Der künftige Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki
Der künftige Berliner Erzbischof Rainer Maria Woelki

04.07.2011

Bischof Woelki stellt sich in seinem neuen Erzbistum vor - Berliner Luft schnuppern

Bislang kenne er Berlin nur "ein wenig", sagte Rainer Maria Woelki noch nach seiner Ernennung im Interview mit domradio.de. Schon zwei Tage später hat sich der künftige Hauptstadtbischof auf den Weg vom Rhein an die Spree gemacht. Hier stellt er sich nun zum ersten Mal öffentlich vor.

Am Dienstag (05.07.2011) um 11 Uhr fand  die erste Pressekonferenz mit dem bisherigen Kölner Weihbischof statt. domradio.de war vor Ort und überträgt die Veranstaltung live in Bild und Ton. Der künftige Erzbischof sei bereits in Berlin angekommen, sagte Erzbistumssprecher Stefan Förner im Gespräch mit domradio.de am Montag. Den Tag habe er genutzt, um das Domkapitel und andere künftige enge Mitarbeiter kennenzulernen.

Förner sagte weiter, er habe "keinen Zweifel" daran, dass Woelki ein Bischof für alle Gläubigen im Erzbistum Berlin werde. So sei die Nachricht seiner Ernennung am Samstag von den Gläubigen in der St. Hedwigs-Kathedrale  mit "sehr langem und herzlichem Applaus" begrüßt worden.

Unterdessen nahm der künftige Berliner Erzbischof selber zu Gerüchten Stellung, er sei Mitglied der konservativen kirchlichen Vereinigung Opus Die. Im Gespräch mit der in Würzburg erscheinenden "Tagespost" bestreitet Woelki dies und zeigt sich überrascht über Stimmen, die ihm unmittelbar nach seiner Ernennung am Samstag eine besondere Nähe zum Opus Dei nachgesagt hätten, ohne ihm die Chance zu geben, selbst Stellung zu nehmen.

"Ich bin immer Diözesanpriester gewesen"
Verschiedene Politiker hatten sich besorgt über Woelkis mögliche Nähe zu Opus Die geäußert. Das Opus Dei, zu deutsch "Werk Gottes", wurde 1928 von dem inzwischen heilig gesprochenen spanischen Priester Josemaria Escriva de Balaguer (1902-1975) als katholische Laienbewegung gegründet.  Papst Johannes Paul II. gewährte der Vereinigung 1982 die bislang einmalige Rechtsform einer "Personalprälatur" mit einer gesonderten Priesterausbildung. Kritiker werfen dem Opus Dei Elitedenken, eine Erziehung zu blindem Gehorsam und sektenhafte Strukturen vor. Das "Werk Gottes" unterhält mehrere Hochschulen, darunter die Päpstliche Universität Santa Croce in Rom. Dort promovierte Woelki im Jahr 2000 mit einer Arbeit über die Bedeutung der Pfarrei.

An den Gerüchten über eine enge persönliche Verbindung zu der Vereinigung sei dennoch "überhaupt nichts dran", betonte Woelki. "Ich bin immer Diözesanpriester gewesen und gehöre weder dem Opus Dei noch einer anderen kirchlichen Gemeinschaft an. Dem Opus Dei stehe ich genauso nahe oder fern wie jeder anderen geistlichen Bewegung in der katholischen Kirche." So habe er beispielsweise auch regelmäßig Exerzitien in der Benediktinerabtei Gerleve im Münsterland gemacht oder in den vergangenen Jahren an den Exerzitien teilgenommen, die die Jesuiten der Deutschen Bischofskonferenz erteilten, so Woelki weiter.

Auf die Frage, ob er sich selbst als konservativ bezeichnen würde, sagte der ernannte Berliner Erzbischof: "Ich halte von den Zuordnungen ,konservativ" und ,liberal" gar nichts." Er wolle sich ungern in eine bestimmte Form pressen lassen, so Woelki. "Ich bin einfach katholisch. Und vor allem: Ich bin ich selbst und versuche, ein Mann der Kirche zu sein".

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