Kardinal Woelki predigt über die christliche Hoffnung auf Auferstehung
Kardinal Woelki predigt über die christliche Hoffnung auf Auferstehung
Zu den Konzelebranten gehören Pfarrer Frank Müller, Dr. Oliver Winczek und für den Schulseelsorger-Vorstand René Fanta
Zu den Konzelebranten gehören Pfarrer Frank Müller, Dr. Oliver Winczek und für den Schulseelsorger-Vorstand René Fanta
Dr. Oliver Winczek verliest das Evangelium
Dr. Oliver Winczek verliest das Evangelium
Die Leiterin der Hauptabteilung Schule, Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke, trägt die Lesung vor
Die Leiterin der Hauptabteilung Schule, Dr. Bernadette Schwarz-Boenneke, trägt die Lesung vor

06.11.2018

Kardinal Woelki eröffnet Pädagogische Woche des Erzbistums Köln "Wer die Richtung verliert, verliert das Leben"

Mit Sterben, Tod und Auferstehung befassen sich in dieser Woche die Religionslehrer des Erzbistums Köln. Dass Christen von der österlichen Hoffnung leben, betonte Kardinal Woelki zum Auftakt der traditionellen Bistumsveranstaltung.

Die Pädagogische Woche, das erklärte Erzbischof Rainer Maria Kardinal Woelki gleich zu Beginn in der Kölner Innenstadtkirche St. Gereon, sei eine von den klassischen Veranstaltungen, die fest zur Identität der Kölner Diözese gehörten. "Sie ist mit das Beste, das wir unseren Religionslehrern anbieten können."

Und mit der Eucharistiefeier, "mit dem Herrn in unserer Mitte", werde am Anfang dieses einwöchigen Austauschs unter der thematischen Überschrift "Was uns der Tod zu denken gibt" Richtung und Orientierung für diese Woche gegeben.

Inklusion, Migration und Integration

Inklusion, Migration und Integration seien neben der Vermittlung des Lehrstoffs nur einige der vielen Herausforderungen, aus denen der berufliche Alltag von Religionslehrern bestehe und mit denen sie im Kollegenkreis, aber auch von den Eltern und vor allem seitens der Schüler konfrontiert würden, stellte Woelki fest und zollte damit den vielen anwesenden Pädagogen Respekt.

Wie oft aber seien mit diesen Herausforderungen auch ganz existenzielle Erfahrungen wie die des Verlustes – beispielsweise bei Trennung der Eltern, Tod der Großeltern oder Unglücksfällen wie dem am Brühler St. Ursula-Gymnasium – verbunden, gab er zu bedenken. Trotzdem würden Sterben und Tod im alltäglichen Leben oft außen vorgehalten, "obwohl doch jeder von uns weiß, dass wir sterblich sind und eines Tages Abschied nehmen müssen von denen, die wir lieben", sagte der Kardinal.

Wann und wie das geschehe, wisse niemand. "In der Regel stehen wir fassungslos vor dem Tod, dem großen Unbekannten, der jeden Tag in unserem Leben irgendwie gegenwärtig ist." Die Frage nach ihm ziehe sich durch die gesamte Menschheit und Philosophiegeschichte. Und der christliche Glaube taugte nichts, wenn es ihm nicht gelänge, eine Antwort auf ihn zu geben, argumentierte Woelki. Daher sei die Antwort des Christen ganz eng mit dem Tod, dem Sterben und der Auferstehung Jesu Christi verbunden.

In diesem Kontext sei auch das Zeugnis des Heiligen Paulus eindeutig: Christus ist für unsere Sünden gestorben, gemäß der Schrift, und ist begraben worden. Er ist am dritten Tag auferweckt worden, gemäß der Schrift, und erschien dem Kephas, dann den Zwölf. "Hat das auch eine Bedeutung für uns?", wandte sich der Kardinal an seine Zuhörer, um wiederum Paulus zu zitieren.

Ausweg aus der weit verbreiteten Orientierungslosigkeit

Der Apostel, so der Kardinal, sage in aller Klarheit: "Wenn Christus nicht von den Toten auferweckt worden ist, dann ist euer Glaube nutzlos und ihr seid immer noch in euren Sünden…Wenn wir unsere Hoffnung in diesem Leben nur auf Christus gesetzt haben, dann sind wir erbärmlicher dran als alle anderen Menschen." Woelki betonte: "Dass Christus aber zu neuem Leben erweckt wurde, ist die zentrale Botschaft, die Mitte unseres Glaubens. Diese Tatsache geht uns alle an." Damit habe Gott sein unüberbietbares "Ja" zu uns gesprochen. "Wir leben nicht von dem, was vergangen ist, sondern von dem, was auf uns zukommen wird. Auf dieses Ziel hin dürfen wir leben."

Die Auferstehung Jesu zeige einen Ausweg aus der weit verbreiteten Orientierungslosigkeit, die so weit gehen könne, dass viele Menschen nicht mehr wüssten, wofür sie überhaupt lebten – auch angesichts der vielen Verlockungen. Wobei die größte Verlockung, die Auferstehung mit Christus, leicht übersehen werden könne. "Wer die Richtung verliert, verliert das Leben", sagte der Kardinal.

"Die Auferstehung Christi und unsere Auferstehung mit ihm geben uns Richtung und Ziel. Wir wissen um unser Ostern mit Jesus Christus", sprach er den versammelten Lehrern Mut zu. Das gebe Halt, Orientierung und vor allem Hoffnung. Denn mit der Botschaft von der Auferstehung trage das Christentum das größte Hoffnungspotenzial aller Zeiten in sich. Ostern gebe eine Antwort: Wir leben, um bei Gott ewig zu leben.

Der christlichen Hoffnung auf Auferstehung nähern

Wenn im Leben auch vieles misslingen könne, unterstrich der Kardinal, ein letztes Scheitern gebe es nicht. "Wie Gott das Kreuz seines Sohnes in Auferstehung verwandelt hat, so wird er auch unser Sterben in sein göttliches Leben verwandeln. Das ist die befreiende und beglückende Zuversicht unseres christlichen Glaubens."

Die diesjährige Pädagogische Woche verfolgt das Ziel, sich den vielfältigen Spuren der Wirklichkeit des Todes und der christlichen Hoffnung auf Auferstehung und Vollendung zu nähern und diese zu vertiefen.

Die Verantwortlichen in der Hauptabteilung Schule und Hochschule verknüpfen damit das Anliegen, zu diesem Thema einen persönlichen Zugang zu eröffnen, nach der Endlichkeit und Befristung des Lebens und deren Konsequenzen zu fragen und sich damit gleichzeitig auch aus der Perspektive der eigenen Glaubensüberzeugung mit den Fragen von Sterben und Tod zu befassen: Was bedeutet das Wissen um die eigene Sterblichkeit? Was ist die gegenwärtige Bedeutung des künftigen Todes, und woraus bezieht der Tod seinen Sinn?

Beatrice Tomasetti
(DR)