Papst Benedikt XVI. mit Mexikos Präsident Calderon und Gattin
Papst Benedikt XVI. mit Mexikos Präsident Calderon und Gattin

25.03.2012

Hunderttausende zu Papstmesse erwartet – live bei domradio.de "Ein Geschenk Gottes für Mexiko und die Welt"

Vom Volk bejubelt, auf Distanz zur Regierung: Am zweiten Tag seiner Mexiko-Reise hat Papst Benedikt XVI. zu einem besseren Schutz und mehr Fürsorge für Kinder aufgerufen, außerdem traf er Präsident Calderon. Den Höhepunkt des Besuchs, eine Messe mit Hunderttausenden, überträgt domradio.de ab 17.50 Uhr live in Bild und Ton.

Die Kinderaugen strahlen vor Freude und Stolz. "Jeder von euch ist ein Geschenk Gottes für Mexiko und die Welt", ruft Benedikt XVI. am Samstag mehreren hundert Mädchen und Jungen in der mexikanischen Stadt Guanajuato zu. Vier von ihnen dürfen sogar neben dem Papst höchstpersönlich auf dem Balkon des Gouverneurssitzes stehen. "Ihr nehmt einen sehr wichtigen Platz im Herzen des Papstes ein". Der "Gruß an die Kinder", wie der Programmpunkt offiziell hieß, bildete am Abend den Abschluss des zweiten Reisetages von Benedikt XVI. in Mexiko.

Und kaum hat Benedikt XVI. seine Rede mit einem "vielen Dank, meine kleinen Freunde" beendet, beginnt die Show der großen Freunde: Konfettikanonen feuern Tausende weißer und gelber Schnipsel in die Luft, Kirchenglocken läuten, ein Jugendorchester samt Chor spielt die Ode an die Freude aus Beethovens 9. Sinfonie; vier weiße Tauben flattern über den Papst hinweg in die Lüfte, und Tausende Menschen jubeln Benedikt XVI. zu. So wird ein Papst in Mexiko empfangen, dem zweitgrößten katholisch geprägten Land der Welt - in dem die Kirche nichtsdestoweniger lange aus dem öffentlichen Leben verbannt war.

Heikles Verhältnis
Der Vormittag war eher ruhig verlaufen: Der Papst hatte in seiner Unterkunft, dem ehemaligen Kartäuserkloster Mira Flores, eine Privatmesse gefeiert. Außerplanmäßig war nur ein vorzeitiges Ständchen zu seinem 85. Geburtstag am 16. April: Eine Gruppe Jugendlicher sang für Benedikt XVI. das populäre mexikanische Lied "Las Mananitas" (Die Morgenstündchen), das traditionell zu Geburtstagen erklingt. Am Vorabend hatten Hunderttausende Benedikt XVI. einen triumphalen Empfang in Mexiko bereitet. "Benedikt, Bruder, du bist schon Mexikaner", skandierte die Menschenmenge, die den rund 35 Kilometer langen Weg vom Flughafen bis zur Unterkunft säumte.

    Wie heikel das Verhältnis zwischen Staat und Kirche in Mexiko auch weiterhin ist, zeigte das Gespräch des Papstes mit Staatspräsident Felipe Calderon unmittelbar vor der Ansprache für die Kinder. In der Erklärung, die die mexikanische Regierung nach dem 20-minütigen Treffen veröffentlichte, war nicht ein einziges innenpolitisches Gesprächsthema aufgeführt. Stattdessen teilte die Regierung mit, dass über die Folgen des globalen Klimawandels, ein internationales Waffenhandelsabkommen, den Kampf gegen den Hunger, die atomare Abrüstung und andere internationale Themen gesprochen worden sei.

Selbst beim Thema Gewalt vermied die Erklärung sorgfältig jeden direkten Bezug auf Mexiko. Für den 1. Juli stehen Präsidentschaftswahlen an, und Calderon, einst Vize-Vorsitzender der Christlich Demokratischen Internationale, will offenbar bei aller Sympathie den Eindruck zu großer Nähe zur katholischen Kirche vermeiden.

Heiteres Treffen mit Kindern
Dieses Ziel verfolgten unverkennbar auch die Plakate, die von der Regierung des Bundesstaates Guanajuato zum Papstbesuch aufgehängt wurden: Als "Oberhaupt des Vatikanstaates" wird der Papst zwar korrekt, aber in bewusster Verkennung seiner eigentlichen Mission in dem lateinamerikanischen Land bezeichnet. Er komme als Pilger des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe, hatte er nach seiner Ankunft gesagt. Auch dass vor der Ankunft des Papstes in Guanajuato zwar ein Satz aus Beethovens 5. Sinfonie als Tango-Version und das Stück "Pomp and Circumstance" von Edward Elgar intoniert wurden, jedoch kein einziges geistliches Lied, passt ins Bild.

Doch das Treffen des Papstes mit den Kindern stört das alles nicht: Benedikt XVI. wirkte heiter und gelassen, die Kinder auch. Fast jeder dritte Mexikaner ist jünger als 15 Jahre. Oft sehen diese Kinder später einer trostlosen Zukunft entgegen, erliegen den Versprechungen vom schnellen Reichtum und verdingen sich für eines der Drogenkartelle. Auch während des Papstbesuches hält das Morden an: Am zweiten Tag der Reise gab es in Mexiko 24 Opfer des Drogenkriegs zu beklagen. Die Kirche hatte der Papst schon auf dem Flug nach Mexiko in die Pflicht genommen. Durch eine Erziehung zu moralischer Verantwortung solle sie dem Drogenhandel und der Gewalt das Wasser abgraben.  

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