechen schönrechnen. Offen ist auch noch, wer diese Selbstverpflichtungen überprüft.

Welche Positionen vertritt die Bundesregierung?

Deutschland will sich laut Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) für ein möglichst bindendes Abkommen einsetzten, in dem das Zwei-Grad-Ziel festgeschrieben ist und dessen Umsetzung regelmäßig überprüft wird. Darüber hinaus tritt die Bundesregierung für einen Ausstieg aus der fossilen Energie bis zum Ende des Jahrhunderts ein. Deutschland will zudem gemeinsam mit den anderen Industrieländern den Grünen Klimafonds weiter auffüllen. Dort sollen den Entwicklungsländern ab 2020 jährlich 100 Milliarden US-Dollar für Klimaschutzmaßnahmen und Anpassung an den Klimawandel zur Verfügung stehen. Auf nationaler Ebene will Deutschland 2020 mindestens 40 Prozent CO2 weniger ausstoßen als 1990 sowie bis 2025 den Anteil der erneuerbaren Energie auf mindestens 40 Prozent steigern.

Was erwarten Umweltschützer und Entwicklungshelfer von dem Gipfel?

Wie immer vor Beginn der Klimaverhandlungen werden die Rufe lauter, die ein Scheitern der Verhandlungen befürchten. Besonders das Treffen in Kopenhagen ist in schlechter Erinnerung geblieben. Auch die Konferenz in Lima 2014 brachte keinen Durchbruch. Dass sich im Vorfeld von Paris die beiden größten Klimasünder China und die USA gemeinsam Details ihrer Klimapläne bekanntgaben, sorgte für positive Schlagzeilen. Allerdings darf nach Ansicht des katholischen Werks für Entwicklungszusammenarbeit Misereor das Pariser Abkommen nicht allein von diesen beiden Ländern bestimmt werden. Dann blieben viele Belange insbesondere der Entwicklungsländer außen vor. Die EU müsse in Paris als Brückenbauer auftreten.

Wie steht es um die Sicherheitsvorkehrungen?

An der Eröffnung des UN-Gipfels am Montag wollen rund 150 Staats- und Regierungschefs teilnehmen. In den folgenden knapp zwei Wochen bis zum Ende der Konferenz werden 40.000 Teilnehmer erwartet. Damit ist die Zusammenkunft eines der größten diplomatischen Spitzentreffen außerhalb der UN-Vollversammlungen. Schon allein das macht umfangreiche Sicherheitsvorkehrungen notwendig. Nach den islamistischen Anschlägen von Paris gelten auf dem Konferenzgelände in Le Bourget nordöstlich der französischen Hauptstadt strenge Sicherheitsvorkehrungen. Die im Umfeld des Gipfels geplanten Großdemonstrationen in Paris, zu denen die Veranstalter ursprünglich 200.000 Menschen erwarteten, finden nicht statt.

(KNA)

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