Letzte Vorbereitungen für den Dialogprozess in Freiburg
Letzte Vorbereitungen für den Dialogprozess in Freiburg

24.04.2013

Freiburger Diözesanversammlung berät über Zukunft der Kirche Hohe Erwartungen

Im Erzbistum Freiburg stehen die Zeichen auf Dialog. Ab heute bis Sonntag treffen sich über 300 Delegierte aus dem gesamten Erzbistum zur Freiburger Diözesanversammlung. Es geht um nichts Geringeres als die Zukunft der Kirche.

An Baustellen herrscht in der katholischen Kirche kein Mangel: immer weniger Gottesdienstbesucher und Pfarrer, Vertrauensverlust durch Missbrauchskrise, Debatten um Frauenbild und Sexualmoral. Die Themen sind nicht neu, der Ruf nach Modernisierung und Veränderungen wird lauter. Seit mehr als zwei Jahren läuft bundesweit ein vom Vorsitzenden der Bischofskonferenz, Erzbischof Robert Zollitsch, angestoßener "Dialogprozess", der Perspektiven für Glaube und Religion in der säkularen Moderne entwerfen soll - in den 27 deutschen Bistümern mit sehr unterschiedlicher Geschwindigkeit und Intensität.

Im Erzbistum Freiburg haben Religionslehrer und Theologen, Pfarrgemeinderäte und Schüler, Priester und katholische Jugendverbände seit Monaten eine Vielzahl von Ideen und Vorschlägen gesammelt, damit Kirche und Glauben wieder mehr Menschen bewegen. Und zuletzt, so ist von vielen Engagierten zwischen Bodensee und Odenwald zu hören, habe die Wahl von Papst Franziskus Zuversicht und die Hoffnung auf eine modernere Atmosphäre geweckt.

Zum ersten Mal seit 30 Jahren

Von Donnerstag bis Sonntag soll nun der Freiburger Dialogprozess seinen Höhepunkt erreichen. Zum ersten Mal seit mehr als 20 Jahren kommen dann Katholiken aus dem Bistum zusammen, um über die anstehenden Glaubens- und Kirchenfragen zu beraten. Mit welcher Verbindlichkeit die 300 Männer und Frauen über Zukunftsfragen (mit)entscheiden können, ist jedoch ungewiss. Laut Statut hat die Diözesanversammlung allein beratende Funktion.

Auch Abstimmungen mit Mehrheitsentscheid sind nicht vorgesehen. "Wir streben eine möglichst breite Übereinstimmung an", so Zollitsch, der als Freiburger Erzbischof auch die geistlich-religiöse Dimension von Dialogprozess und Diözesanversammlung betont.

Anders als die Synoden in den evangelischen Kirchen kann die katholische Versammlung keine (rechts-)verbindlichen Entscheidungen treffen. Vielmehr sollen am Ende des viertägigen Austauschs "Empfehlungen" und "Vorschläge" stehen, über deren Umsetzung der Erzbischof entscheidet. In einem Schlusswort will Zollitsch am Sonntag zu den "Empfehlungen" Stellung beziehen.

Mancher Versammlungsteilnehmer hofft indes, dass die Versammlung eine eigene Dynamik entfalten könnte, um zu Beschlüssen und Abstimmungen zu kommen. "Es gibt viele, die davon überzeugt sind, dass wir in den vergangenen Monaten genug geredet haben, und jetzt endlich Entscheidungen her müssen", sagt eine Delegierte. Weitere Absichtserklärungen und Ankündigungen würden dem Ernst der Lage nicht gerecht.

Vorreiterrolle des Bistums

Am größten ist dabei wohl der Entscheidungsdruck bei der Situation von nach einer Scheidung erneut verheirateten Katholiken. Bislang sind sie laut Kirchenrecht von wichtigen Teilen des kirchlichen Lebens ausgeschlossen - etwa von Kommunion oder der Mitarbeit in kirchlichen Gremien. In kirchlichen Beschäftigungsverhältnissen droht die Kündigung. Annette Bernards, die im Präsidium der Versammlung sitzt, hofft hier genauso wie im Umgang mit Homosexuellen auf eine Vorreiterrolle des Erzbistums: Sie will bei der Diözesanversammlung für eine Änderung des kirchlichen Arbeitsrechts und einen Weg für die Zulassung der wiederverheiratet Geschiedenen zu den Sakramenten eintreten.

Zollitsch hat zugesagt, alle Ergebnisse sorgfältig zu prüfen "und - wo dies möglich ist - mit und in der Gemeinschaft des Glaubens der Kirche von Freiburg umzusetzen". Ab Donnerstag wird sich in der Freiburger Sankt-Martins-Kirche zeigen, wie stark und wohin sich die katholische Kirche im Südwesten weiterentwickeln kann und will.

Volker Hasenauer
(KNA)

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