Papst Franziskus kommt mit dem Flugzeug aus Ungarn in Bratislava, der Hauptstadt der Slowakei, an.
Papst Franziskus kommt mit dem Flugzeug aus Ungarn in Bratislava, der Hauptstadt der Slowakei, an.
Papst Franziskus wird durch Zuzana Caputova, Präsidentin der Slowakei, am Flughafen in Bratislava empfangen.
Papst Franziskus wird durch Zuzana Caputova, Präsidentin der Slowakei, am Flughafen in Bratislava empfangen.
Papst Franziskus zelebriert zum Abschluss des Internationalen Eucharistischen Kongresses eine Messe auf dem Heldenplatz vor tausenden Gläubigen.
Papst Franziskus zelebriert zum Abschluss des Internationalen Eucharistischen Kongresses eine Messe auf dem Heldenplatz vor tausenden Gläubigen.
Papst Franziskus trifft Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen und einiger jüdischer Gemeinden in Ungarn am 12. September 2021 in Budapest
Papst Franziskus trifft Vertreter des Ökumenischen Rates der Kirchen und einiger jüdischer Gemeinden in Ungarn am 12. September 2021 in Budapest
Empfang von Papst Franziskus (l.) durch Viktor Orban (r.h.)
Empfang von Papst Franziskus (l.) durch Viktor Orban (r.h.), Ministerpräsident von Ungarn, und Janos Ader (r.m.), Staatspräsident von Ungarn am 12. September in Budapest.
Papst Franziskus in Budapest
Papst Franziskus in Budapest

12.09.2021

Papst Franziskus in Slowakei gelandet Erster Tag der Papstreise

Am Flughafen wurde Papst Franziskus von Präsidentin Zuzana Caputova sowie örtlichen Kirchenvertretern begrüßt. Zu Beginn seines Besuchs in der Slowakei hat das Kirchenoberhaupt die Christen des Landes zu neuem prophetischen Schwung ermutigt.

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Nach den Jahrzehnten atheistischer Verfolgung hätten sich viele Menschen auch in der wiedergewonnenen Freiheit bequem eingerichtet, sagte der Papst am Sonntagnachmittag bei einem ökumenischen Treffen in Bratislava.

Franziskus fordert in der Slowakei mehr ökumenischen Schwung

"Haben wir Christen nicht ein wenig den Eifer der Verkündigung und die prophetische Kraft des Zeugnisses verloren?", so der Papst bei der Begegnung in der Nuntiatur. An dem Treffen nahmen Vertreter elf christlicher Kirchen des Landes teil. Mancher, so Franziskus weiter, fühle sich doch bereits frei, "wenn wir Komfortzonen einrichten, die es uns erlauben, uns selbst zu verwalten und ohne besondere Rückschläge einfach ruhig weiterzumachen".

Darunter leide auch die Ökumene. Wie könnten Christen hoffen, dass Europa seine christlichen Wurzeln wiederentdecke, "wenn wir die ersten sind, welche die ursprüngliche volle Gemeinschaft vermissen lassen?", so der Papst. Zweckmäßigkeitskalküle, historische Gründe und politische Bindungen dürften keine unüberwindbaren Hindernisse auf dem ökumenischen Weg sein.

Um den Schwung christlicher Verkündigung wiederzubeleben, empfahl Franziskus den Christen, die Kontemplation neu zu entdecken, die eine besondere Stärke slawischer Völker sei. Dazu gehöre ein erfahrungsbezogener Glaube, "der offen ist für das Geheimnis" und über philosophische und theologische Begriffe hinausgehe.

Gerade der kirchliche Westen dürste danach, die Anbetung Gottes wiederzuentdecken. Ebenso wichtig sei es, "die Gemeinschaft des Glaubens nicht in erster Linie auf der Grundlage programmatischer und funktionaler Effizienz zu konzipieren". Darüber hinaus, so der Papst abschließend, bringe gemeinsames Handeln, insbesondere für bedürftige Menschen, die Christen Gott und einander näher als "gute Absichten und das Bekenntnis zu dem einen oder anderen gemeinsamen Wert".

Ökumenische Vereinbarungen haben große Bedeutung in Slowakei

Am Anfang der Begegnung erinnerte der Vorsitzende des slowakischen Kirchenrats, der lutherische Bischof Ivan Elko, an ökumenische Vereinbarungen der vergangenen Jahrzehnte. Sowohl die europäische "Charta Oecumenica" wie die Vereinbarung zur Anerkennung der Taufe hätten für die Kirchen in der Slowakei große Bedeutung erhalten.

Kurienkardinal Kurt Koch ist bei dieser Papstreise nicht dabei. Franziskus hatte den Leiter des päpstlichen Ökumenerates gebeten, an der Amtseinführung des neuen Oberhaupts der Assyrischen Kirche des Ostens, Mar Awa Royel, im irakischen Erbil teilzunehmen. Der Katholikos Patriarch war am 8. September von der Synode der Kirche gewählt worden.

