28.09.2021

Teilnehmer des Synodalen Wegs üben Kritik am Vatikan Kopfschütteln über Papst Franziskus

Vor der zweiten Vollversammlung des Synodalen Wegs üben 57 Teilnehmer des Reformdialogs Kritik am Vatikan. Sie stoßen sich vor allen an den jüngsten Entscheidungen des Papstes, angebotene Rücktritte von Bischöfen nicht anzunehmen.

In einer am Dienstag vom Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) veröffentlichten Erklärung zeigen sie sich erschüttert über die Gründe, die Papst Franziskus dazu veranlassten, das Rücktrittsangebot des Hamburger Erzbischofs Stefan Heße und der Kölner Weihbischöfe Ansgar Puff und Dominik Schwaderlapp nicht anzunehmen.

Dass der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki eine mehrmonatige "Auszeit" nehmen, aber im Amt bleiben soll, stößt bei den Unterzeichnern ebenfalls auf Unverständnis.

Eine moralische Dimension

"Schuld und Verantwortung haben in unserer Kirche auch vor allem eine moralische Dimension", heißt es in dem Papier. "Generell gilt, dass nicht erst die Vertuschungsabsicht, sondern auch schwere Verfahrensfehler jenes Vertrauen untergraben können, das für die Ausübung des bischöflichen Dienstes unerlässlich ist."

Einen "Mangel an Aufmerksamkeit und Sensibilität den von Missbrauch Betroffenen gegenüber", den das Schreiben aus Rom bei Heßes früherer Tätigkeit feststelle, sei mit dem Dienst als Bischof unvereinbar.

"Auch aus der Politik und demokratischen Strukturen kennen wir die Möglichkeit, durch persönliche Verantwortungsübernahme einen Weg der Erneuerung zu ermöglichen", so die Synodalen. In der Erklärung zeigen  sie sich entschlossen, den Dialog zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland fortzuführen.

Papst soll unvoreingenommen Synodalen Weg verfolgen

"Wir knüpfen daran die Erwartung, dass unsere Bischöfe diesen Weg als Zeichen und Werkzeug für eine echte Neuentdeckung der Frohen Botschaft Gottes in unserer Zeit mitgehen und mitgestalten. Und wir erwarten vom Bischof von Rom, dass er in Gemeinschaft mit allen Bischöfen die Impulse unseres Synodalen Weges unvoreingenommen prüft. Ansonsten geriete jede Rede über die synodale Verfasstheit unserer Kirche zur bloßen Farce."

Zu den Unterzeichnern gehören ZdK-Vizepräsidentin Karin Kortmann, die Präsidentin des Katholischen Deutschen Frauenbundes (KDFB), Maria Flachsbarth, die Erfurter Dogmatikerin Julia Knop, der Bochumer Pastoraltheologe Matthias Sellmann und Gregor Podschun, Bundesvorsitzender des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ).

(KNA)

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