Erzbischof Rainer Kardinal Woelki
Erzbischof Rainer Kardinal Woelki

05.03.2015

Keine Ermittlungen gegen Kardinal Woelki Kein Verdacht der üblen Nachrede

Im Fall des nach Missbrauchsvorwürfen entpflichteten Erftstädter Pfarrers wird nicht gegen Kardinal Woelki ermittelt. Auch gegen den ehemaligen Generalvikar Heße und Pressesprecher Heckeley besteht kein Verdacht der üblen Nachrede.

Oberstaatsanwalt Ulf Willuhn sagte am Donnerstag, nach Prüfung des angezeigten Sachverhalts sei eine Aufnahme von Ermittlungen abzulehnen. Gleiches gelte für die Anzeigen gegen den früheren Generalvikar und künftigen Hamburger Erzbischof Stefan Heße sowie den Sprecher des Erzbistums Köln, Christoph Heckeley. Unterstützer des Pfarrers hatten gegen das Erzbistum den Vorwurf der üblen Nachrede durch Pressestellungnahmen zu dem Fall erhoben.

Das Erzbistum Köln hatte Anfang Februar die Beurlaubung des 73-jährigen Pfarrers wegen des Vorwurfs "sexueller Grenzverletzungen" in den 1970er Jahren mitgeteilt. Gegen die Suspendierung gab es in der Gemeinde anhaltende Proteste. Nachdem zwei weitere Personen von ähnlichen Vorkommnissen berichteten, entschuldigte sich der Geistliche bei den Betroffenen. Zugleich erklärte er, er wolle sich "dem weiteren kirchlichen Verfahren in Bezug auf die langjährigen sexuellen Grenzverletzungen gegenüber Kindern und Jugendlichen, die ihm zur Last gelegt werden, stellen". Der Fall wurde vom Erzbistum an den Vatikan weitergeleitet, der über alle weiteren Schritte zu befinden hat.

"Transparent und nachprüfbar"

Kardinal Woelki hatte das Vorgehen des Erzbistums gegen den Pfarrer verteidigt und Vorwürfe als "völlig abstrus" zurückgewiesen, das Erzbistum habe den Pfarrer abstrafen oder fertigmachen wollen. "Wir haben sehr sorgfältig und in Ruhe geprüft", sagte er Ende Februar dem Kölner Stadt-Anzeiger.

Bei dem Verfahren würden die bischöflichen Leitlinien zum Umgang mit sexuellem Missbrauch angewendet, so dass das Verfahren gegen den 73-jährigen Geistlichen "transparent und nachprüfbar" sei, betonte Woelki. Dem Pfarrer werden unter anderem sexuelle Übergriffe gegenüber einem damals neunjährigen Mädchen Anfang der 70er Jahre in seiner früheren Gemeinde in Köln-Sülz vorgeworfen.

(KNA, epd, dr)

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