Gesprächsforum der Kirche in Hannover
Gesprächsforum der Kirche in Hannover

15.09.2012

Bischöfe überraschen beim zweiten Dialogforum der Kirche Sanfte Brise im "Aquarium"

Manche waren verblüfft, als Bischof Ackermann für die Gruppe der Bischöfe zum Ende des zweiten Dialogforums der Kirche Ergebnisse zum Abschluss der Debatte präsentierte: Kirchliches Arbeitsrecht, wiederverheiratete Geschiedene, Frauenförderung und politisches Engagement auch für den Lebensschutz. Das ist nun das bischöfliche Arbeitsprogramm.

Die Stimmung unter den 300 Delegierten aus allen 27 Diözesen und vielen Bereichen des kirchlichen Lebens war da schon weitaus diffuser. Doch die Bischöfe hatten sich vorgenommen, dass sie nicht mit dem Vorwurf nach Hause gehen, nichts geliefert zu haben. Das ist ihnen gelungen.

Die Bischöfe waren diszipliniert. Als zum Abschluss der Debatte jede Gruppe am Saalmikrophon ihre Zusammenfassung vortragen sollte, da schaffte das in der vorgegebenen Zeit nur der Trierer Bischof Stephan Ackermann. "Eine Punktlandung", kommentierte das der Moderator beim zweiten Dialogforum der katholischen Kirche in Deutschland, das am Samstag in Hannover zu Ende ging.

Aufwändige Gesprächsregie: die Aquariums-Debatte
Der Weg dahin war nach Meinung mancher Teilnehmer jedoch recht umständlich. Die Delegierten wurden durch eine aufwändige Gesprächs-Regie geführt, die Diskussionen in Kleingruppen mit Plenardebatten mischte. Dabei wurde das "iPad" zum Gesprächswerkzeug, mit dem alle ständig Kommentare an alle senden und festhalten konnten. Höhepunkt war der sogenannte "Fishbowl" - die "Aquariums-Debatte". In der Mitte des Raumes saßen dabei neun Vertreter der kirchlichen Gruppierungen und Funktionsträger, die stellvertretend für alle als eine Art Podium die Debatte führten.

Die ausgeklügelte Moderationstechnik sorgte immer wieder auch für Verstimmung. Doch boten Tablet-Computer und Bildschirm-Präsentationen auch Abwechslung im anstrengenden Sortieren von Themen und Schwerpunkten. Manche gremienerfahrenen Kirchenfunktionäre behaupteten, jede Pfarrgemeinderatssitzung sei effektiver als solch medial aufgehübschte Event-Debatte. Doch es gab auch ganz andere Meinungen. Nach dem ersten Tag hatte die computerunterstützte und redaktionelle Zusammenführung der Themen und Wünsche ein 13-seitiges Konvolut produziert. Die Forderungen reichten dabei vom Frauendiakonat bis hin zum Wunsch nach preisgünstigeren Würstchen beim Pfarrfest.

Nur einmal gab es Buhrufe
Kontrovers war die Debatte dagegen kaum. Gerungen wurde darum, wie die mehr oder weniger große Einigkeit in Fragen kirchlicher Reformen gebündelt zu formulieren sei. Nur einmal gab es Buhrufe. Der Frankfurter CDU-Politiker Bernhard Mihm, den das konservative "Forum Deutscher Katholiken" entsandt hatte, war ins "Debatten-Aquarium" gesprungen und gegen den Strom geschwommen. Bei Themen wie Ehe und Sexualität müsse die Kirche genau wie bei Fragen der Gerechtigkeit und des Friedens sich auch gegen den gesellschaftlichen "Mainstream" stellen. "Wir sind der Wahrheit verpflichtet, nicht der Gesellschaft." Zustimmung gab es dafür keine. "Die wahren Gläubigen vor Ort denken anders", kommentierte ein Pfarrer und erhielt Applaus. Eine laute Kontroverse war unerwünscht in Hannover, Harmonie war das Programm. Auch kein Bischof störte diese Atmosphäre.

Nach der ersten Dialogrunde in Mannheim sei Hannover ein großer Fortschritt gewesen, bilanzierte der Präsident des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK), Alois Glück, im Anschluss an die Tagung. Die Gesprächsatmosphäre habe sich etabliert, und die Bischöfe hätten sich Dinge vorgenommen, zu denen sie vor zwei Jahren noch nicht bereit gewesen wären. Der grüne Bundestagsabgeordnete Josef Winkler warnte denn auch vor voreiliger Kritik an dem Dialogprozess. "Nirgendwo auf der Welt stellen sich Bischöfe einem derartigen Dialog auf Augenhöhe."

Und so war für manchen Verbandsfunktionär die Hannoveraner Veranstaltung eher langatmig. Viele Teilnehmer genossen es aber, mit den Bischöfen einmal direkt zu sprechen, viele schätzten zudem den problemlosen Austausch über alle kirchlichen Hierarchieebenen hinweg. "Bei vielen grummelt es im Bauch", sagte die Vorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) im Erzbistum Berlin, Andrea Köhler. "Hier in Hannover kann ich aber endlich meine Emotionen mal rauslassen und zeigen, warum ich mich in der Kirche engagiere." Und die Bischöfe haben diszipliniert zugehört.

Volker Resing

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