15.04.2008

Die Vorbereitungen auf den Katholikentag laufen auf Hochtouren "Die 25.000 geknackt"

Es sind nun noch fünf Wochen bis zum Deutschen Katholikentag in Osnabrück. Die Vorbereitung laufen auf Hochtouren und die Veranstalter sind überrascht über den Andrang der Gläubigen: Denn statt der vermuteten 20.000 Dauergäste sind schon jetzt 25.000 Teilnehmer für den 21. bis 25. Mai gebucht. "Wir hoffen, dass es noch 30.000 werden", so Katholikentagssprecherin Christina Hartmann.

Eine U-Bahn hat Osnabrück nicht, da muss Christina Hartmann manchen Anrufer enttäuschen. Dafür dominieren im Austragungsort des 97. Deutschen Katholikentags die kurzen Wege und machen selbst den Bus oft überflüssig. Trotz fehlender Metro: Offenbar lassen sich viele vom Charme des "Weltstädtchens" am südwestlichsten Zipfel Niedersachsens mitreißen. Der Osnabrücker Generalvikar Theo Paul ist hoch erfreut über diesen Erfolg. Die Stimmung sei in den Gremien wie in den Gemeinden sehr gut, betont der Verwaltungschef. Sicher auch durch enge Vernetzung.«Die Pfarreien setzen sich seit Pfingsten 2007 intensiv mit der Gestaltung der Pilgerstäbe auseinander», verweist Paul auf die von Bischof Franz-Josef Bode gesegneten Stäbe, mit denen die Gemeindeverbände symbolisch als Mitveranstalter eingebunden wurden.Auch falle ins Gewicht, dass sich gerade die Nachbarbistümer Münster und Paderborn rege beteiligten. Und aus dem Schulterschluss mit den Protestanten resultiere in Osnabrück ein verlässliches ökumenisches Klima großer Hilfsbereitschaft, so der Generalvikar.Auch von der Zusammenarbeit mit Landkreis, Stadt und Institutionen hat Paul nur Positives zu berichten: «Es ist ein unkompliziertes, herzliches Verhältnis.» Vielleicht kein Wunder, schließlich wird das Christentreffen auch zum Wirtschaftsfaktor. «Der Katholikentag ist für die Friedensstadt Osnabrück eine großartige Gelegenheit, sich den zahlreichen Gästen aus ganz Deutschland zu präsentieren», erklärt SPD-Oberbürgermeister Boris Pistorius. Die Stadt biete der Großveranstaltung eine einmalige Kulisse.Köhler kommt, Blair angefragtZumal hohe Gäste wie Horst Köhler erwartet werden. Der Bundespräsident habe zugesagt, freut sich Sprecherin Hartmann. Zudem sei der frühere britische Premier Tony Blair angefragt, der mit dem Staatsoberhaupt diskutieren solle - sicher Anziehungspunkt neben anderen Politgrößen wie Kanzlerin Angela Merkel (CDU), mehreren Kabinettsmitgliedern und Ministerpräsidenten sowie Prominenz aus Kultur und Gesellschaft.«Wir haben auch im Programm eine große Weite», münzt Generalvikar Paul das Leitwort des Treffens «Du führst uns hinaus ins Weite» um. «Vom persönlichen Beratungsgespräch über Themen wie Pilgern, Dritte Welt, Atheismus, Globalisierung und Klimaschutz bis hin zu ökumenischem Gottesdienst und Popkonzert gibt es immense Vielfalt.»Die Absage mehrerer jüdischer Repräsentanten, allen voran der Potsdamer Rabbiner und Rektor des Abraham-Geiger-Kollegs Walter Homolka, bedauert Paul nach wie vor. Doch im Bistum Osnabrück, wo keine Gemeinde die umstrittene traditionelle Karfreitags-Fürbitte verlesen habe, sei das Verhältnis zwischen Juden und Christen gut.Namentlich in Osnabrück, wo das Bistum der wachsenden jüdischen Gemeinde während des Synagogenumbaus kostenlos Räume zur Verfügung stelle, sei nichts von Irritationen zu merken. «Es fallen wegen der Absagen keine Veranstaltungen zum jüdisch-christlichen Dialog aus», betont auch Hartmann. Im Gegenteil: Zusätzlich diskutierten am Fronleichnamstag jüdische und christliche Experten dezidiert über die Karfreitags-Fürbitte.Der Ereignis- und Dokumentationskanal Phoenix habe zugesagt, die Katholikentagseröffnung am Mittwoch ab 18 Uhr live zu übertragen. Derzeit bastle man daran, wo die Ü-Wagen zu platzieren seien, berichtet Hartmann. «Wir sehen uns gut aufgestellt», resümiert Generalvikar Paul den Stand der Vorbereitungen und ist überzeugt: Wenn das Wetter mitspielt, wird es ein guter Katholikentag.

Sabine Kleyboldt

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