28.07.2020

Beate Roth über die Zukunft ihrer "Heimatkirche" "Wir müssen uns nicht anbiedern, wir müssen uns anbieten"

Immer weniger junge Menschen engagieren sich in der Heimatgemeinde von Beate Roth. Was auch daran liegt, dass 50- und 60-Jährige versuchen, etwas für Jugendliche anzubieten. Die Lösung wäre eine andere, so Beate Roth.

DOMRADIO.DE: Was ist Ihre Heimatkirche?

Beate Roth (Pfarrgemeinderatsvorsitzende): Die Lambertus Kirche ist meine Heimatkirche, in der ich getauft wurde, in der ich zur Kommunion gegangen bin, in der ich gefirmt wurde und in der ich auch geheiratet habe.

DOMRADIO.DE: Was lieben Sie denn an der Kirche?

Roth: Ja, es ist tatsächlich so etwas wie eine Heimat. Es ist ein Nachhausekommen. Es ist ein Sich-Wohlfühlen, es ist ein Kennen. Das hat jetzt gar nicht unbedingt etwas damit zu tun, dass es die einzige Kirche ist, die ich kenne. Ich bin auch bekennende "Pastoralverbund-Verfechterin". Aber trotzdem ist es manchmal gerade schön, hier zu sein und hier Gottesdienst zu feiern mit den Menschen, die ich kenne und die mir am Herzen liegen.

DOMRADIO.DE: Jetzt gibt es die Kirche nicht nur als Gebäude, sondern auch als Glaubensgemeinschaft, die unterwegs ist. Wie ist der Zustand der Truppe?

Roth: Also wenn Sie mich jetzt fragen, muss ich natürlich sagen: Gut. Nein, ich muss das nicht nur sagen, ich sage das auch aus Überzeugung. Wir haben eine sehr lebendige Gemeinde mit ganz vielen engagierten Menschen, die sich, wo sie können, engagieren – die mittun in Kommunionvorbereitung, in Firmvorbereitung, in freien Angeboten. Nachdem uns im letzten Jahr die Samstagabend-Messe weggefallen ist, hat sich ganz schnell ein Kreis gegründet mit der Überlegung: Wie können wir diesen Termin aufrecht halten? Mit verschiedenen Angeboten in der Caritas. In der Kinderarbeit ist viel unterwegs.

DOMRADIO.DE: Eine engagierte Gemeinde. Wo drückt denn der Schuh?

Roth: Ja, wenn Sie mich so fragen, würde ich sagen, ein bisschen bei der Jugend, weil wir einfach merken, dass wir da Schwierigkeiten haben, ja, Jugendliche nach der Firmung zu halten, oder einfach zu engagieren. Die, die jetzt nicht sowieso schon Messdiener sind oder sich bei der KJG engagieren, die brechen uns erst einmal weg für zehn, 15, 20 Jahre, was natürlich auch ausbildungsbedingt und studienbedingt sicherlich notwendig ist. Aber wir haben schon das Gefühl, dass wir auch immer älter werden.

DOMRADIO.DE: Das ist ein Problem, was es nicht nur für Langenberg gibt, sondern vielfach. Was muss die Kirche denn tun, damit sie sozusagen mitten im Leben bleibt?

Roth: Ich glaube, sie muss einfach spezielle Angebote machen oder bzw. es reicht schon, da zu sein. Ich glaube, wir müssen uns nicht anbiedern, wir müssen uns anbieten. Wir müssen einfach das Gefühl vermitteln: Wir sind da. Wir sind für ein Gespräch da. Wir sind offen für Dinge, die ihr machen möchtet oder an denen ihr teilnehmen möchtet. Ich finde es immer schwierig, wenn 50-, 60-Jährige etwas für Jugendliche oder junge Erwachsene vorbereiten. Es wäre schön, wenn man das Gefühl hätte, da wächst selbst was ran.

DOMRADIO.DE: Wenn Sie einen Wunsch hätten für die Kirche, was wäre dann ganz wichtig?

Roth: Junge hauptamtliche Leute. Das wäre mir schon mal sehr wichtig: junge Hauptamtliche, Gemeindeassistenten, Gemeindereferenten; junge, engagierte Priester. Denn aus meiner Zeit weiß ich, dass gerade auch besondere Priester auch uns Jugendlichen geprägt haben, besondere Menschen. Das wäre so ein großer Wunsch.

DOMRADIO.DE: Und für Sie, ganz persönlich, wenn Sie sozusagen Ihr Christsein in den Blick nehmen. Was wünschen Sie sich da?

Roth: Ja, ich wünsche mir schon, dass ich noch ganz lange diese Kirche besuchen darf, dass ich aber auch weiterhin den pastoralen Raum mitgestalten darf. Denn das ist auch ganz wichtig, und dass wir auch hier vor Ort eine Gemeinde sein können, die aus der Gemeinde heraus lebt: mit Angeboten – mit Dingen, die aus der Gemeinde herauskommen.

Das Interview führte Ingo Brüggenjürgen. 

(DR)

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