Diskutierte mit: Bischof Rudolf Voderholzer
Bischof Rudolf Voderholzer

27.01.2020

Bischof Voderholzer zu Reformdebatte "Kreisen um uns selbst"

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer sieht in der aktuellen Diskussion um kirchliche Reformen falsche Akzente gesetzt. "Wir kreisen um uns selbst", kritisierte er. Dagegen fühlt er sich bei der Aufarbeitung von Missbrauch bestätigt.

Zu der Debatte um den Reformkurs der katholischen Kirche in Deutschland äußerte sich Voderholzer am Sonntagabend im Regensburger Dom. "Symptomatisch für diese Haltung ist die Tatsache, dass es bei der Rede von der Berufung der Laien in unseren gegenwärtigen Debatten ausschließlich um die Frage der Partizipation, der Mitwirkung am Dienst der Bischöfe und Priester geht."

Diese Tendenz sei schon seit dem Zweiten Vatikanischen Konzil (1962-1965) erkennbar und habe sich durch die Würzburger Synode (1971-1975) noch verstärkt.

Rückgang gelebter Glaubenspraxis

Voderholzer sagte, die größte Herausforderung der kommenden Jahre für sein Bistum seien der Rückgang gelebter Glaubenspraxis, vor allem des sonntäglichen Kirchgangs, und die schwindende Kenntnis der Botschaft der Bibel. Er wisse, dass manche einen Ausweg darin sähen, Elemente des katholischen Profils beim geistlichen Amt und bei der Sicht des Miteinanders von Mann und Frau der Mehrheitsmeinung der Gesellschaft anzupassen.

Er könne aber nicht glauben, "dass dies zum Ziel führt, dass dies eine lebendigere Kirche, eine innigere Glaubenspraxis, eine tiefere Liebe zu Jesus zur Folge hätte". Dies lasse sich an anderen kirchlichen Gemeinschaften sehen.

Der Bischof äußerte sich zugleich erfreut darüber, in seinem Bistum vielerorts missionarische Initiativen aufblühen zu sehen. Er nannte Bibel- und Gebetskreise, Glaubenskurse, Exerzitien im Alltag, Hausgottesdienste und sozial-karitatives Engagement.

Es sei daher nicht nötig, von der Bistumsleitung aus etwas vorzugeben. Ihm sei es nur wichtig, dass sich alle Gemeinschaften fragten, wie sie zur Verlebendigung des Glaubens beitragen könnten und "mit geistlicher Fantasie überlegen, wo noch ein weiterer Schritt gegangen werden kann".

Voderholzer sieht sich in Aufarbeitung von Missbrauch bestätigt

In seiner Herangehensweise an das Thema sexualisierte Gewalt in der Kirche sieht sich Bischof Voderholzer bestätigt. Heute werde seinem Bistum attestiert, "ein Leuchtturm zu sein in der Aufarbeitungslandschaft Deutschlands", sagte Voderholzer im Regensburger Dom weiter. Dabei verwies er auf entsprechende Äußerungen von Matthias Katsch, Sprecher der Opferinitiative "Eckiger Tisch", und von Johannes-Wilhelm Rörig, dem Missbrauchsbeauftragten der Bundesregierung.

In einem Gottesdienst zum siebten Jahrestag seiner Bischofsweihe erinnerte Voderholzer daran, dass er vor genau fünf Jahren den Anstoß "zu einer noch ernsthafteren Aufarbeitung der Missbrauchsfälle" gegeben habe, "besonders bei den Domspatzen, aber auch in den anderen Institutionen".

Durch "etliche persönliche Gespräche" habe er "noch einmal ganz neu die Opferperspektive einzunehmen gelernt". Im Aufarbeitungsmodell des Bistums sei "in enger Kooperation mit den Betroffenen" ein guter Weg miteinander gegangen worden. "Ich bin gerade den Opfern für ihre Bereitschaft dankbar, sich zu öffnen und diesen Weg mitzugehen", so der Bischof.

(KNA)

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