Der Mensch als Gefahr für seine Umwelt
Bartholomäus I.
Bartholomäus I.

10.05.2014

Bartholomäus beginnt in Stuttgart seinen Deutschlandbesuch Grünes Patriarchentreffen

Mit einer Rede über Umweltschutz hat Patriarch Bartholomäus seinen Deutschlandbesuch begonnen. Die Welt befinde sich "vor dem Abgrund einer ökologischen Katastrophe", warnt das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Christen.

Der Mensch greife "ständig durch unbesonnene Handlungen todbringend in die Harmonie der Schöpfung" ein und habe so die ökologische Krise verursacht. Ursache der Umweltkatastrophe sei Egozentrismus. Der Mensch werde "täglich gefährlicher für sich selbst, für seine Mitmenschen aber auch für seine Umwelt".

Eine Ehreneskorte mit drei Motorrädern an der Spitze hatte die zehn Autos umfassende Wagenkolonne des Patriarchen vom Flughafen in die Innenstadt begleitet. Dort wurde der sichtlich gut aufgelegte Bartholomaios I. von Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann (Grüne) begrüßt. Dass Bartholomäus häufig als "grüner Patriarch" bezeichnet werde, kann Kretschmann, der bislang einzige deutsche grüne Ministerpräsident, "nur als höchstes Lob verstehen", so der Ministerpräsident in seiner Begrüßung. Nach Stuttgart eingeladen hatte Kretschmann Bartholomäus bei einem Türkei-Besuch 2012. Aus dem Umfeld des Ministerpräsidenten heißt es, dass die persönliche Chemie zwischen den beiden sehr gut sei.

Kretschmann mahnt religiöse Vielfalt in der Türkei an

Im Neuen Schloss nutzte Kretschmann die Gelegenheit, den Umgang des türkischen Staates mit der orthodoxen Minderheit im Land zu kritisieren. So sei das Seminar von Chalki, früher wichtigste theologische Ausbildungsstätte des Patriarchats von Konstantinopel und 1971 vom Staat geschlossen, bis heute nicht wieder eröffnet worden.

Von lange anhaltendem Applaus begleitet betonte Kretschmann, zur freiheitlichen Gesellschaft gehöre religiöse Vielfalt. Der Weg der Türkei nach Europa sei offen. Es gelte aber, die Grundwerte der Europäischen Union umzusetzen. Das war vermutlich eine bewusste Spitze gegen den türkischen Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, dass Kretschmann ergänzte, Staatspräsident Abdullah Gül habe offenbar Verständnis für eine solche Sicht der Dinge.

Treffen mit Kanzlerin Merkel und Bundespräsident Gauck

Bartholomäus bleibt bis Sonntagabend in der baden-württembergischen Landeshauptstadt. Geplant sind bis dahin drei Gottesdienste in Stuttgart und Esslingen. Von Frankfurt aus fährt der Patriarch dann weiter nach Bonn, wo ein Treffen mit der katholischen Deutschen Bischofskonferenz vorgesehen ist. Der politische Höhepunkt der Reise steht am Mittwoch in Berlin an, wenn Bartholomäus Bundespräsident Joachim Gauck, Bundestagspräsident Norbert Lammert und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) trifft. Die Schlussstation heißt München. Anlass des Besuchs ist das 50-Jahr-Jubiläum der griechisch-orthodoxen Metropolie in der Bundesrepublik. Zu ihr zählen rund 500.000 Christen. Die zunächst für 2013 geplante Visite war wegen Terminproblemen im Zusammenhang mit dem Bundestags-Wahlkampf verschoben worden.

Bartholomäus ist als griechisch-orthodoxer Patriarch von Konstantinopel der 270. Nachfolger des Apostels Andreas und trägt den Titel "Ökumenischer Patriarch". Die Rolle als Ehrenoberhaupt der Weltorthodoxie mit rund 300 Millionen Mitgliedern ist allerdings mit keinerlei rechtlichen Befugnissen über die nationalen Kirchen anderer Länder verbunden. Die Türkei erkennt weder den Titel des Ökumenischen Patriarchen noch eine gesamtorthodoxe Aufgaben des Patriarchates an.

Sie sehen in ihm nur den obersten Seelsorger der wenigen in der Türkei verbliebenen griechisch-orthodoxen Christen. Während deren Zahl weiter sinkt, sind dem Patriarchat direkt 3,5 Millionen Christen in Teilen von Griechenland sowie in der Diaspora in Nord- und Südamerika, Mittel- und Westeuropa sowie in Australien unterstellt.

So kamen auch eine ganze Reihe orthodoxer Bischöfe nach Stuttgart, um den seit 1991 amtierenden Patriarchen zu sehen und zu hören. Vertreter des Judentums und der Muslime nahmen ebenfalls an dem Empfang teil - nicht zuletzt, weil der promovierte Kirchenrechtler, der sieben Sprachen fließend spricht, seit Jahren als vertrauenswürdiger Gesprächspartner im interreligiösen Dialog gilt.

Die katholische und die evangelische Kirche waren durch die Bischöfe Gebhard Fürst, Frank Otfried July und Ulrich Fischer vertreten. Allesamt konnten sie erleben, wie ein Patriarch über Umweltpolitik und ein Ministerpräsident über christlichen Glauben sprach.

Michael Jacquemain
(KNA)

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