Ehrendoktor Kardinal Woelki
Kardinal Woelki wurde zum Ehrendoktor...
... der Sophia-Universität der Jesuiten ernannt
... der Sophia-Universität der Jesuiten ernannt

09.03.2016

Kardinal Woelki erhält Ehrendoktorwürde der Sophia-Universität Tokio "Stellvertretend für ehrenamtliche Flüchtlingshelfer"

Zum Abschluss seiner Japan-Reise hat der Kölner Erzbischof Woelki die Ehrendoktorwürde der Sophia-Universität Tokio verliehen bekommen. Diese Auszeichnung widmete er stellvertretend ehrenamtlichen Flüchtlingshelfern, wie er domradio.de verriet.

domradio.de: Herr Kardinal, Sie haben heute die Ehrendoktorwürde der Sophia-Universität Tokio verliehen bekommen und zwar als Anerkennung für Ihr Engagement in der Flüchtlingsarbeit. Was bedeutet Ihnen die Auszeichnung?

Rainer Maria Kardinal Woelki: Das ist natürlich eine große Freude. Vor allem wird dadurch die Verbindung zwischen dem Erzbistum Tokio, der Sophia-Universität und dem Erzbistum Köln gestärkt. Ich habe die Ehrendoktorwürde vor allem für die vielen Engagierten in unseren Gemeinden entgegengenommen, die durch ihren Einsatz und ihre Willkommenskultur mitgeholfen haben, dass neue Nachbarn gewonnen werden können. Ich will die Verleihung als Auszeichnung für die vielen Ehrenamtlichen in den Gemeinden verstanden wissen, die sich für Flüchtlinge engagieren.

domradio.de: Die Verbindung mit dem Erzbistum Tokio ist 1954 von Kardinal Frings ins Leben gerufen worden. Was macht diese Partnerschaft nach jetzt über 60 Jahren aus?

Woelki: Es hat in dieser Zeit immer wieder Kontakte, Gebets- und Hilfsunterstützung gegeben. Wir haben im Austausch mit Erzbischof Okada festgestellt, wie ähnlich sich die pastoralen Situationen in Tokio und in Deutschland sind: die Gesellschaften säkularisieren sich und die Zahl der Getauften nimmt ab. Wir stehen vor der gleichen Herausforderung, in eine säkulare Gesellschaft hinein den Glauben neu zu verkünden. Dass jetzt die Heiligen Drei Könige als die ersten großen Missionare auch in Tokio angekommen sind, ist uns eine Bekräftigung, dass wir gemeinsam – in Tokio und in Köln – versuchen wollen, den Menschen den Glauben neu zu verkünden. 

domradio.de: Ein Höhepunkt war die Übertragung einer Reliquie der Heiligen Drei Könige. Wie haben die Gläubigen in Tokio reagiert?

Woelki: Mit großer Freude, viel Applaus und Dankbarkeit. Die Gläubigen und auch Erzbischof Okada waren sich dessen bewusst, dass das eine außergewöhnliche Geste ist. 100 Jahre nachdem das Erzbistum Mailand einen Teil der Reliquien zurückerhalten hat, ist nun auch Tokio eine Diözese, die einen Teil dieser Reliquien erhalten hat. Es ist noch einmal ein Zeichen unserer Freundschaft.

domradio.de: Wir haben hier in Köln einen Dom für die Reliquien und einen mächtigen Goldenen Schrein, wie kann man sich denn so eine Übergabe in Tokio vorstellen, wo Katholiken ja nur eine kleine Minderheit sind? Gibt es da eine große Kirche und mächtige Orgelklänge?

Woelki: Die Marienkathedrale in Tokio ist eine große Kirche. Wir haben die Reliquie in einer großen Monstranz hierher transportiert, sie dann feierlich dem Erzbischof von Tokio übergeben. Unser Generalvikar hat sie während des Gottesdienstes in die Kathedrale hineingetragen. Nachher wurde die Reliquie in einer Prozession zu einem Schrein in ein Seitenschiff getragen. Ich habe den Eindruck, dass das von den Gläubigen schon mit großer Freude, Applaus und einer Willkommensgeste angenommen worden ist.

domradio.de: Heute endet die Reise – was war Ihr persönlich beeindruckenstes Erlebnis in den letzten Tagen?

Woelki: Es war insgesamt eine sehr schöne Begegnung mit den japanischen Mitchristen. Bewegt hat mich die Ernsthaftigkeit, mit der diese Menschen ihren Glauben leben und Sonntag für Sonntag zusammenkommen, um Gottesdienst zu feiern. Und vor allem, dass sie dafür weite Wege in Kauf nehmen. Einige sagten, dass sie jeden Sonntag bis zu zwei Stunden Fahrt haben, um zum Gottesdienst zu kommen. Es zeigt mir: Wir sollten in Deutschland unsere Katholiken ermutigen, dass dort, wo mal kein Sonntagsgottesdienst vor der Haustür stattfindet, den vergleichsweise kleinen Weg von 15 Minuten auf sich zu nehmen, um in der Nachbarkirche den Gottesdienst zu besuchen. Da können wir die japanischen Christen zum Vorbild nehmen.

Das Interview führte Martin Korden.

(DR)

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