Auftakt der Papstreise in Ungarn

In der ungarischen Hauptstadt hatte das katholische Kirchenoberhaupt am Mittag mit gut 100.000 Menschen die Abschlussmesse des 52. Internationalen Eucharistischen Kongresses gefeiert. In seiner Predigt warnte er die Teilnehmerinnen und Teilnehmer vor Triumphalismus und falschen Gottesvorstellungen. Bei einer Messe auf dem Heldenplatz in Budapest sagte er am Sonntag: "Der ausschlaggebende Unterschied ist zwischen dem wahren Gott und dem Götzen unseres Ichs." Jesus Christus, "der in Stille am Kreuz herrscht", sei weit entfernt "vom falschen Gott, von dem wir uns wünschen würden, dass er mit Gewalt herrsche und unsere Feinde zum Schweigen bringe!"

Die Logik des christlichen Glaubens widerspreche der Logik der Welt, so das Kirchenoberhaupt unter Verweis auf den Evangeliumstext des Sonntags. Das gelte euch für die Feier, die im Mittelpunkt des Eucharistischen Kongresses stand. "Wir können viel Zeremonie hinzufügen, aber der Herr bleibt dort in der Einfachheit eines Brotes, das sich brechen, verteilen und essen lässt", so der Papst.

Die Frage von Jesus an Petrus, "Wer bin ich für dich?", treffe heute jeden. Sie erfordere aber "nicht nur eine genaue Antwort aus dem Katechismus", sondern "eine persönliche Antwort des Lebens". Es gehe darum, von der bloßen Bewunderung für Jesus zur Nachahmung zu kommen. Dabei müsse klar sein: "Das Kreuz war nie in Mode", so der Papst.

Auch Ministerpräsident Viktor Orban nahm teil

An der Abschlussmesse des 52. Eucharistischen Weltkongresses in Budapest nahmen gut 100.000 Menschen teil, darunter Ministerpräsident Viktor Orban und Staatspräsident Janos Ader, aber auch das Ehrenoberhaupt der orthodoxen Kirche, Patriarch Bartholomaios I. von Konstantinopel, sowie Vertreter anderer Konfessionen.

Zu Beginn der Messe griff Kardinal Peter Erdö von Esztergom-Budapest die Impulse des Papstes zu Dialog und Versöhnung auf. "Wir fühlen uns dazu berufen, Brücken zwischen Ost und West, zwischen verschiedenen kulturellen und religiösen Welten und zwischen verschiedenen Nationen zu schlagen", sagte Erdö. Dazu etwa hätten auch die Ungarische und die Slowakische Bischofskonferenz vor 15 Jahren einen Akt der Versöhnung und Freundschaft unterzeichnet.

Gespräch über Rolle der Kirche in Ungarn

Zuvor war Franziskus mit Ungarns Staatsspitze, Präsident Janos Ader und Ministerpräsident Viktor Orban, zusammengetroffen. In dem Gespräch ging es laut Vatikan um die Rolle der Kirche in Ungarn, Umweltschutz sowie Verteidigung und Förderung der Familie. Das zwischen Franziskus und Ungarn umstrittene Thema Migration wurde demnach nicht angesprochen. Orban selbst schrieb auf seinem Facebook-Account, er habe Franziskus gebeten, "das christliche Ungarn nicht sterben zu lassen".

Bei dem Treffen mit Ader und Orban überreichte Franziskus als Gastgeschenk ein Mosaik, das einem Ölgemälde des italienischen Malers Ippolito Caffi (1809-1866) nachempfunden ist. Es zeigt den Petersplatz anlässlich eines päpstlichen Segens.

Aufruf zu Offenheit und Dialog

Außerdem traf das Kirchenoberhaupt mit den katholischen Bischöfen des Landes sowie Vertretern anderer Konfessionen und des Judentums zusammen. Beide Male rief er die religiös Verantwortlichen zu Offenheit, Dialog und Kooperation auf. Gleichzeitig sollten sie Spaltungen und Hass entgegentreten.

Bei einem Treffen am Sonntagmorgen in Budapest sagte er, angesichts kultureller, ethnischer, politischer und religiöser Unterschiede gebe es zwei Haltungen: "Entweder verschließen wir uns in einer starren Verteidigung unserer sogenannten Identität, oder wir öffnen uns auf die Begegnung mit dem Anderen und kultivieren gemeinsam den Traum einer geschwisterlichen Gesellschaft."

In Bratislava wird der Papst gegen 15.30 Uhr erwartet. Nach der Begrüßung durch Staatspräsidentin Zuzana Caputova begibt sich Franziskus in die Nuntiatur. Dort ist später eine ökumenische Begegnung mit Vertretern anderer Kirchen vorgesehen. Diesem schließt sich ein privates Treffen des Papstes mit Mitgliedern des Jesuitenordens an.

Erster Papst, der am Eucharistischen Kongress teilnimmt

Franziskus hatte von Beginn an betont, er komme nicht zu einem Ungarn-Besuch, sondern zum Abschluss des Eucharistischen Kongresses in Budapest. Wobei er der erste Papst ist, der zu einem solchen internationalen Treffen ins Ausland reist. In der 140 Jahre langen Geschichte dieser Kongresse ist Franziskus der vierte Papst, der überhaupt persönlich daran teilnimmt.

Internationale Eucharistische Kongresse sollen die zentrale Bedeutung des Sakraments der Eucharistie in Leben und Sendung der katholischen Kirche bewusst machen und das Verständnis dafür in Orts- und Weltkirche fördern. Die Versammlungen werden seit Ende des 19. Jahrhunderts an wechselnden Orten in zuletzt vierjährigem Abstand durchgeführt.

(KNA)

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