Lektorin am Ambo
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Ministrantinnen vor einem Kruzifix
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12.01.2021

Neuer Papst-Erlass zu Aufgaben von Laien in der Liturgie Anerkennung von Frauen und Nein zur Weihe

Mehr Anerkennung für Dienste von Frauen in der Liturgie und ein erneutes Nein zu deren Priesterweihe. Mit einem Erlass bekräftigt der Papst jahrelange Praxis in Gemeinden und markiert Eckpunkte für weitere Diskussionen.

Ab diesem Montag können in der katholischen Kirche auch ganz offiziell und dauerhaft Frauen den Dienst einer Lektorin und Kommunionhelferin ausüben. Ebenso können Mädchen und Frauen als offiziell beauftragte Messdienerinnen tätig werden. Mit einer entsprechenden Änderung des Kirchenrechts hat Papst Franziskus eine weltweit bereits lange bestehende Praxis grundsätzlicher geregelt.

Nein zur Priesterweihe für Frauen

Gleichzeitig bekräftigt Franziskus das Nein seiner Vorgänger zur Priesterweihe für Frauen.

Mit dem Erlass "Spiritus Domini" (Der Geist des Herrn) ändert der Papst Kanon 230 § 1 des kirchlichen Gesetzbuchs. Demnach können nun Laien - bisher hieß es "männliche Laien" - mit "dem festgelegten liturgischen Ritus dauerhaft in den Diensten der Lektoren und Akolythen eingesetzt werden". Mindestalter und notwendige Voraussetzungen bestimmen weiterhin die örtlichen Bischofskonferenzen.

Schon bisher konnten Frauen wie nicht geweihte Männer mittels einer zeitlich begrenzten Beauftragung die Aufgabe eines Lektors und Kantors übernehmen. Zudem konnten dort, wo es für nötig erachtet wurde, männliche wie weibliche Laien auch liturgische Gebete leiten, die Taufe spenden und Kommunion austeilen. Neu ist nun, dass diese Dienste mit einer offiziellen Beauftragung zum Lektor oder Akolythen verbunden sind.

Lektoren tragen die Lesungen vor, nicht das Evangelium, und etwa Fürbitten. Zu den Aufgaben eines Akolythen gehören die Austeilung der Kommunion sowie der Ministrantendienst. Aber auch die Leitung liturgischer Gebete, etwa einer Rosenkranzandacht, oder die Aussetzung des Allerheiligsten - der gewandelten Hostie - zur Anbetung durch die Gläubigen gehören dazu.

Lektor und Akolyth waren früher sogenannte niedere Weihestufen. Papst Paul VI. trennte diese 1972 von denen des Diakons, Priesters und Bischofs, behielt sie als "Dienste" aber weiterhin nur Männern vor.

Mit der Bezeichnung als "Dienst" - nicht "Amt" - soll der theologische Unterschied zum Weiheamt betont werden.

Franziskus bekräftigt Unterschied

Diesen Unterschied bekräftigt Franziskus in seinem neuen Erlass: Die Dienste von Lektor und Akolyth "unterscheiden sich wesentlich vom Weiheamt, das nur durch das Sakrament der Weihe empfangen wird". In einem zusätzlichen Begleitschreiben an die Glaubenskongregation wiederholt Franziskus zudem die Aussage seines Vorgängers Johannes Paul II. von 1994, wonach die Kirche nicht die Macht habe, Frauen zu Priestern zu weihen.

Mit der Öffnung der Aufgaben von Lektor und Akolyth zu institutionalisierten Diensten für Männer wie Frauen verfolgt Franziskus ein konservatives wie ein progressives Anliegen.

Einerseits will er den Unterschied zwischen "Weiheämtern" nur für Männer sowie "Nicht-Weihe- oder Laienämtern" für alle klarer gestalten. Andererseits will Franziskus den Beitrag von Laien, insbesondere Frauen, für das kirchliche Leben stärker anerkennen.

Forderung von Bischofssynoden

Für seine Entscheidung verweist der Papst auch auf Forderungen von Bischofssynoden. So hatte schon die Bischofssynode zum "Wort Gottes im Leben und in der Sendung der Kirche" 2008 über den nun geänderten Kanon 230 diskutiert. Die Amazonas-Synode von 2019 forderte, über neue Wege für Aufgaben, Dienste und Ämter der Kirche nachzudenken. Es sei für die ganze Kirche wichtig, Dienste und Aufgaben an nicht-geweihte Frauen und Männer zu übertragen.

Entsprechend wird das Amt des Lektors und Akolythen nun ausschließlich begründet mit dem Sakrament der Taufe und der Firmung, wodurch alle Gläubigen Anteil am "königlichen Priestertum" Christi hätten. Gleichzeitig betont Franziskus, solche Aufgaben und Dienste müssten in Einheit mit der Weltkirche und Rom gestaltet werden.

Die Entscheidung Pauls VI. von 1972, Lektor und Akolyth nur Männern vorzubehalten, beruhte laut Franziskus auf einer zwar "ehrwürdigen", aber nicht strikt bindenden Tradition. Heute müsse "der kostbare Beitrag", den Frauen und Männer für die Kirche leisten, auch mittels eines liturgischen Aktes anerkannt und somit institutionalisiert werden. Die Gottesdienstkongregation wies Franziskus an, die liturgischen Texte für eine solche Beauftragung entsprechend zu ändern.

Roland Juchem
(KNA)

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