Pastoraltheologe Manfred Belok
Pastoraltheologe Manfred Belok

16.09.2014

Pastoraltheologe Belok zieht Bilanz zum Dialogforum der Kirche Dialog auf Augenhöhe?!

In Magdeburg ist Mitte September das vierte Forum des bundesweiten Dialogs zur Zukunft der katholischen Kirche in Deutschland zu Ende gegangen. Dieses Mal standen das Thema Mission und mögliche Reformen im Mittelpunkt. Eindrücke von Manfred Belok.

KNA: Herr Professor Belok, Sie waren bei jedem der Foren dabei. Was ist Ihr Fazit nach der vierten Runde im Gesprächsprozess?

Manfred Belok (Mitglied im Beirat der Konferenz der deutschsprachigen Pastoraltheologen): Zum einen: Das Ziel der Bischöfe, das durch die sexuellen Missbrauchsfälle durch Priester stark erschütterte Vertrauen wiederzugewinnen, scheint mir erreicht. Auch und sogar trotz des Rückschlags durch den Fall Bischof Tebartz-van Elst. Zum anderen: Ursprünglich wurde zu einem Dialogprozess eingeladen. Inhaltlicher Dialog ist aber nur zwischen strukturell Gleichen möglich, die beide Macht haben, etwas zu entscheiden.

KNA: Was meinen Sie konkret?

Belok: Meine Hauptkritik von Anfang an war: Wenn "Dialog auf Augenhöhe" gewollt, dann darf die "Steuerungsgruppe" nicht nur aus Bischöfen bestehen, sondern mit diesen plus je einer Person aus jeder Entsendegruppe der Delegierten. Diese hätte dann gemeinsam die Themenfolge und das Setting festzulegen. Fazit: Die Entscheidung, welche Themen nach dem Auftakt in Mannheim angegangen werden - geschieden und wiederverheiratet, kirchliches Arbeitsrecht, Frauenförderung - erfolgte einvernehmlich. Aber die Frage, ob und wie ein Thema weiterbehandelt wird, entschieden allein die Bischöfe. Und für die inhaltliche Bearbeitung ist die Struktur der jeweils zwei halbe Tage-Treffen ungeeignet.

KNA: Einige Theologie-Professoren haben in Magdeburg moniert, dass ihre Vorschläge keinen Widerhall bei den Bischöfen finden...

Belok: Wir haben als Theologinnen und Theologen nach Mannheim (2011) und vor Hannover (2012) eine Stellungnahme zur Frage der Zulassung wiederverheirateter Geschiedener zu den Sakramenten erarbeitet und dem Vorsitzenden der Bischofskonferenz frühzeitig zugesandt. Ebenso haben wir als Selbstverpflichtung in Hannover eine Stellungnahme zu "Sexualmoral und neue Beziehungsformen" sowie "Hinweise zu Dankgebet und Segensfeier anlässlich einer erneuten Eheschließung" verfasst und beides den Bischöfen vor Stuttgart (2013) erneut frühzeitig zugestellt. Aber weder unsere noch die Selbstverpflichtungen der anderen Gruppen wurden dort eingeholt. Dennoch bieten wir zu den im Gesprächsprozess verhandelten Themen weiterhin die Reflexionskompetenz der wissenschaftlichen Theologie an.

KNA: Welche praktischen Impulse sind vom Forum für das Thema Mission ausgegangen?

Belok: Als Haupttenor habe ich die Bekräftigung eines authentischen und glaubwürdigen Engagements in den kirchlichen Handlungsfeldern wahrgenommen, in denen sich die Einzelnen bereits engagieren.

KNA: Inwieweit hat der Gesprächsprozess Einfluss auf die Weltbischofssynode im Oktober zum Thema Ehe und Familie?

Belok: Wenn überhaupt, dann insofern, als Kardinal Marx, der als Vorsitzender die Stellungnahme der Deutschen Bischofskonferenz in Rom einbringen wird, sich durch die differenzierten Wortmeldungen zu diesem Themenkomplex im Gesprächsprozess argumentativ gestützt wissen darf. Und er darf der Rückendeckung der Teilnehmenden am Gesprächsprozess gewiss sein - obwohl diese die Stellungnahme der Bischöfe noch nicht kennen.

KNA: Kardinal Reinhard Marx hat in Magdeburg Reformen angekündigt - welche scheinen denn realistisch?

Belok: Als erstes Anpassungen im Kirchlichen Arbeitsrecht.

KNA: Das Gesprächsforum endet 2015 nach fünf Jahren. Was wäre eine weiterführende Perspektive?

Belok: In Magdeburg wurde von vielen Seiten der Wunsch nach einer neuen "Gemeinsamen Synode der Bistümer in Deutschland" laut. Die Zeit scheint reif dafür. Denn diese könnte - anders als die bisherigen Gesprächs- und Zukunftsforen in einzelnen Bistümern - in einem zeitlich begrenzten Beratungszeitraum inhaltliche Beschlüsse fassen, die es dann verbindlich umzusetzen gilt - wider einer Unkultur der Folgenlosigkeit.

Von Karin Wollschläger

(KNA)

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