Wohin führt der synodale Weg?
Malu Dreyer: "Aufbruch und Neubeginn sind Kennzeichen biblischer Existenz"
Malu Dreyer
Malu Dreyer
Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer
Karl-Heinz Wiesemann, Bischof von Speyer

22.11.2019

Ministerpräsidentin Malu Dreyer hofft auf "neue Ära" der Kirche "Mehr Demokratie wagen"

Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer hofft nach eigenen Worten auf spürbare Reformen in der katholischen Kirche in Deutschland. Die SPD-Politikerin appellierte an Christen, sich von neuen Entwicklungen nicht schrecken zu lassen.

Die kommissarische SPD-Vorsitzende, die auch Mitglied im Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) ist, sagte am Donnerstagabend in Mainz: "Vielleicht stehen wir am Beginn einer neuen Ära in der katholischen Kirche." Es gelte, "ehrlich darüber zu sprechen, welche Strukturen und Entscheidungswege die Kirche künftig braucht, um in einer pluralen, freiheitlichen Gesellschaft zu überzeugen", sagte Dreyer beim Sankt Martinsempfang des Katholischen Büros Mainz.

Die Amazonas-Synode habe eindrücklich gezeigt, dass über die künftige Gestalt der katholischen Kirche und auch über den Status von Frauen nicht nur in Deutschland diskutiert werde. Eine mögliche neue kirchliche Ära "sollte uns nicht erschrecken, denn Aufbruch und Neubeginn sind doch Kennzeichen biblischer Existenz", betonte Dreyer. Sie fügte in Anspielung auf eine Äußerung des früheren Bundeskanzlers Willy Brandt (SPD) hinzu: "Vielleicht sollte auch die katholische Kirche ein bisschen mehr Demokratie wagen."

Auf "echten Dialog" einlassen

Dreyer appellierte an alle Katholiken, sich für das Gelingen des Synodalen Weges einzusetzen. Der geplante Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland soll am ersten Advent beginnen.

Dreyer betonte, Überlegungen des Speyrer Bischofs Karl-Heinz Wiesemann zum Status von Frauen in der Kirche hätten sie "sehr gefreut". Wiesemann hatte zuvor in seiner Rede bei dem Empfang gesagt, es gehe beim Synodalen Weg auch darum, "wie wir Frauen noch stärker an der Leitung der Kirche, aber auch an Liturgie und Verkündigung beteiligen können". Die Kirche dürfe generell nicht mit "fertigen Lösungen" kommen, sondern müsse sich "offen, kritikfähig und veränderungsbereit" auf einen echten Dialog mit der Welt von heute einlassen.

"Strukturen zu klerikal"

Das Zweite Vatikanische Konzil betone, dass in der katholischen Kirche alle Gläubigen die gleiche Würde zum Aufbau der Kirchen hätten. "Wir müssen uns aber doch als katholische Kirche selbstkritisch fragen, ob wir in der konkreten Gestaltung des Miteinanders von Amtsträgern und Laien diesem Anspruch gerecht werden", sagte Wiesemann.

Nach wie vor seien viele der synodalen Strukturen in der katholischen Kirche "allzu klerikal geprägt", kritisierte der Bischof, der auch Vorsitzender der Glaubenskommission der Deutschen Bischofskonferenz ist. Als Beispiel führte er auf: "Bei weltkirchlichen Bischofssynoden haben bis jetzt fast nur Bischöfe und ausschließlich Männer Stimmrecht." Bei der Besetzung vieler kirchlicher Leitungsfunktionen gebe es kaum oder nur geringe aktive Mitwirkung der Laien.

Mehr Mitwirkung gefordert

Bei der Diskussion über derartige "Formen der Nicht-Partizipation aller Gläubigen an Entscheidungsprozessen" könnten die Grundprinzipien des demokratischen Rechtsstaats zumindest ein kritischer Maßstab sein, empfahl Wiesemann in seinem Vortrag. Er sprach über das Thema "Synodalität und Demokratie".

Das Katholische Büro Mainz ist das politische Verbindungsbüro der Diözesen mit rheinland-pfälzischen Gebietsanteilen - also Trier, Speyer, Mainz, Limburg und Köln - zur rheinland-pfälzischen Landesregierung.

(KNA)

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