17.09.2014

Das Wappen von Erzbischof Woelki Mit Verweis auf die Heimatpfarrei

Das Bischofswappen von Erzbischof Kardinal Woelki verweist doppelt auf Köln: einmal mit dem schwarzen Kreuz auf das Erzbistum und mit dem Radbild auf seine Heimatgemeinde. Seine Devise heißt übersetzt "Wir sind Zeugen".

Der von Silber und Blau gespaltene Wappenschild zeigt für den Betrachter links das schwarze Kreuz des Erzbistums Köln, für den Betrachter rechts ein silbernes Rad mit 6 goldenen Keilen als Speichen. Damit vereint der Schild in der Sprache der Heraldik das Wappen des Erzbistums Köln mit dem persönlichen Wappen des Kardinals. Das Radbild war bereits Teil des Berliner Wappenschildes von Kardinal Woelki. Es verweist auf die Heimatpfarrei St. Bruder Klaus des Kardinals in der Bruder-Klaus-Siedlung in Köln-Mülheim.

Das Rad steht für Niklaus von Flüe

Das Rad steht für Bruder Klaus, Niklaus von Flüe (1417–1487), der als großer Berater und Seelsorger für die Landbevölkerung und auch für in- und ausländische Politiker galt. Sein Meditationsbild zeigte in der Mitte Christus mit der Dornenkrone und davon ausgehend sechs Speichen und sechs Medaillons mit Szenen biblischer Heilsgeschichte. Es fand als Radbild Verbreitung.

Das Radbild im Wappen von Kardinal Woelki vereint theologische, philosophische und mathematische Elemente. Drei Strahlen gehen von der Mitte aus, so wie Gott nicht in sich bleiben will, sondern sich in Liebe den Menschen zuwendet. Drei Strahlen weisen den umgekehrten Weg und führen zu Gott, der als Antwort die Liebe derer will, die von seiner Liebe erfüllt sind, heißt es in einer Erklärung des Kölner Erzbistums.

Begleitet wird der Schild von den heraldischen Insignien des Erzbischofs: Hinter dem Schild steht ein goldenes Doppelkreuz, das Vortragekreuz des Erzbischofs, überhöht von einem roten Kardinalshut mit beidseitig an roten Schnüren herabhängenden, roten Quasten. Unter dem Schild findet das Pallium Platz. Das Pallium ist ein Ehrenband, das der Papst und die Erzbischöfe, die er damit auszeichnet, bei bestimmten liturgischen Gelegenheiten tragen. Es besteht normalerweise aus einem vier bis sechs Zentimeter breiten Streifen aus weißem Wollstoff mit sechs schwarzen Seidenkreuzen und wird um die Schultern gelegt.

Die erste Aufgabe der Apostel

Die Wappendevise von Kardinal Woelki lautet "Nos sumus testes (horum verborum)". Es ist der Apostelgeschichte 5,32 entnommen und lautet übersetzt "Wir sind Zeugen“. Zeuge sein, das ist die erste Aufgabe der Apostel und damit der Bischöfe als Nachfolger der Apostel. So erklärt das II. Vatikanische Konzil: "Ihrer apostolischen Aufgabe sollen sich der Bischöfe zuwenden als Zeugen Christi vor allen Menschen“ (Christus Dominus, 11).