Den Altar haben die Gastgeber gestaltet - Gottesdienst im Wohnzimmer der Familie Beyer
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"Verloster" Wohnzimmergottesdienst mit Pfarrer Schott
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Wenn die Kirche ins Wohnzimmer kommt
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Wohnzimmergottesdienst am Valentinstag
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Die Gastgeber machen selbst Musik
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19.03.2019

Pfarrer bringt Kirche in die Wohnzimmer "Die älteste Gottesdienstform überhaupt"

Die traditionelle Gemeinde befindet sich im Umbruch und vielerorts entstehen Ideen, wie man Menschen außerhalb von Kirche ansprechen kann. Pfarrer Schott etwa verloste einen Gottesdienst im Wohnzimmer.

DOMRADIO.DE: Sie haben einen Gottesdienst im Wohnzimmer verlost. Was ist das für eine Aktion?

Pfarrer Hannes Schott (Evangelischer Pfarrer aus Bayreuth, Dekanat Kempten): Ich hatte eine Fortbildung, in der es um die Zukunft von Gottesdiensten ging und überlegte, was man macht, um Leute zu erreichen, die nicht traditionell in den Sonntagsgottesdienst kommen - zum Beispiel junge Familien, die sonntags früh eher brunchen oder gemeinsam Ausflüge machen. Dann habe ich mir gedacht: Ich verlose mich als Pfarrer. Ich habe Musiker unter meinen Freunden, die sogenannte Wohnzimmergottesdienste machen.

Ich habe bei Facebook reingestellt, dass ich zu gewinnen bin und bei Leuten zuhause einen Gottesdienst halte, mit den Vorgaben, die mir gegeben werden. Das war im Advent, wenn die Leute sowieso spirituell empfänglicher sind. Daraufhin haben sich sofort über 50 Leute gemeldet. Ursprünglich wollte ich nur einen Gottesdienst verlosen, aber dann hat mich eine Seniorentagesgruppe angerührt und eine Selbsthilfegruppe für Schlaganfallpatienten, wo ich gesagt habe: "Ach, zu euch komme ich sowieso mal". Daraufhin habe ich drei zusätzliche Gottesdienste verlost.

Es war insgesamt ein total tolles Projekt: Die Leute haben sich wahnsinnig gefreut und sich richtig Mühe gegeben. Ich habe nichts dabei gehabt, sondern kam als Pfarrer, als der ich bin. Ich habe den Leuten gesagt: "Ich bringe meinen Talar mit, meine Arbeitskleidung, aber ich kann auch im Anzug Gottesdienst halten, wie es euch passt. Und wenn bei euch im Wohnzimmer die Schuhe ausgezogen werden, dann komme ich halt auf Socken."

DOMRADIO.DE: Das heißt, Sie haben auch keine Messdiener dabei und keinen Klapp-Altar im Auto?

Schott: Nein, ich habe keine Messdiener. Ich muss alle Arbeit allein machen.

DOMRADIO.DE: Ihre Idee ist ein bisschen mehr, als nur Leute bei der Stange zu halten, die vielleicht nicht mehr so häufig zur Kirche kommen. Sie wollen tatsächlich Menschen wieder ganz neu ansprechen, oder?

Schott: Die Menschen haben teils ihre ganze Nachbarschaft, Freunde und Familien eingeladen. Da waren Leute dabei, die mit Kirche im traditionellen Rahmen wenig anfangen können. Und so neu ist diese Idee nicht. Im Grunde ist es die älteste Gottesdienstform überhaupt - die Urchristen haben auch im Wohnzimmer gemeinsam Gottesdienst gefeiert.

DOMRADIO.DE: Sie haben in Bayreuth ein schönes Kirchengebäude. Wieso ist das für die Menschen weniger attraktiv als das Wohnzimmer - was glauben Sie?

Schott: Zum einen glaube ich, dass der Termin Sonntagfrüh für viele nicht mehr so attraktiv ist. Zum anderen ist es natürlich die Liturgie, die Leute nicht mehr so anspricht. In den Wohnzimmer-Gottesdiensten habe ich die Liturgie offen gehaltet. Wir haben Lieder gesungen, die Leute haben selber Liedblätter gestaltet, Lieder rausgesucht und diese auch musikalisch begleitet. Ich bin hingekommen und habe musikalisch angenommen, was da war. Die Leute haben sich richtig ins Zeug gelegt. In der einen Familie hat das Kind Flöte gespielt, die Mutter Gitarre. Eine andere hat sogar ein Posaunenensemble angeschleppt - das war wirklich toll. Sie haben selber einen Altar bei sich im Wohnzimmer aufgebaut. Ich war überrascht, wie viel Mühe sich die Leute gegeben haben.

Wir haben gebetet, dann habe ich eine biblische Lesung auf Fränkisch gehalten - das hatten sie sich gewünscht. Es gab eine Ansprache oder ein Anspiel, dann Fürbitten und zum Schluss habe ich noch einen Hut herumgehen lassen - für einen guten Zweck, den sich die Gastgeber selber aussuchen konnten.

DOMRADIO.DE: Die nächste Idee steht auch schon: ein Gottesdienst im Reisebus. Haben Sie noch mehr Ideen?

Schott: Ich habe noch viel mehr. Logisch wäre, dass ich auch mal zu mir ins Wohnzimmer einlade. Sonst bin ich bloß einer, der ständig bei Leuten im Wohnzimmer aufschlägt.

Das Interview führte Verena Tröster.

(DR)

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